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Kasabian - Empire

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von Philipp Gautschi am Freitag, 27. Oktober 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Elektropoprock
Label: Sony BMG Music
CH-Vertrieb: Sony BMG
Unsere Wertung:Kasabian - Empire

Imperium
Kasabian - EmpireKasabians Zweitling ist ein weiterer Bastard aus Pop, Rock, Elektro und grossem Kino; leider dauert die Sause nur knappe 40 Minuten.

Zu Beginn gleich die Rüge: Da konstruieren die Burschen aus Leicester ganz grosse Stücke am Laufmeter, bauen Ungetüme von Beats und lassen das  Ganze innert weniger Minuten im Nichts verpuffen. Mal kurz zu Archive (z.B. ’Finding It So Hard’) rüberzuschielen und die genialen Beats (z.B. ’Apnoea’ oder ’Stuntman’) entsprechend ziehen zu lassen, hätte dem Album die Maximalnote verliehen. Ich verstehe ja, dass sich die Platte ordentlich verkaufen soll, das Imperium dieser Band hat seine grösste Ausdehnung schliesslich noch nicht erreicht; den Stücken deswegen gleich eine radiotaugliche Phimose zu verpassen, ist jedoch schade. Trotz all der Kürze steckt im Album jedoch alles, was es braucht, um dem Gesamtwerk den Stempel ’Gut’ zu verpassen. ’Wahnsinnig super’ oder ’Zurück zum Absender’ wären nicht angemessen. Vom Triphop switchen Kasabian in einer beinahe frechen Selbstverständlichkeit zum Indierock, um plötzlich beattechnisch wieder in Richtung D’n’B zu schlittern, während Kamerad Pop ständig scheu, manchmal gar frech grinsend um die Ecke schielt. Rotzig, hypnotisch und harmlos zur gleichen Zeit, das Tanzparkett läuft jedenfalls heiss und da freuen sich doch die Meisten. Ein Tiefpunkt ist in diesem Wechselbad der Gefühle nicht auszumachen: Die ganze Platte kommt pompös, deftig und zugleich leicht verdaulich daher und findet ihren Höhepunkt im beinahe Pink Floyd’schen ’The Doberman’. Der Spagat zwischen den Stilen klappt auf dem Album derart graziös, dass Vergleiche mit anderen Bands eigentlich unnötig erscheinen; denn egal, ob schnulzige Ballade (’British Legion’) oder aggressiv elektronischer Beatknaller (’Stuntman’), man hört unverwechselbar Kasabian. Auf dem Weg zum zweiten Album, ist zu Gunsten von Massentauglichkeit und Welterfolg (leider) eine Spur Skurril- und Frechheit verloren gegangen, was den Erstling in noch besserem Licht erstrahlen lässt. Wäre die Platte ein Film, gäbe ich etwa folgende Bewertung ab: Unterhaltungswert 10, Spannung 9, Anspruch 8, Humor 7, Sex 10. Apropos Film: Der CD liegt eine DVD mit dem Video zu ’Empire’, sowie einem Making of und einer kurzen Doku bei, einmal kurz reinschauen genügt jedoch völlig.


Seit 22. September 2006 im Handel.

Anspieltipps: Apnoea, By My Side, Stuntman, British Legion, The Doberman
Trackliste: 1) Empire; 2) Shoot The Runner; 3) Last Trip (In Flight); 4) Me Plus One; 5) Sun Rise Light Flies; 6) Apnoea; 7) By My Side; 8) Stuntman; 9) Seek & Destroy; 10) British Legion; 11) The Doberman
similar artists: Sneaker Pimps, The Rapture, The Cooper Temple Clause, Archive, The Faint

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Kasabian (armenisch für ’Schlachter’; eine gewisse Linda Kasabian fuhr ausserdem den Fluchtwagen eines freundlichen Zeitgenossen namens Charles Manson) bzw. die Idee davon entstand 1997. Tom Meighan, Sergio Pizzorno (key.) und Chris Edwards (bass) musizierten munter drauflos, fanden ihren endgültigen Stil jedoch erst als Christopher Karloff (git.) das Trio erweiterte. Bis 2004 wird in einem Bauernhof getüftelt und geprobt bis das erste, schlicht ’Kasabian’ genannte Werk das Licht der Welt erblickt und sofort europaweit für Furore sorgt. Zwischenzeitlich hat Karloff die Band aufgrund kreativer und künstlerischer Differenzen während der Produktion des neuen Albums verlassen.

kasabian
Diskographie:
> Kasabian (2004)
> Live from Brixton Academy (2005)
> Empire (2006)



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