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Janelle Monàe - The ArchAndroid

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von Tobias Imbach am Freitag, 11. Juni 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Soul, Funk, R&B  |  Label: Bad Boy Records |  Unsere Wertung: 8.5/10



In Teil 2 und 3 Ihrer Metropolis-Reihe springt die einfallsreiche Janelle Monàe von Genre zu Genre und beschert P.Diddys Bad Boy Records damit den besten Treffer seit "Ready to Die" und diesem Jahr sein erstaunlichstes Pop-Album.


Dem modernen R&B soll es bekanntlich an Köpfen mit Mut und Ideen fehlen - die 25-jährige Soulsängerin Janelle Monáe ist nicht die einzige, die diese vielgemachte These widerlegt - sie könnte sich mit Erykah Badu, Sa-Ra oder D'Angelo in eine Reihe stellen. Anders als diese gibt sich Janelle Monáe aber zugänglich und ganz ohne die typische verschrobene Sperrigkeit. Pop steht grossgeschrieben hier und wird weit vorwärts gebracht, sie erinnert dann auch mehr an Gnarls Barkley oder Outkasts André 3000 als an die eingangs erwähnten Künstler, und noch mehr an kreative Genies des R&B der Siebziger.

"The Archandroid" ist ein vor Hits berstendes und in zwei Suiten aufgeteiltes Konzept-Album, dem es zwar nicht gelingt, eine nachvollziehbare Geschichte zu erzählen, aber das trotz aller Vielfalt vom orchestralen Intro bis zum epischen Schlussakt stimmig ist und danach schreit, "Meisterwerk" genannt zu werden. Meisterlich ist ohne Frage, wie die drei ersten Songs "Dance or Die", "Faster" und "Locked Inside" eins werden, wie der Hip Hop-Funk-Hammer "Tightrope" mit Feuer und Eis spielt, wie facettenreich der psychedelische Funk-Rock in "Mushrooms&Roses" ist oder wie genial Debussys "Claire De Lune" in "Say You'll Go" zitiert wird. "Afrofuturism" und "Sci-Fi-Soul" sind Wortkreationen, die gebraucht werden, um dieses Ungestüm von einem Album schubladisieren können, es bleibt ohne Sinn und Erfolg.

"The Archandroid" klingt so, als hätten Janelle Monáe und eine Hundertschaft von Musikern zehntausende Stunden investiert, und mag das Album stellenweise etwas mit Ballast überladen sein, so ist es dennoch wie aus einem Guss, wie sich nach wiederholtem Durchhören beweist. 18 Stücke, jedes immens reich an Charakter, auf knapp 70 Minuten verteilt - darunter findet sich einiges, das mir persönlich eine Spur zu poppig geriet, darunter auch der grösste Hit des Albums "Cold War", Of Montreal hätts auch kaum noch gebraucht, ein schillerndes Synth-Pop-Stück wie "Wondaland" würde ich noch so gerne mit einem zweiten "Tightrope" austauschen, aber diese Farbkleckse verstärken nur einen Eindruck: Aufregender war Popmusik in dieser Dekade noch nicht.

Seit  4. Juni 2010 im Handel. 

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label
Janelle Monàe
Anspieltipps:
> Tightrope feat. Big Boi
> Dance or Die (feat. Saul Williams) - Faster - Locked Inside

Diskographie:
> Metropolis - Chase Suite (2007)
> The ArchAndroid: Suites II & III (2010)
 
Ähnliche Künstler:
> Imani Coppola
> Solange
> Gnarls Barkley
> Erykah Badu

Inspiration
> Prince
> Stevie Wonder
> David Bowie
> Funkadelic
> Minnie Riperton
» 1 Kommentar
1Kommentar
am Samstag, 19. Juni 2010 11:53von Gilles
coole Rezension und ein wirklich tolles Album! 
 
Grüsse!
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