Kitty Hoff und Foręt Noire - Rauschen (2005) |
|
|
| von Tobias Imbach am Samstag, 22. Oktober 2005 in Neuerscheinungen | |
|
Genre: Bossa, Jazz, Chanson Label: Virgin Music CH-Vertrieb: EMI Music Unsere Wertung: ![]() LieblingsgeräuschDas klassische Chanson scheint auch in Deutschland Aufwind zu erhalten, vom biederen Ballast befreit, aber immer noch von Eleganz und edlem Kitsch umhüllt und immer in sehr nostalgischer Form wird nun wieder ein breiteres Publikum beglückt. Letztes Jahr verzauberte Piepsstimmchen Annett Louisan mit ihrem Lolita-Charme (natürlich nicht nur) ältere Herren gleich reihenweise und auch Acts wie Nylon stossen auf reges Interesse. Und nun Kitty Hoff und Forêt Noire, die gleich den schönen Vorteil mitbringen, dass sie dem Grossteil der Konkurrenz in musikalischer Hinsicht doch mehr oder weniger deutlich überlegen sind – mit einem vergleichbaren kommerziellen Erfolg, wie Annett Lousian ihn mit “Boheme“ erzielte, kann aber trotzdem kaum gerechnet werden, auch wenn sie’s verdient hätten… denn die Musik auf ihrem ersten Album ist einfach gnadenlos gut. Sei es beim erfrischenden Bossa Nova “Rauschen“, dem etwas vertrackteren “Jazzwhisper“ oder dem verträumten “Glaubst du mir“ - immer wird mitgeschunkelt und den feinsinnigen, oft sogar entzückenden Texten gelauscht, darob gelächelt und nicht selten auch mitgesummt oder zwangsweise mitgesungen, so zum Beispiel bei dem vielleicht etwas aufgesetzt wirkenden, aber gleichwohl mitreissenden Polka-Jazz-Verschnitt “Csardas – Komm’ schon“. Die tolle Band begleitet Kitty Hoff an Gitarre, Tasteninstrumenten, Kontrabass und Schlagwerk absolut makellos, ist aber in keiner Sekunde zu brav oder langweilig. Einfach klasse ist so zum Beispiel “Jetzt“: Was als netter Verschnitt zwischen Bossa und Riviera Pop beginnt, verwandelt sich in der zweiten Hälfte in einen ziemlich geschwinden Dub, inklusive schön platzierter Halleffekte und lässigem Reggae-Groove. Und hier kann man den sowieso eher unpassenden Vergleich mit Annett Louisan nun wirklich schnell vergessen, vielmehr wird man an Szene-Acts wie das Waldeck-Sideprojekt “Saint Privat“ erinnert. Ein genüssliches Lächeln kommt auch beim sehr gelungenen “Leichtmatrose“ auf, in dem in einem besonders amüsanten Geschichtchen vom unglücklichen Matrosen erzählt wird, der eigentlich lieber Bäcker wäre. Dank den durchwegs klugen und dennoch verspielten Texten, dem schönen Gesang Kitty Hoffs und den vielen sehr netten Melodien wird “Rauschen“ zum Genuss. Will man stundenlang zuhören, immer wieder … wie dem Rauschen am Meer oder im Wald, welches wohl nicht nur für Kitty Hoff eins der schönsten Geräusche darstellt. Seit 26. September 2005 im Handel. Anspieltipps: Leichmatrose, Weisst du noch Trackliste: 1) Rauschen; 2) Ein Postpaket; 3) Leichtmatrose; 4) Weisst du noch; 5) Jazzwhisper; 6) Kleiner Hund; 7) Csárdás – Komm’ schon; 8) Ewigkeiten; 9) Jetzt; 10) Glücklich; 11) Glaubst du mir; 12) Wundern Sie sich nicht similar artists: Coralie Clement, stellenweise Annett Louisan > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Die 33-jährige Kitty Hoff traf vor einigen Jahren in Berlin auf ihre jetzige Begleitband “Forêt-Noire“. Zuvor machte sie vor allem durch die sehr erfolgreiche Teilnahme (2 Mal Silber!) am Bundesgesangswettbewerb auf sich aufmerksam. Zusammen mit den stilvollen (schöne Namen haben sie auf jeden Fall) und grossartigen Musikern Lu Ferreiro (Klavier, Fender Rhodes, Melodica), Phil Marone (Gitarren), Jaques Maintenant (Kontrabass) und Alfons X (Schlagzeug, Percussion) nimmt Kitty Hoff (Gesang, Bandoneon) ihre ersten Songs auf. Nach einigen Konzertauftritten konnte schon ein Plattendeal mit dem Riesen Virgin Music abgeschlossen werden und der Veröffentlichung ihres Debüts stand nichts mehr im Wege. Diskographie: > Rauschen (2005)
» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|





