JR Ewing – Maelstrom (2005) |
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| von Michael Rothen am Freitag, 27. Januar 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Progressiver Post-Core mit Rockversatzstücken Label: MotorMusic CH-Vertrieb: WarnerMusic Unsere Wertung: ![]() Virtuos: Ja - genial: Nein, noch nicht ganz! Da stellt sich mir persönlich ernsthaft die Frage des Warum und des Wie. Nicht dass ihr jetzt denkt, mein Ziel sei es, eine oder gar die aktuell aufstrebende, junge (erneut skandinavische) Band JR Ewing zu demontieren. Weit gefehlt, denn erstens mag ich das Genre, in dem sie sich musikalisch bewegen zu sehr, zweitens liebe ich ihren Bandnamen (auch wenn diesen die Jungs unterdessen selbst für bescheuert erklären), drittens find' ich den Schnäuzer von Sänger Andreas Tylden preisverdächtig und viertens habe ich mich wie ein kleines Kind auf die mir nun endlich vorliegende Platte gefreut. Beste Voraussetzungen für ein eigentlich gutes Review, möchte' ich 'mal meinen. So ist es nicht. Nun etwas entschärfend darf ich anmerken, dass die dreipunktfünf Sterne - meine Bewertung also - schon leicht nach deren vier schielen tun, s'reicht aber halt nicht ganz; noch nicht. Die Divergenz zwischen der Vision und ::exit.music:: begründet sich ganz offensichtlich im ungleichen Verständnis bezüglich Qualität und Originalität. Nicht selten stechen mir jene Songs ins Ohr, welche ausser Landes als weniger gelungen beurteilt werden und umgekehrt. Beim folgerichtigen Umkehrschluss verbleibt das Wesentliche dann eben in der Minderzahl. Es scheint mir so, als mussten hier - gesamthaft gesehen - echte Spannungsbögen und Tiefgründigkeiten gleich mehrmals der Ambition und der Überraschungseffektproduktion weichen, wohl gewollt. Was mich wirklich nervt, sind primär zwei unsägliche Umstände: Die Refrains sind teilweise zu sehr emo - im klebrig-negativen Sinne - und zusätzlich nörgeln einige Songfragmente daher wie Diät-Mars Volta. Das ist störend und vollkommen unnötig, denn wie die Highlights beweisen: JR Ewing-Style (hart, vertrackt, unkonventionell uns stets sich aalglatt windend) funktioniert wunderbar und vollkommen erfrischend; einzigartig. Das perfekt Stimmungen transportierende Soundgewand spricht zusätzlich für die Urheberkraft der Band - Fender-Gitarrensound und teils erweiterte, nette Instrumentierung sowie feine Samplings verfeinern den leicht getrübten Gesamteindruck. Eine spannende Platte, als Wegbereiter für die Nächste - den Durchbruch dann. Seit 25. November 2005 im Handel. Anspieltipps: Change Is Nothing (Everything Is), For We Are Dead, Take A Hint, Fucking & Champagne Trackliste: 1) Change Is Nothing (Everything Is); 2) For We Are Dead; 3) Nihilistic Elitist; 4) Take A Hint; 5) Fucking & Champagne; 6) Insect Intercourse; 7) Floodlight; 8) I'm Sorry, You're Sorry, We're All Sorry; 9) Pitch Black Blonde; 10) Here I Vanish; 11) Big Exit (Bonus Song) similar artists: streckenweise Refused oder At The Drive-In, manchmal auch The Mars Volta > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Man nehme Punk und Hardcore; mit dem Kopf durch die Wand sozusagen. Eine treffsichere Beschreibung für JR Ewing aus Norwegen - wenigstens zwischen 1998 bis 2003. Heuer präsentiert sich die Melange zusätzlich mit einem versöhnenden Schuss an Rock; dies meint Subtilität und Melodie neben der noch immer vorherrschenden Härte. Eine Zäsur anno 2005 also. Aber bitteschön der Reihe nach. Die Veröffentlichung des 2003er Albums „Ride Paranoia" brachte Andreas Tylden (Gesang), Erlend Mokkelbost (Gitarre), Kenneth Lamond (Drums), Petter Snekkestad (Bass, Backgesang) und Håkon Mella (Gitarre) den Ruf des ultimativen Geheimtipps ein, worauf die Jungspunde von dannen zogen und ein Jahr lang rund um den Globus tourten (u.a. mit Blood Brothers, Pretty Girls Make Graves und The Mars Volta) und die Welt schlicht platt walzten. In 2005 - mit dem Release von „Maelstrom" - gelingt es JR Ewing endgültig, ihr ganzes musikalische Potential auszuschöpfen und auf einen Tonträger zu bannen. Man darf gespannt sein, was die Zukunft noch bringen wird. 2006 das Jahr von JR Ewing? Diskographie: > Maelstrom (2005) > Ride Paranoia (2003) > The Perfect Drama [EP] (2002) > The Singles Collected (2000) > Calling In Dead (2000)
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