1 | Headcat (mit Lemmy Kilmister) – Walk the Walk… Talk the Talk | Rock ‘n’ Roll | Niji | 7.5/10 – S. Grünig
“Walk the Walk…

Talk the Talk”: eine rotzige Hommage an Chuck Berry und Little Richard. Das Retro-Album liebäugelt mit Haartollen, Brigitte Bardot und dem Petticoat – ein cooler Rückblick in die Fifties und Sixties. Aber, wer steckt eigentlich hinter Headcat? Mit Lemmy Kilmister (Motörhead), Slim Jim Phantom (The Stray Cats) und Danny B. Harvey (Rockats und Lonesome Spurs) ein wirklich wilder Haufen, welcher – auf ihrem bereits dritten Werk(!) - frohlockend in der Erinnerungen schwelgt. „Walk the Walk… Talk the Talk“ amüsiert, verinnerlicht den damaligen Lifestyle und tut einfach nur gut – wer kann hier noch still sitzen? Let’s swing…
2 | Kendrick Lamar - Section.80 | West Coast Rap | Top Dawg Entertainment | 8.0/10 – T.Imbach

Direkt aus Compton und klingt nur ein bisschen danach - die nasale Stimme kann man mögen, muss man aber nicht, die Worte hingegen sind "food for thought" für lange und die einfallsreichen Beats zwar nicht immer stilsicher, aber wenn sie in Zeitlupe niedergehen und durch jazzige Samples Aufwind kriegen, bietet "Section.80" mit den besten Hip Hop des Jahres.
24 | The Dead Trees - What Wave | Folkrock | Affairs of the Heart | 5.5/10 – Ph. Feer
Es sind die

Dead Trees, die mit ihrem zweiten Album für die heurige Sommermelancholie zuständig sind. Der anfängliche Kracher „My Time Has Just Begun“ reitet mit ausschweifendem Gesang und blumigen Einsprengseln auf der Welle, taucht aber zum Schluss gerade noch rechtzeitig unter: „No, you don't have fun!“ Mit der Welle sind natürlich die 60ies gemeint; die blumigen Ideen, der ausschweifenden Gitarrensoli, die skurrilen Chöre, die mal sanften, mal überbordenden Stimmen und die sentimentalen Lyrics. Bei den Dead Trees wird nach Rezept alles auf knapp 30 Minuten vorgelegt und entsprechend glaubwürdig von Hippie Noah Georgeson produziert. Mehr nicht.
24 | Rubin Steiner & Ira Lee - We Are the Future | Experimental, HipHop | Platinum | 6.0/10 – Ph.Feer

Dass aus der Kollaboration des französischen Electronic und Free Jazz DJs Rubin Steiner und dem Rapper Ira Lee aus Kanada eine grosse bunte Überraschung werden könnte, dass konnte man erahnen. Dass die beiden aber auf ihrem ersten Song "Style" ohne Augenzwinkern alle bekannten Musikstile aufzählen und unterlegt von nervösen Beats, die sich hinter dem vergleichsweise trockenen Sprechgesang von Lee verstecken, dies als ihren Style verkaufen, das ist so furchtbar naiv wie amüsant, dass es einem die Sprache verschlägt. Der Übermut der Beats und Worte bleibt auch in den folgenden 30 Minuten erhalten, auch wenn die einzelnen Styles in den folgendes Songs separat angeschlagen werden und vor allem in den souligen und bluesigen Songs viel Ruhe einkehrt. Gerade dank dem Undergroundstempel können sich die beiden den Überschwang, den Mix aus Rock, Soul, Electronic und selbst die markanten und trivialen Botschaften erlauben.
27 | Jimmie Vaughan - Plays More Blues, Ballads & Favorites | R&B | Proper Records | 8.5/10 – T.Imbach

Die Zeit ist still gestehen, wie es scheint - "Plays More Blues ..." hätte auch vor einem halben Jahrhundert erscheinen können und genauso grossartig geklungen. Anders als sein berühmter Stevie Ray Vaughan bleibt Jimmie so immer auf der geschmackssicheren Seite.
Juni | SBTRKT – SBTRKT | Garage | XL/Beggars | 7.5/10 – T.Imbach

Ob nun im Gewand edlen und loungetauglichen NuJazz auf "Time to Rearrange" oder als grossartiger Dub-Garage-Amalgam mit SBTRKT - Aaron Jerome lässt den Trip Hop weiterleben. Highlights sind das deepe, an Flying Lotus erinnernde "Sanctuary" und "Wildfire" mit Little Dragon.