Wenig Neues beim schwedischen Sänger und Feinmotoriker.
Nach einigen Hördurchgängen ist man aber eigentlich ganz froh darüber.
José González wird oft mit Nick Drake in Verbindung gebracht. Zu Recht, denn sowohl im Songwriting als auch in den Karriereverläufen sind gewisse Parallelen zu hören respektive zu erkennen. Werbespots erlaubten beiden Künstlern den Zugang zu einer breiten Hörerschaft. Ein Fernsehapparatehersteller liess zu González’ Interpretation von The Knife’s „Heartbeats“ 250’000 farbige Bälle die Strassen San Franciscos hinunterhüpfen. Die Begeisterung der Fernsehzuschauer warf hohe Wellen: Vorderste Chartplatzierungen in Schweden, Musikpreise, O.C. California-Soundtrack und Touren rund um den Globus waren die Folge.
Nebst diesem Hintergrund gibt es auch Gemeinsamkeiten im Gitarrenspiel. Beide legen grossen Wert auf das Saitenpicking. José González ist deswegen aber noch lange keine billige Kopie. Insbesondere seine Sozialisierung unter lateinamerikanischen Musikeinflüssen bereichert die Lieder auf „In Our Nature“ und macht ihn zum Original. Die tänzelnden Handclaps in „Down The Line“ sind das vielleicht beste Beispiel dafür.
Das Album hat trotz der kurzen Spielzeit seine Längen, insbesondere im zweiten Teil. Wer diese überbrückt, wird mit dem besten Lied der Platte belohnt. „Who’ll remember all the players / Who’ll remember all the clowns / So how’s it gonna be / When it all comes down you’re cycling trivialities.“ Mit diesen und ähnlichen Zeilen besingt González in „Cycling Trivialities“ die Vergänglichkeit. Schwermütige Streicher schleichen sich an und begleiten sein Gitarrenspiel. Spätestens jetzt merkt man, dass dieser Song unglaublich gut ist, vielleicht sein bester überhaupt.
Seit 24. September 2007 im Handel.
Anspieltipps: How Low; Down The Line; Cycling Trivialities
Trackliste: 1) How Low; 2) Down The Line; 3) Killing For Love; 4) In Our Nature; 5) Teardrop; 6) Abram; 7) Time To Send Someone Away; 8) The Nest; 9) Fold; 10) Cycling Trivialities
similar artists: Nick Drake, Iron & Wine, Elliott Smith,
Sufjan Stevens,
Ben Harper
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Bio:
José González wurde 1978 in Göteborg geboren und wuchs in einer Familie auf, in welcher verschiedenste Musikstile gehört wurden. Neben lateinamerikanischer Musik prägten ihn auch amerikanische und britische Popklassiker. José González ging trotzdem einen eigenen Weg und spielte vorerst Bass in der Punkrockband Back Against The Wall. Später interessierte er sich auch für die Göteborger Hardcore-Szene und noch später wurde er Mitglied der Indierock-Band Only If You Call Me Jonathan. Langfristig begeisterte er sich aber vor allem für Singer-Songwriter wie Elliott Smith, Geoff Farina oder Jason Molina. José González hatte mit seiner neuen Ausrichtung bald grossen Erfolg, zuerst in Skandinavien, dann auch in Grossbritannien. Das Independent-Label Peacefrog nahm ihn unter Vertrag, veröffentlichte im Februar 2005 die EP „Crosses“ und im April das Debüt „Veneer“. Zwei Jahre darauf folgt nun mit „In Our Nature“ sein Zweitwerk.