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Kwest & Chocolococolo - Off Beat (OST)

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von Patricia D'Incau am Samstag, 3. Dezember 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Hip-Hop  |  Label: Mundartisten Records (Irascible)  |  Unsere Wertung: 9.0/10

Off Beat OSTAlles falsch, alles richtig.
Die Künstler Kwest und Chocolococolo aus dem Hause der Mundartisten liefern den Soundtrack zu Jan Gassmans neuem Film „Off Beat“ – eine facettenreiche Vertonung des Lebens abseits des geregelten Alltags.

Ein gescheiterter Rapper. Ein Leben im Rausch. Eine zerbrochene Beziehung zwischen zwei Männern und ein bitterer Konkurrenzkampf unter Brüdern. Das ist der Film „Off Beat“. Der Berner Rapper Chocolococolo (Hans Jakob Mühlenthaler) verkörpert den Protagonisten des auf Leinwand gebannten Dramas und liefert, zusammen mit Mundartist-Kollege Kwest, den zweiteiligen Soundtrack zum Film. Ein Gesamtwerk über den Kampf gegen andere, gegen sich selbst und gegen die Tristesse des Lebens.
 
Der Begriff „Off Beat“ bezeichnet fachsprachlich die melodischen Einschübe zwischen oder nach einem Beat. Dieses Prinzip ist filmisch und musikalisch kunstvoll umgesetzt worden: Während sich die Hauptfigur auf der Leinwand abseits des Alltags - dem Rhythmus des Lebens - bewegt, wird auf der A - („Off“-) Seite des zweiteiligen Soundtracks auf klassische Hip-Hop-Beats verzichtet. Wort und Melodie sind die zentralen Elemente. Sie lassen sich Raum - und vereinen sich in sonderbarem Zusammenspiel, wie im Track „I loufe dür d Stadt“, zu einem mitreissenden Ganzen.


„Off“- und „Beat“-Platte
Der erste Teil des Soundtracks, die „Off“-Seite, schlägt sanfte aber ernsthafte Töne an. „I hane Verchältig vor Coolness, wo die Lüüt verstrahle“, heisst es im Text zu „Grossstadtgeflüster“. Eine ungeschönte Beschreibung der Lebensrealität - nicht wehmütig oder übertrieben emotional, sondern lakonisch. Das ist die Besonderheit der „Off“-Tracks: Wie die kalte, klare Winterluft fahren die Musikstücke durch Mark und Bein. Die Platte verkörpert rohe Poesie: lyrisch und doch verständlich.

Die „Beat“-Seite verkörpert das ausgelassene Gegenstück der A-Platte. Während der Eröffnungstrack mit dem Titel „Schlusssong“ noch an die „Off“-Scheibe anknüpft, wachsen die melodischen Töne im zweiten Stück zu einem ausgebildeten Beat heran. Augenblicklich dominieren Rhythmus, schnelle Gangart und hitzige Texte. In den letzten 15 Minuten verblüffen die Mundartisten ein weiteres Mal: der Track „217 Days“ ist mit Gitarrenriffs unterlegt - und Neo-Mundartist Orlando Menthol komplettiert mit drei Elektrostücken die Palette der Musikrichtungen.

Die Machart des Soundtracks zu „Off Beat“ ist beeindruckend. Songs, eingeschobene Gesprächsfetzen und Melodiefragmente fliessen ineinander und verleihen der Platte die Charakteristik eines Snippets. Nebenbei wird mit Klischees aufgeräumt: Kritiker deklarieren das Genre „Rap“ gerne als eine platte Verwechslung von „Gefühls-“ und „Kraftausdruck“. Die Mundartisten und ihre Gefährten beweisen aber, dass Sprechgesang durchaus eine empfindsame Angelegenheit ist. Kunst kennt keine Konvention. Auf dem Soundtrack eines Films über die Rap-Szene findet jegliche Stilrichtung ihren Platz.

„Alles falsch, alles richtig“ lautet die Subline von „Off Beat“ – der Hörer hat die Wahl.

Seit 4. November 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite (Film) > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Grossstadtgeflüster
> Gspürsch wi dr Wind dreäit?
> I loufe dür d Stadt
> Original
> Battle
> The Dawn

Diskographie:

> Gift (2002)
> Burebuebe EP (2004)
> Blauäugig (2006)
> Chrigu (2007)
> Mundartisten (2010)

Ähnliche Künstler:

> PVP
> Baze
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