Überproduzierter, verwaschener, statischer, monotoner und durchsichtiger Pop auf Klees schlechtestem Album.
Es riecht nach blühender Sommerwiese und schmeckt nach Küssen auf salziger Haut. Luftig leichte Windwirbel kurven um die Nordseeküste, so transparent, dass man sie kaum erkennen kann, so gleichmässig, dass man immer dieselbe Brise zu spüren bekommt. „Zwischen Himmel und Erde“ nennt sich dieses kalte, statische Lüftchen und ist Romantik aus Marmor. Allen zwölf Blumen wurde der Kopf abgehackt, Steine sind nachgewachsen.
Wir befinden uns in der Stadt und hören in unserem Berliner Jugendstilapartment Klee, denn wir kochen gerade und brauchen dazu die dezente, unaufdringliche Musik des Neuquintetts. Die Texte sind schön, bewegen sich aber mittendrin: Keine Idee wird wirklich ausgekocht, kein Satz hat Mut zur Überraschung.
„Keine Sprache, die das hier ausspricht. / Kein Buch weiss darüber Bescheid. / Keine Farbe, die soviel Kraft hat. / Kein Weg, den es gibt führt soweit“ singt Suzie Kerstgens, leider frei von Humor, Ironie, Romantik oder Leidenschaft. Diese einschichtigen, manchmal lieblosen, teilweise einfach nur faden Texte kann Suzie im Schlaf runterspulen, Klee haben nun wirklich mehr zu bieten – und das haben sie bereits bewiesen und das werden sie wieder tun.
Auf „Zwischen Himmel und Erde“, ihrem leichtesten Werk, werden die prägnanten Radiosongs aber irgendwann zur Endlos-Konserve, die frühere prickelnde Erotik ist ganz weggeflogen und wir finden Zitatpop, der doch gar keiner sein will.
Das Album ist so langweilig wie Wanderferien an der Ostsee, so monoton wie das endlose Hellgrün der Küstengräser, so kalt wie der Potsdamer Platz in Berlin. Mit „Liebe mich Leben“ (hier wird die Kälte als tanzbarer Pluspunkt genutzt) besitzt die CD gerade mal einen Hit. Der Rest ist passabler Durchschnitt, aber so richtig schlecht können Klee gar nicht sein.
Seit 4. August 2006 im Handel.
Anspieltipps: Für immer; Liebe mich Leben
Trackliste: 1) Für immer; 2) Die Stadt; 3) Nicht ein Wort; 4) Dieser Fehler; 5) Zu anderen Ufern; 6) Unsere Liebe; 7) Mit deinen Augen; 8) Liebe mich Leben; 9) Ich vermiss dich; 10) Der größte Moment; 11) Bis an den Rand der Klippen; 12) Am Ende der Liebe
similar artists: Ralley (Klee vor Namenswechsel), Wir sind Helden, Paula, Mia, Zweiraumwohnung
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Bio:
Klee sind eine Kölner Band, sozusagen der Gegenentwurf zu den Berliner "Wir sind Helden". Das Trio besteht aus Sängerin Suzie Kerstgens, Tom Deininger (g) und Sten Servaes (piano). Einige Jahre nannten sie sich "Ralley".
2002 kam dann ein neues musikalisches Konzept und der neue Name Klee (Geißblatt, engl.: honeysuckle), welcher erstmals für das Album „Unverwundbar“ eingesetzt wurde. Das nächste Album "Jelängerjelieber" (2004) schien den Durchbruch zum Erfolg zu garantieren, abgemischt in den Conny Plank Studios von Peter Schmidt (Rosenstolz) und Jem (Virginia Jetzt!), Toningenieure der ersten Wahl.
Derweil ist der Nachfolger bereits im Kasten. Als Vorbote erschien im Juli 2006 "Die Stadt". Klee blieben ihrem Stil offenbar treu. Verträumte und melancholische Texte finden ihre entsprechende Untermalung im Sound. Das zeigt auch das Album "Zwischen Himmel Und Erde", das Anfang August das Licht der Welt erblickte. Mittlerweile haben Klee Zuwachs bekommen. Auf dem Album erweitern Drummer Daniel Klingen und Bassist Pele Götzer das bisherige Line Up um Suzie, Sven und Tom um zwei weitere feste Mitglieder.
Diskographie:
> Unverwundbar (2002)
> Jelängerjelieber (2004)
> Zwischen Himmel und Erde (2006)