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Jost Ottum - Watch TV

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von Paul Klur am Donnerstag, 1. September 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Songwriter  |  Label: Tapete (Irascible)  |  Unsere Wertung: 6.5/10

Watch TVDetailverliebter Songwriterpop
Auf dem zweiten Album des dezenten amerikanischen Songwriters Josh Ottum bekommt man erneut guten Stoff geboten, zwar etwas spannungsarm, aber schön unaufgeregt anzuhören.

Schon nach wenigen Tönen wird klar, wie in sich gekehrt und impressionistisch diese Musik ist. Beim ersten Hördurchgang kann es deshalb noch leicht passieren, dass einen „Watch TV“ ebenso kalt lässt wie der Eisberg auf dem Cover, aber mit der Zeit wächst einem Josh Ottums neues Album eben doch ein wenig ans Herz. Es gibt einige Momente, die erst beim mehrmaligen Hören ihre volle Wirkung entfalten. So macht es beispielsweise jedes Mal mehr Spass, wie sich die Einleitungsnummer „Goin´ Gone“ langsam steigert, dann zum Ende hin öffnet, lauter wird und eine Menge Schwung aufnimmt. Auch „Fool in the“ Night, das mit seinem mantraartigen Gesang sehr an The Notwists „Neon Golden“ erinnert, wird mit jedem Durchlauf besser.

Insgesamt gesehen ist dieses Album natürlich gedämpft und harmonisch, trotz aller Beach Boys-Melodieseligkeit eignen sich aber bei weitem nicht alle Songs als Hintergrundmusik, wie der Titel vielleicht zuerst vermuten lässt. Dafür ist dann doch zu viel los, man merkt, dass Ottum sich gerne vom gängigen Strophe-Refrain-Schema löst. Sehr schön ist zum Beispiel, wie entspannt sich „Secret Age“ über die Fünf-Minuten-Grenze jamt.  Problematisch wird es danach aber, denn bei all den hübschen Momenten und angenehmen Klängen experimentiert „Watch TV“ in der zweiten Hälfte zu sehr, packt den Hörer nicht mehr. Manchmal fehlt hier eben schlichtweg etwas, an dem man sich orientieren kann. Kurz vor Schluss gelingt es Josh Ottum dann aber doch noch einmal, sich aufzuraffen und „Sittin´ Over There“ zu einem der eindringlichsten Stücke des Albums zu machen.

Markant bleibt Josh Ottums weiche, angenehme Stimme, mit der er hier so manchen Song veredelt. Besonders „Green in the Sun“ lebt davon. „Watch TV“ ist mit Sicherheit kein schlechtes Album und fusst auf dem Blick fürs Detail, entspannter Atmosphäre und dem erwähnten Gesangstalent. Hörern, denen die oft zitierte Eingängigkeit nicht so wichtig ist, und die sich für kleine Dinge begeistern können, wird das sicherlich gefallen.

Seit  8. Juli 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:

> Goin´ Gone
> Green in the Sun

Diskographie:
> Like the Season (2006)
> Watch TV (2011)

Ähnliche Künstler:
> Beach Boys
> Grizzly Bear
> The Notwist
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