Julien Lourau - Fire And Forget (2005) (Label Bleu/RecRec) |
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| von Andreas Scheuber am Sonntag, 1. Mai 2005 in Neuerscheinungen | |
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Schwere Kost Eine ganze Generation von jungen französischen Musikern ergründet mit Nu- (nacktem) oder E-Jazz (elektronischem Jazz) eine neue Ader der Musik. Jazz-Musiker entdecken die vielseitigen Möglichkeiten von elektronischen Geräten, DJs finden im Jazz eine unerschöpfliche Vielfalt an Kreativität und Inspiration. Eine Symbiose, dessen bekanntester Vertreter wahrscheinlich St. Germain (Ludovic Navarre) mit dem Album "Tourist" geworden ist. "Fire And Forget" unterscheidet sich aber grundlegend von dieser Platte, da Julien Lourau im Gegensatz zu Navarre vom Jazz kommt. Die Rohheit, die Leichtigkeit, die grenzenlose Freiheit lässt er nicht einfach fallen, vielmehr versucht er damit zu spielen. "A Stitch In Time" treibt sich mit trapezförmigen Rädern selber an; wie ein Perpetuum mobile läuft es ständig vorwärts und lässt sich auch vom überstrahlenden Saxophon nicht bremsen. Nachdem man in "Don't Save Me" vergeblich nach Halt gesucht hat, ist man erleichtert, "Sometimes" einen groovenden Teppich unter den Schuhsohlen zu haben. Sorgsam werden dem Teppich allmählich weitere Elemente hinzugefügt, Drums, Saxophon und Gitarre begleiten einen schliesslich auf dem fusswippenden Weg. "I'd Rather Not" ist ein komplexes elektronisches Konstrukt, das mit "La Boucle" und der Stimme von Mina Agossi eine ruhigere Fortsetzung findet, die durchsetzt ist von kreischenden Saxophoneinlagen. Harmonischer, und für die Zuhörenden etwas entspannter, wird es erst wieder mit "Lisa Et Flavio", als Vorgeschmack auf "Relaxin'@". Diesen beiden Tracks sind die Tourneen von Julien Lourau durch Südamerika und Afrika anzumerken, wobei dieser musikalische Einfluss mit "Guantanamo" seinen Höhepunkt erlebt, indem der Wechsel vom Funk zum Salsa erfolgt. "Messieurs Les Anglais, Tirez Les Premiers!" bildet einen vermeintlich fröhlichen Schluss, der am Ende jedoch in seine Einzelteile zerfällt und die Hörenden nachdenklich zurücklässt. Seit 15. März 2005 im Handel. Anspieltipps: A Stitch In Time, Sometimes, Lisa Et Flavio, Guantanamo similar artists: St. Germain, Laurent De Wilde ⇒ Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb Bio: Der Franzose Julien Lourau hat als Frontman der "Groove Gang" Bekanntheit erlangt. Nach seinem Austritt aus der Gang ist er vor allem durch Südamerika und Afrika getourt. Er bezeichnet seine Musik als "frei und funkig, rhythmisch und melodisch, durchzogen mit Elementen aus Afrika, denen eine pulsierende Basis zu Grunde liegt, die direkt vom Jazz kommt." Diskographie: ⇒ Voodoo Dance (1991) ⇒ City Boom Boom (1998) ⇒ Gambit (2000) ⇒ The Rise (2002) ⇒ Groove Gang (2002) ⇒ Fire And Forget (2005)
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