Von BBC-Mensch Jools Holland und unpassenden James
Blunt-Vergleichen unterstützt, erklimmt James Morrison im August die
britischen Charts. Nun macht “Undiscovered“ auch die Schweiz… nein,
nicht wirklich unsicher… aber zumindest auf sich aufmerksam.
Die Stimme ist es, die bei James Morrison erst mal auffällt. Die klingt nämlich in etwa so wie die Stimme eines typischen Blues-Sängers in jungen Jahren klingen würde und “Undiscovered“ ist eigentlich schon nur deswegen das Anhören wert. Die Musik selbst ist an sich keineswegs in gleicher Art und Weise ausserordentlich, was aber nur stellenweise wirklich negativ auffällt. Besonders zu Beginn nicht, sich da begeisterten Gefühlen zu erwehren ist ein bedenklich schweres Unterfangen, zumindest solange man nur etwas Liebe zu Soul- und Bluesmusik pflegt. Mit dem recht rockigen “Under The Influence“ legt James Morrison los, besonders mitreissend sind das bluesige Piano und das grossartige Streicherarrangement, das irgendwie nach nahöstlichen Melodiesätzen und den Beatles zugleich klingt. Das gar die Klasse früher Jamiroquai erreichende “You Give Me Something“ ist schlicht der Hammer und der tolle Soulknaller “Wonderful World“ hält da mit wunderhübscher Melodie und netten Kitsch-Lyrics problemlos mit. Bemerkenswert ist auch, wie sich Morrison schon in diesen Songs wandelt, so erinnert “Wonderful World“ sofort an Joss Stone. Beim vierten Stück “Pieces Don't Fit Anymore“ gerieten die Kitsch-Regler wohl etwas aus den Fugen. Der Back-Gesang ist zwar originell, aber schon arg schmalzig. Sowieso, selten schmalziger Schmachfetzen, macht schon fast deswegen wieder Spass. Wirklich interessant und gut kommt allerdings die Annäherung an bluesige Gospelklänge. Diesen Reichtum an Abwechslung konnte aber nicht beibehalten werden. Für etwas mehr als die Hälfte der Titel reichten die Ideen, der Rest hingegen vermag nicht wirklich zu überzeugen. Vieles klingt schön und akzeptabel, allerdings auch schon so, als hätte man diesen Song doch schon mal gehört … und zwar nicht nur sonst wo, sondern auch auf dieser Scheibe, nur war’s dann etwas weniger durchschnittlich.
Mit der abschliessenden Akustik-Ballade “Better Man“ stellt Morrison noch mal deutlich die Fähigkeit zur Gesangsvariation unter Beweis und lässt den Hörer James Morrison im Auge behalten.
Seit 29. September 2006 im Handel.
Anspieltipps: Under The Influence; You Give Me Something; Wonderful World
Trackliste: 1) Under The Influence; 2) You Give Me Something; 3) Wonderful World ; 4) Pieces Don't Fit Anymore; 5) One Last Chance; 6) Undiscovered; 7) Letter; 8) Call The Police; 9) This Boy; 10) If The Rain Must Fall; 11) How Come; 12) Last Goodbye; 13) Better Man
Similar artists: Joss Stone, Otis Redding
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Bio:
James Morrison Catchpole kam 1984 in Rugby, einem Städtchen in den West Midlands in England zur Welt. Im Alter von 13 Jahren entdeckte er seine Zuneigung zu Blues-Klängen und begann Gitarre zu spielen. In den Jahren darauf begann er an öffentlichen Orten zu spielen, lange interpretierte er Songs, unter anderem auch jene seiner grossen Vorbilder wie Al Green oder Otis Redding aber auch The Kinks oder Cat Stevens. Als er vor einigen Jahren damit begann, selbst Songs zu schreiben, ging es schnell vorwärts. Von Polydor entdeckt, machte James Morrison im letzten Jahr zum ersten Mal als Supporting Act bei Live-Auftritten der musikalisch verwandten Corinne Bailey-Rae auf sich aufmerksam und Ende Juli dieses Jahres wurde “Undiscovered“ in England veröffentlicht.