Jefferson - Sweet Rendez Vous (2005) (Nocturne/RecRec) |
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| von Rudolf J. Merkle am Donnerstag, 30. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
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Geschätztes Auditorium, wieder einmal Easy Listening geniessen? Mit „Sweet Rendez Vous“, dem gelungenen Erstling der französischen Formation Jefferson, bietet sich dazu eine wunderbare Gelegenheit. Unter der magistralen Regie des Jazzers, Filmmusikers, Kontrabassisten, Arrangeurs usw. Vincent Artaud bezaubert das Vokal-Duo Mérièm Serbah (in „U On My mind“ meint man passagenweise, Nina Simone zu begegnen“)/ Julien Doumenjou (angenehm unaufgeregt) mit stimmlichen Schmeicheleien, die rühren. Zugleich erfrischend und gelassen wird der geneigte Hörer von den beiden unauffälligen Stimmen, die sich gut ergänzen („Just A Little Kiss“) – durch ein jazziges Loungepop-Musikuniversum geleitet. Das ist nie anstrengend, nie aneckend, sondern stets gefällig. Man ist geneigt zu glauben, hier sei die endliche Leichtigkeit des Seins im Sommer 2005 vertont worden. Bisweilen tropft’s zwar schon gar süss von den Wänden (Streicher in „Magic Air“), aber bei einem derart elaborierten Arrangement bleibt der Vorwurf lässlich. Immer wieder wird man von der Eleganz der Harmonie eines Quasi-Orchesters verführt, teilweise gar in James-Bond-Filmsoundtrack-Manier („Boxing Girl“). Einstweilen von feiner Spielfreude beseelt (zum Beispiel Pierrick Pédrons Saxophon in „B & C“), gelingt es dem Trio und seinem Team, den Hörenden zu beglücken. Selbstverständlich ist „Sweet Rendez Vous“ nichts für nachdenkliche Zeitgenossen. Textzeilen wie „Oh, oh, oh, the night is ours and […] it’s time for me to have you“ sind nicht eben substantiell respektive sonderlich tiefgründig. Na und? Jefferson wollen unterhalten, nicht diskutieren. Das tun sie. Und sie tun es mit Stil. Besonderes Lob ist dem Trompeter Stéphane Belmondo zu zollen – in „Nobody But Him“, „U On My Mind“ und „Boxing Girl“ lässt er sein Können in einer Art aufblitzen, dass es schwer fällt, nicht den frühen Miles Davis zu erinnern. Fazit: „Sweet Rendez Vous“ ist ein intimes Werk hervorragender Musikerinnen und Musiker, das die moderne Musik nicht revolutionieren wird, derowegen allerdings keinesfalls belanglos ist. Unsere Ansicht: Selbst hören und selbst urteilen. Besten Dank für die ungeteilte Aufmerksamkeit. Seit 2. Mai 2005 im Handel. Anspieltipps: Just A Little Kiss, Boxing Girl, I’m Free similar artists: De-Phazz, Nicola Conte > Hören und Kaufen > Label > CH-Vertrieb Bio: Vincent Artaud, Mastermind von Jefferson, ist ein ausgesprochen vielseitiger Künstler mit Jazz-Ausbildung. Der Kontrabassist hat bereits in Theater und Film nachhaltige Spuren hinterlassen („The Man without a Head/ F 2003) und fungiert als Arrangeur, Komponist sowie Konzeptualist. Musikalisch laviert er zwischen Klassik (Stravinsky, Bartok), Jazz (Charles Mingus, Herbie Hancock) und Avantgarde-Pop-Electronica (Steve Reich). 2004 hat er in Frankreich unter dem Namen Artaud mit seinem Début „The Album“ für Furore gesorgt. Das Werk ist unbedingt hörenswert. Mérièm Serbah schauspielert, schreibt, komponiert und interpretiert. Sie arbeitete stilistisch bereits im Funk, im Soul und im Jazz, hat aber auch Chanson-Erfahrung. Der an einer Jazz-Schule ausgebildete Julien Doumenjou vervollständigt das französische Multitalent-Trio. Der Sänger und Pianist ist gleichermassen schriftstellerisch wie in Film und Theater tätig. Diskographie: > Sweet Rendez Vous (2005)
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