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John Vanderslice - Romanian Names

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von Philippe Feer am Mittwoch, 20. Mai 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop  |  Label: Dead Oceans (Irascible)  |  Unsere Wertung: 7.5/10

Romanian NamesÜberbewertete Freiheit
Mann wird verlassen und Mann ist alleine. John Vanderslice erzählt zwölf Geschichten, wie man sich nach der Trauer zu helfen wissen könnte. Und mit der neuen Situation anschliessend doch nicht zufrieden ist.

„Fetal Horses“ ist ein himmeltrauriges Lied an Elise, die einen Neuen gefunden hat. Er will es nicht wahrhaben, er will sie vor allem zurück und bittet inständig und folgert das Schlimmste daraus. Plötzlich kommt der Sprung, der Trotz und der Trost: „I live with another / I stole her from her lover“. Aber selbst das macht nicht glücklich. Der verführerisch vertrackte Herzschmerz von „C & O Canal“ erzählt die gleiche Geschichte nochmals. Im unheimlichen „Forrest Knolls“ geht es auf Rehjagd bis zum Tod. Die simple Folge ist ein Haufen Rehfleisch und der Gedanke zurück, als das Reh noch glücklich herumhüpfte.

„Alles schon einmal gehört“ mag man darauf antworten. Doch das würde der Musik von Vanderslice nicht gerecht. Die gezeichneten Charaktere, die leise Sozialkritik, der Humor in der Melancholie sind einfach eine Spur tiefgehender, wie manch anderer Künstler, dem das Label Pop angehängt wird. Musikalisch macht Vanderslice seit der Abkehr vom Lo-Fi von Album zu Album keine grossen Sprünge mehr, trotzdem sind seine Ideen und Interpretationen wie eh und je wundervoll verrückt ausgefallen und mit viel Feingefühl und Vielfalt geschmückt. Besonders schön ist „Too Much Time“: Die sanfte Elektronik mit dem Keyboard kombiniert und dieser zurückgenommene Refrain tragen angenehm.

Mit gewohnt grossartigen Melodien in seinem zehnten Jahr als Solokünstler nach mk Ultra ist die ein weiteres eigenartiges, aber furchtbar ehrliches Popalbum.

Ioan Vandersliscu träumt von unerreichbaren Sternenbildern und rumänischen Frauennamen. Der eintönig blaue Himmel auf dem Cover ist dann doch ein bisschen zu wenig. Wir verstricken uns meistens lieber in den Wirren unter Menschen.
 

Seit 19. Mai 2009 im Handel. 

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
John Vanderslice
Anspieltipps:
> Fetal Horses
> Too Much Time
> Forrest Knolls

Diskographie:
> Mass Suicide Occult Figurines (2000)
> Time Travel Is Lonely (2001)
> The Life and Death of American Fourtracker (2002)
> Cellar Door (2004)
> Pixel Revolt (2005)
> Emerald City (2007)
> Romanian Names (2009)
 
Ähnliche Künstler: 
> The Long Winters
> The Mountain Goats
> Bishop Allen
> A.C Newman
> Centro-Matic
> Death Cab For Cutie
> Damien Jurado
> The Olivia Tremor Control
> The Flaming Lips
> Evan Dando
> The Shins
> Rogue Wave
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