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Kings of Leon - Come Around Sundown

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von Chris Döbeli am Samstag, 16. Oktober 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Indie Rock  |  Label: RCA Records (Sony)  |  Unsere Wertung: 8.5/10

Come Around SundownDer Bergspitze entlang
Kings of Leon, eine Band, die sich die Welt nach Lehrbuch erobert hat. Zuerst drei flotte Alben, danach der Durchbruch mit „Only by the Night“. Weltruhm haben sie erlangt und mit Herrscher Cäsar zu Abend gegessen (im übertragenden Sinne zu verstehen).

Und dann, ja dann waren Sie auf dem Olymp der Szene angelangt. Doch, wie weiter? Was tut man, wenn man an der Bergspitze angekommen ist? Man versucht auf der Spitze immer weiter zu gehen und dem Alpenkamm weiter zu folgen bis zum Horizont. Kings of Leon tun das mit „Come Around Sundown“.

Ausgerechnet das Einleitungsstück „The End“  kommt ähnlich wie bei „Only by the Night“ ruhig und sanft daher. Gewinnt an Fahrt und gefällt. Ein schönes Stück Kings of Leon. Das Ende ist dann wieder so weich wie ein Federkissen. Die Jungs überraschen mit neuen Farben, mit Fröhlichkeit und Verspieltheit. Bei „Radioactive“ und „Pyro“ beweisen Sie das allemal. Interessant ist, dass es „Radioactive“ schon vor dem Album „Because of the Times“ gab, jedoch war es zu jener Zeit noch unvollendet. Gut haben sie gewartet, denn auf „Come Around Sundown“ passt es ungemein.

Caleb Followill hat nicht vergessen wie man eine unverkennbare Stimme nutzt, doch bei „Mary“ neigt sich der Amerikaner für meinen Geschmack zu weit aus dem Fenster. Zu leicht und oberflächlich erklingt seine Stimme. Die Gitarrenklänge nach der Mitte machen vieles wett, aber der Dämon kehrt zurück...

Mit Songs wie „The Face“ oder „The Immortals“ oder auch „Beach Side“ und „No Money“ fangen sie sich aber wieder und spielen Ihren typischen Sound, Kings of Leon eben. Für Liebhaber purer Genuss. Bei „Back Down South“ drücken die Wurzeln der Familienband durch, zum Glück! Der Song verkörpert eigentlich das ganze Album, welches viel experimenteller und mutiger ist als die Vorgänger. „Pony Up“ ertönt wunderschön gelassen und extrem bereichernd. Mein persönlicher Geheimtipp des Albums. Die Glocke wird so gekonnt eingesetzt als ob sie das in jedem Stück täten. Das folgende „Birthday“ klingt ähnlich, aber keineswegs störend ähnlich. Eher ein das-tönt-aber-auch-noch-toll-ähnlich. Mit „Mi Amigo“ und „Pickup Truck“ wird das Werk nicht abgerundet sondern erweitert und komplettiert.

Ruhiger sind sie geworden. Aber in der Ruhe liegt die Kraft. Kings of Leon meistern diese anspruchsvolle Wanderung entlang der Bergspitze mit solch einer Leichtigkeit, als wäre es das einfachste der Welt. „Come Around Sundown“ beweist, dass KOL mehr drauf haben als nur Rock. Sie schufen nicht ein Album passend zu einem Genre, sondern Genres passend zu einem Album. Einmal melancholisch nachdenklich, einmal unbeschwert rockig, einmal Country und einmal einfach Kings of Leon wie man sie kennt und liebt.

Seit  15. Oktober 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:

> Radioactive
> Back Down Side
> Pony Up

Diskographie:
> Youth & Young Manhood (2003)
> Aha Shake Heartbreak (2004)
> Because of the Times (2007)
> Only by the Night (2008)
> Come Around Sundown (2010)

Ähnliche Künstler:
> Kasabian
> The Killers
> Arctic Monkeys
> The Strokes
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