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Kapoolas - Cut Down Trees (We Need an Ark)

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von Sophie Müller am Dienstag, 31. August 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Progrock, Rock  |  Label: radicalis (Finest Noise)  |  Unsere Wertung: 8.5/10

Cut Down TreesGegen den Weltuntergang
Wer Aldous Huxley's „Brave New World“, zitiert ist mein Freund. Wer diese Zitate gleichzeitig mit Musik untermalt, der hat sowieso schon gewonnen.

Die vier Basler von Kapoolas schaffen gleich beides auf ihrem Lied „Soma“ und verdienen deswegen meiner Meinung nach einen fetten Eierkuchen mit viel Schlagsahne drauf. Ihr Debutalbum „We Cut Down Trees (We Need an Ark)“ macht Spass. Ich hatte es den Sommer über auf meinem iPod, neben meiner üblichen Musikauswahl, und musste öfters einen Blick auf den leuchtenden Bildschirm werfen, als mich unbekannte Musik begeisterte. In drei von vier Fällen stand da: Kapoolas.

Ihre Songs sind musikalisch relativ unterschiedlich. Zwar ist Kapoolas eine klassische Gitarre-Bass-Schlagzeug-Keyboard Formation, nichts, was man noch nie gesehen hätte. Trotzdem schaffen sie es die ganze Palette - von ruhigen, melancholischen Songs („Rewind and Repeat“) über Klaxons-ähnlichen, exaltierten Energieexplosionen („Cut Down Trees (We Need an Ark)“) zu reifen und doch rockigen Ohrwürmern - zu spielen („Headlines“).

Das Thema der Dystopie, der Menschheit als Sklaven einer höheren Instanz, seien es die Medien („Headlines“) oder eine unbekannte Masse genannt They („Rewind and Repeat „oder „Master/Slave“), durchfliesst das ganze Album. Das Verlangen nach Freiheit, vielleicht sogar Revolution wird in den meisten Songtexten spürbar.

Natürlich kommt auch das Thema Liebe nicht zu kurz, trotz der Aussage des Sängers: "Ich schriib no immer  keini Lovesongs / Das liegt mir nit" auf „Kei Antwort“, dem einzigen schweizerdeutschen Lied auf dem Album. Lovesongs liegen Kapoolas sehr wohl, was auch „And If The Rain Falls...“ vorzüglich beweist. Man stellt sich einen eingekerkerten ("They brought me into a cave", Rewind and Repeat), manipulierten (The pictures are fakes, writings full of mistakes / Doesn't matter / Cause the eyes win over the brains", Headlines) und verrückten ("Dancing the madhouse down / Only with you", And If the Rain Falls...) Protagonisten vor, der sich an diese eine Liebe klammert um zu überleben.
Als Film würde es eine kitschige Romanze geben, als Album gibt es Lust tanzend die Welt zu retten.

Seit  7. Mai 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label

KapoolasAnspieltipps:
> Cut Down Trees (We Need an Ark)
> Soma

Diskographie:
> Cut Down Trees (We Need an Ark) (2010)

Ähnliche Künstler:
> Mars Volta
> Franz Ferdinand
> Frank Zappa
» 2 Kommentare
1"Hähä"
am Mittwoch, 1. September 2010 09:40von Gautschi
...über die Kapoolas wollte ich eigentlich auch noch nen Text machen, geniesse die Platte schon seit längerem...danke fürs schneller-sein Sophie :-) bin ganz deiner Meinung...souveränes, vielseitiges und äusserst unterhaltsames Erstlingswerk, musikalisch wie auch textlich einwandfrei und kreativ. Mars Volta als Referenz finde ich ein bisschen gewagt, habe bzgl. Stimmung eher noch ne Spur JoyDivision oder gar Radiohead rausgehört...soviel zu meinem Senf
2Kommentar
am Donnerstag, 16. September 2010 17:38von Sophie
Naja, eher: Sorry fürs Schneller-Sein! In Sachen Referenzen hab ich ganz faul und shamefully einfach die Bands übernommen, die im Mail angegeben worden waren.. Tüdüm. Aber danke auf jeden Fall für deinen Senf! :)
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