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Jamie Cullum - Catching Tales (2005)

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von Tobias Imbach am Sonntag, 9. Oktober 2005 in Neuerscheinungen   
Genre: Jazz-Pop, Crossover
Label:
Candid
CH-Vertrieb:
Universal Music
Unsere Wertung: Jamie Cullum - Catching Tales (2005)

Leichte Gefälle
Jamie Cullum - Catching Tales (2005) Jazz-Nachwuchstalent Jamie Cullum schreitet mit seinem zweiten Major-Album zur Bewährungsprobe, die sich schwieriger gestaltet als vermutet.

Die Veröffentlichung eines neuen Albums stellt sich nach einem genauso gelungenen wie kommerziell erfolgreichen Vorgänger wie “Twentysomething“ häufig als nicht ganz einfach heraus. “Catching Tales“ macht da keine Ausnahme, auch wenn Cullum mit dem Opener “Get Your Way“ die hohen Erwartungen erst mal problemlos erfüllen kann. Dieses funk-jazzige Groove-Monster, vom genialen Dan Nakamura alias Dan The Automator (Deltron 3030, Lovage, Gorillaz, Head Automatica, …) gewohnt frisch produziert, lädt mit tanzbaren Hip-Hop-Beats, coolem Bläsersample und Cullums luftigem Pianospiel geradezu zum fröhlichen Mitswingen ein. Diese Aufmunterung braucht’s dringend, um die beiden darauf folgenden Stücke “London Skies“ und “ Photograph“ zu überstehen, beides schrecklich belanglose und langweilende Popballaden mit null Jazz. Naja, wenn Guy Chambers (Brian McFadden, Robbie Williams, James Blunt) mitwirkt, düfte man so was erwarten … die Frage “Was soll denn das?“ möge mir aber trotzdem gestattet sein. Auf “Catching Tales“ findet man bedauerlicherweise generell weniger Jazziges als auf seinen früheren Alben noch. Vielleicht liegt das daran, dass sich Jamie Cullum im Pop und Rock etwas wohler zu fühlen scheint, was Eigenkompositionen angeht – denn die überwiegen auf “Catching Tales“ und kommen zudem nur selten über das Mittelmass heraus. Erfreuliche Ausnahmen bilden das loungige “Nothing I Do“ und das komplexe “21st Century Kid“, hier stimmt’s neben dem rein Technischen auch bei Melodie und Aufbau. Nur wenige Songs stammen nicht aus der Feder Cullums; bei der Wahl derjenigen wurde aber Geschmack bewiesen: Die Interpretationen des sonnigen “Our Day Will Come“ oder Gershwins “Fascinating Rhythm“ (nur auf der Deluxe Edition) erweisen sich doch als recht vergnüglich. Ebenfalls bemerkenswert ist die Coverversion des Doves-Hits “Catch The Sun“, welches Cullum im Piano-Pop-Gewand à la Keane präsentiert und damit wieder etwas versöhnlicher stimmt, aber trotzdem nicht drüber hinwegtäuschen kann, dass “Catching Tales“ eher eine Enttäuschung ist. Handwerklich tadellos, aber im Gesamten leider nur “nett“.


Seit 13. September 2005 im Handel.

Anspieltipps: Get Your Way, Nothing I Do, 21st Century Kid
Trackliste: 1)Get Your Way; 2) London Skies; 3) Photographs; 4) I Only Have Eyes For You; 5) Nothing I Do; 6) Mind Trick; 7) 21st Century Kid; 8) I’m Glad There Is You; 9) Oh God; 10) Catch The Sun; 11) 7 Days To Change Your Life; 12) Our Day Will Come; 13) Back To The Ground; 14) My Yard
similar artists: Peter Cincotti, Michael Bublé

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Der in Essex geborene und in Wiltshire aufgewachsene Jamie Cullum begann im Alter von 8 Jahren Klavier zu spielen. Schon seit jeher interessierte er sich für verschiedenste Arten von Musik, als Teenager entdeckte er dann auch seine Liebe zur Jazzmusik. Während seiner Studienzeit begann er, in Hotels, Restaurants, Kreuzfahrtschiffen und weiterem als Entertainer und Jazzsänger aufzutreten und verdiente so das nötige Geld. Das eingenommene Geld verwendete er auch für die Produktion seines ersten Albums, mit dem er schon kleinere Erfolge feiern durfte. Bald darauf macht er sich an sein zweites Album, mit dem er die Aufmerksamkeit der Londoner Jazz-Szene und damit auch zwangsläufig jene von Talentsuchern. Mit Universal vereinbarte er einen Majordeal, das Album fand einen aussergewöhnlich hohen Absatz und schon war Jamie Cullum einer der grossen Stars der jungen Jazz-Szene.

Jamie Cullum - Catching Tales (2005)
Diskographie:
> Heard It All Before (1999)
> Pointless Nostalgic (2002)
> Twentysomething (2004)
> Catching Tales (2005)


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