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Julian Plenti - Is... Skyscaper

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von Philippe Feer am Freitag, 28. August 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop/Rock  |  Label: Matador (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 6.5/10

Is... SkyscaperVoluminös
Das Tatsache, dass Paul Banks von Interpol sein Solodebüt veröffentlicht, ist schon grundsätzlich mal interessant.

Erstens war ein Imagewechsel nach dem durchschnittlichen „Our Love to Admire“ bitter nötig. Zweitens ist der Alleingang des Sängers der einheitlichsten Band überhaupt an und für sich schon eine spannende Sache und führt zu den unterschiedlichsten Hypothesen.

Sofort wird klar, dass die näselnd mechanische Stimme von Julian Plenti trotz Namenswechsel unverkennbar bleibt und stets ein bisschen an die grosse Band erinnert. Das ist aber bereits schon fast alles vom Interpolzauber gewesen; bloss das äusserlich kühle „Games for Days“ und die geschickt bremsende Vorabsingle „Fun That We Have“ hören sich dann in ihrer Grundstimmung - aber deutlich abgedrehter und zum Schluss richtiggehend ausufernd - dann wirklich wie Interpol an.

Man wird aus Julian Plenti alias Paul Banks nicht sofort (oder wenn überhaupt) schlau. Was uns der Albumtitel „Is... Skyscraper“ aber unmissverständlich verrät: Paul Banks stapelt trotz grobem äusserlichen Imagewechsel (ich meine die Frisur) auch solo nicht allzu tief. Der gewohnte Griff in die Wolken verspricht eine abwechslungsreiche Sammlung aus eigenen Songs, die nicht wie bei Interpol knapp und auf den Punkt genau stimmen müssen und so mehr ungeordneten Fetzen und Erinnerungen gleichen, die an einer abgefuckten Party liegen und hängen geblieben sind.

Der Titelsong ist nur ein vermeintlicher Filler und überrascht nach geschlagenen zwei Minuten Gitarrenintro, Pianoeinlage und Rhythmusübergang mit einer kurzen,  finalen und überaus wirkungsvollen stimmlichen Einlage von Banks, bei der gewohnt tief „Shake me, shake me, skyscraper“ wiederholt wird. Auch der kurze „Madrid Song“ ist im Vergleich zum hübsch klimpernden und melodiösen und aufregenden  „No Chance Survival“ bloss ein reduziertes Zusammenführen von Piano und Keyboard, Elektronik und Samples, die von einem gebetsmühlenartig gelangweilten Paul Banks begleitet werden. Madrid habe ich mir anders vorgestellt.

Ab der zweiten Hälfte wird es dann noch eine Stufe weniger halsbrecherisch: „Unwind“ kombiniert zwar das angewandte Rezept mit Bläsern. Die folgenden Songs (vor allem: „On the Esplanade“) ähneln dann aber in ihrer Reduziertheit mehr meditativen Versuchen, denn wirklichen Songs.

Julian Plenti ist als Wolkenkratzer zwar ein erfolgreicher erster Klimmzug gelungen. Der Gipfel wurde aber bei weitem und beinahe freiwillig nicht erreicht. Die fehlende Motivation zwang den Künstler den bereit gestellten Aufzug nach unten zu nehmen und die Mission unfertig abzubrechen.

Seit 31. Juli 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Julian Plenti
Anspieltipps:
> Only If You Run
> Skyscraper
> No Chance Survival

Diskographie:
> Julian Plenti Is... Skyscraper (2009)

Ähnliche Künstler:
> Interpol
> The National
> The Editors
> Morrissey
» 1 Kommentar
1Kommentar
am Donnerstag, 17. September 2009 14:48von Dan
Kann ich so nicht zustimmen, ich finde das Album durchaus ambitioniert, immerhin wird versucht, jeden Song in ein anderes Gewand zu kleiden ;) 
 
"No Chance Survival" ist der einzige Filler, der Rest sehr gut. Und aufpassen mit Julian und Julien ;)
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