Kiesgroup – Gladbach oder Hastings (2006) |
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| von Rafael Werner am Freitag, 28. April 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Barockpop Label: Lolila (Broken Silence) CH-Vertrieb: - Unsere Wertung: ![]() Liebe, Politik und Krankheit unter einen Hut bringen
So ist „Dieter und Jane“ gleich Popgut aller erster Klasse: Wunderschön die Refrainzeile: „Wir sind Säugetiere die im Wasser mit ihren Wellen spielen“.
Aber schon bald wird klar: Kiesgroup haben keine konstante Komponente. Während der Opener ernst und wichtig erscheint sind andere Stellen näher bei besserer Strassenmusik und Billigmagazin-Witzen. So ist beim textlastigen „Feuer im Hotel“ der Text einfach zu belanglos oder doof („doch den Punsch verschüttet mir so ein Bloedel“). Und die Stimme ist auch schläfrig. Die Instrumentierung klingt manchmal frech, dann wieder billig und pappig, ohne die einzelnen Teile des Ganzen so richtig herauszuhören. Wie in „Komm nach Hause“, das irgendwie gar nicht aufgeht, denn wer will schon Zeilen wie „Wir hatten nun mal einen Krieg“ hören, das interessiert doch die Säugetiere im Wasser und all die Bastarden nicht. Wir wollen ausschliesslich urbane Alltagsgeschichten, Stadtpoesie, Imbiss-Melancholie und Nonsens-Pop von Kiesgroup hören. Ok, Dada ist nicht weit weg. Auch beim weinerlichen „Weißt du noch?“ nicht. Aber leider ist dieser Collage-Rock (Achtung, Collage und nicht College) gemacht, um nur einzelne Zeilen (wie: „Ich mach doch hier schon wie bekloppt und nachher bin ich wieder schuld wenn unser Album floppt“) daraus zu entnehmen und an die Wand zu kleben. Und um einen Refrain mitzusingen und den einen oder anderen Song auf einen Sampler zu kippen. Aber leider bleibt es schwierig, den Weg zwischen Humor und Lächerlichkeit zu finden, „speziell“ sind manche Lieder, dann wieder mühsam wie der „Mad Dog“, der nur für den starken Übergang zum mittellosen, nächsten Track existiert. Wenn man dann noch Lieder über andere Bands singt, wie das überraschenderweise exzellente „Die Strokes“, dann kann man endgültig nur noch lieblicher Stadtschmuddel sein - wunderbar herzlich und voller sprudelndem Wortwitz und fliessender Ironie. Diese Platte kann also Momente haben, wo dich alles gerade anspricht und du mitbrüllen wirst. Aber genauso gut könnte einem der ganze Text (und damit halt auch das ganze Album) bald zum Hals raushängen. Und nur wer die Strokes mag, wird diesen Song eben niemals lieben können. Aber zwischen den Strokes und Kiesgroup liegt ja auch `ne halbe Welt. Während die einen gerade in einer grossen Halle spielen, wären die anderen im winzigen Club nebenan, würden über die Grossen lästern und damit zwei Dutzend Fans wunschlos glücklich machen. Also immer entweder oder. Wäre nur der Sound und auch der Gesang einheitlicher und das Ganze prägnanter aufgenommen, dann wäre „Gladbach oder Hastings“ schon mehr als nur ein unterhaltsamer Frühlingsfeten-Flyer und des Abends bester Erzähler. Ein Lebensratgeber nämlich. „Die Welt ist düster und leuchten müssen wir bis in alle Ewigkeit, denn darum geht es hier, wenn es auch mal schwierig wird, es gibt immer einen Weg, auch wenn wir die Wahrheit sehen, dass man nicht mehr lange lebt“ Seit dem 20. März 2006 im Handel. Anspieltipps: Dieter Und Jane; Die Strokes; Die Welt Ist Düster Und Leuchten Müssen Wir; Meine Schwester; Destroy All TVs Trackliste: 1) Dieter Und Jane ; 2) Feuer Im Hotel; 3) Komm Nach Haus; 4) Weisst Du Noch?; 5) Mad Dog; 6) Der Abgabetermin; 7) Die Strokes; 8) Gladbach Oder Hastings; 9) Kann Das Denn So Weitergehen?; 10) Die Welt Ist Düster Und Leuchten Müssen Wir; 11) Geh Nicht; 12) Im Lager Bei Toshiba; 13) Meine Schwester; 14) Destroy All TVs; 15) Nichts similar artists: Na Sabine, wie sieht’s aus in München?!, Ja König Ja, Die Sterne, Die Aeronauten > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label Bio: Andreas van der Wingen (Monsters of Mod), Maximilian Stamm (Tainted Children), der Produzent der Platte, Anja Lautermann, Thilo Schölpen, Peter Issig (alle Perlon) sowie Dirk Ferdinand sind die Hauptmitglieder dieser Combo, zumindest auf Kiesgroups zweitem Album „Gladbach oder Hastings“. Das Debut „Dativ Boys“ erschien im Jahr 2003. Die meisten Mitglieder spielen zusätzlich noch in anderen Bands. Diskographie: > Dativ Boys (2003) > Gladbach oder Hastings (2006)
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