John Cale - Black Acetate (2005) |
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| von Philipp Gautschi am Mittwoch, 25. Januar 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: John Cale Label: EMI Records CH-Vertrieb: EMI Music Unsere Wertung: ![]() Ein Leben für die MusikDer musikhistorische Wert dieses Musikers lässt sich wohl kaum in Zahlen fassen, geschweige denn würdig beschreiben. Nach kurzen Recherchen kam ich als ahnungsloser Rezensentenschnösel dann doch zur Einsicht, dass ich ohne die Hilfe des Grössten aller in der Schweiz tätigen Rezensenten, Albert Kuhn, nicht zu einem einigermassen vernünftigen Text gelangen werde. John Cale sagt zu seinem neuen Album, dass es vor allem funky sein sollte. Er liess sich u.a. von Hiphoppern wie Pharell Williams, Dr. Dre oder Damon Albarns Gorillaz inspirieren und entsprechend minimalistisch wurden einige seiner Stücke (''Brotherman'', ''Hush''). Meiner Ansicht nach sind dies jedoch die schwächsten Passagen des abwechslungsreichen, eigenartigen Albums. Die Minimum-Beats sollten den hippenden Hoppern überlassen werden. Besser, ja viel besser gelungen sind die verträumt-langsamen Balladen wie ''Gravel Dive'', ''Satisfied'' oder ''Wasteland''. Sanfte Elektronik und seltsame Melodien, die stimmlich an Interpols Paul Banks erinnern und man sich gerne mehrmals zu Gemüte führt. Der Leser fragt sich natürlich nun langsam, wo und ob John Cale denn noch rockt. Dies tut er tatsächlich, auf ''Perfect'', ''Sold-Model'' oder ''Turn the lights on'', jedoch in einer der jungen Zuhörerschaft etwas ungewohnten Weise. Meine liebe Schwester fragte mich kürzlich: ''Seit wann stehst du auf Altherren-Rock?''. Altherren-Rock tönt beinahe beleidigend, doch die Spritzigkeit sowie Frechheit des Nachwuchses ist nicht mehr so ganz vorhanden. (Natürlich visiert Cale auch ein anderes Zielpublikum an.) An eingängigen Melodien sowie interessanten Soli mangelt es jedoch keineswegs, da gibt's absolut gar nichts zu meckern. John Cale zeigt mit diesem Album ein weiteres Mal, wie vielfältig und spannend Musik werden kann, wenn sie nur lange genug gereift/gegärt hat. Empfehlenswertes Album für den anspruchsvollen, musikhistorisch interessierten Hörer; nichts für die junge, den Rock wiederentdeckende Kantischülergeneration.
Seit 23. September 2005 im Handel. Anspieltipps: Perfect; turn the lights on Trackliste: 1) Outta The Bag; 2) For a ride; 3) Brotherman; 4) Satisfied; 5) In a flood; 6) Hush; 7) Gravel drive; 8) Perfect; 9) Sold-Model; 10) Woman; 11) Wasteland; 12) Turn the lights on; 13) Mailman (the lying song) Similar artists: Ein Vergleich wäre beinahe beleidigend > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Über John Cales Leben sowie seine Veröffentlichungen, Nebenprojekte sowie Kompositionen liesse sich wahrscheinlich eine Bibel schreiben. Ich fasse mich kurz und sage nur etwa so viel: Der bekannteste und einflussreichste Alternativrocker, der geistige Vater des Punk, der Grenzgänger zwischen Genres wurde am 9. März 1942 in Garnant, Wales geboren und war schon in seinen ersten Lebensjahren ein musikalisches Wunderkind. Später studierte er klassische Musik in London, spielte Klavier und Viola. Beeinflusst wurde er vor allem von Andy Warhol und Lou Reed, mit welchen er im Jahre 1965 Velvet Underground gründete und Rockgeschichte schrieb. Warum er drei Jahre später die Band wieder verliess, bleibt ein Rätsel, wahrscheinlich hatte er Ärger mit Reed. Seither veröffentlicht er fleissig selbst gemachtes (siehe Diskographie), produzierte etliche Bands, schrieb Soundtracks und gar Ballettstücke. Diskographie: > Vintage Violence (1970) > Church of Anthrax (1971) > The Academy in Peril (1972) > Paris 1919 (1973) > Fear (1974) > Slow Dazzle (1975) > Halen of Troy (1975) > Guts (1977) > Sabotage Live (1979) > Honi Soit (1981) > Music for a new society (1982) > Ray Carles Blues (1984) > Carribean Sunset (1984) > Artificial Intelligence (1985) > Words for the dying (1989) > Wrong way up (1990) > Songs for Drella (1990) > Even Cowgirls get the Blues (1991) > Fragments of a rainy season (1992) > Seducing down the door (1994) > Last day on earth (1994) > Walking on Locusts (1996) > Eat/Kiss (1997) > Nico (1998) > Hobo sapiens (2003) > Black Acetate (2005)
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