La Phaze - Fin De Cycle (2005) |
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| von Severin Bellwald am Donnerstag, 22. September 2005 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Electronic
Label/CH-Vertrieb: Because Music/Warner Unsere Wertung: ![]() Phaze fataleManchmal führt ein simples Rezept zu absolut erstaunlichen Resultaten. Im schlimmsten Fall bedeutet dies, dass ein alter Internetwitz unterlegt mit dem Theme einer 80er Jahre Actionkomödie und vorgetragen von einem mässig attraktiven Frosch wochenlang an der Spitze der Charts thront. La Phaze befinden sich als Vertreter des Undergrounds glücklicherweise am anderen Ende der Kette, bedienen sich aber ebenfalls einer simplen (und funktionierenden) Idee. Dieser bedarf es auch, denn die Musik, die sich selbst als Underground versteht, kämpft oft mit dem, was sie dem Mainstream vorwirft. Man kopiert und wiederholt sich selbst, bis der Zuhörer staunt, wie klein die Möglichkeiten zu sein scheinen. Stilmittel wie scratchen und rappen werden runtergeleiert, ohne dass jemand danach fragt, ob es hier überhaupt am richtigen Ort sei.
An dieser Stelle kommt das simple Rezept, nach dem „Fin De Cycle“ entstanden ist, zum Einsatz. Speziell sind nicht die Zutaten, sondern die Art der Zubereitung. Hip Hop, Drum`n`Bass, Jazz, Dancehall, Punk und Dub, alles wird in eine Zentrifuge geworfen und ordentlich beschleunigt. Die Geschwindigkeit ist die ausschlaggebende Komponente bei einer solchen Mischung. Vorgetragen in hohem Tempo, mit dem Vorwärtstrieb und der Durchschlagskraft eines führerlosen Güterzuges, wird aus den unterschiedlichen Prägungen eine funktionierende Einheit. Meist ist ein elektronischer Klangteppich Grundlage der Songs, darüber schnelle Breakbeats, ragga-typische Raps und einige dub-ähnliche Effekte. Der kleine Trick, den Synth im Hintergrund ein paar harmlose, unauffällige Akkorde spielen zu lassen, die plötzlich von wesentlich gewaltigeren Gitarrenklängen übernommen werden, funktioniert bestens und katapultiert die jeweiligen Tracks in andere Sphären. Am besten zu beobachten ist diese Explosion bei „Dangerous Dub“, das anfangs recht schmal und auch ein bisschen nervig daher kommt, mit Einsatz der Gitarren aber zum Stimmungsmacher mutiert. Wie gut der ganze Stilmix gelingt, wird auch durch die Tatsache klar, dass je näher ein Song einem bestimmten Stil kommt, desto mehr verliert er an Reiz. So ist etwa „Réalité à Chaud“ zu nah bei Hip Hop, oder „Scott“ zu nah bei Punk und Ragga (auch wenn die Trompete gegen Ende wieder ein Plus ist). Leider muss man in der zweiten Hälfte der Scheibe und spätestens nach „Rude Boy“ feststellen, dass La Phaze die enorm hohe Pace, die sie sich selbst gesetzt haben, nicht bis zum Schluss durchhalten können. Als schwächster Song ist der neun Minuten lange Abschluss „Colours“ zu betrachten, der irgendwo zwischen House und Progressive im luftleeren Raum hängt. Vor allem die erste Hälfte von „Fin De Cycle“ fasziniert mit schlichten, aber sehr druckvollen Beats, wer aber nicht von Beginn weg überzeugt ist, wird La Phaze kaum lieben lernen. Ein Klick wert ist übrigens auch die Page des Labels. Dauert auch nur eine Sekunde. Ich schwör`s… Seit 22. Juli 2005 im Handel. Anspieltipps: Nouveau Défi; Assault Final; Rude Boy ; D&B Show Trackliste: 1) Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst JavaScript aktivieren, damit du sie sehen kannst ; 2) Nouveau Défi; 3)Assault Final; 4) Dangerous Dub (Wiyak) (feat. Mouss & Hakim) ; 5) Développement Durable (Pour Chômeurs De Long Durée) ; 6) Réalité à Chaud ; 7) D&B Show ; 8) L`Embardée Fatale (Lite Up The Night) ; 9) Rude Girl ; 10) Rude Boy ; 11) Scott (feat. Rocky Sight) ; 12) Inside My Brain ; 13) Coulers ; 14) Colours (feat. O`Nili) similar artists: Asian Dub Foundation, Djins, The Cinematic Orchestra > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: La Phaze, 1999 von Damny Baluteau (Vocals, programming u.a.) und Arnaud Fournier (Gitarre, Trompete, Sax, u.a.) gegründet, veröffentlichten im selben Jahr noch eine selbst produzierte CD, die sie selbst als Mischung von Free-Jazz und Drum`n`Bass bezeichnen. Später wurden sie durch den Zuzug von DJ Nevrax zum Trio und veröffentlichten in dieser Besetzung bisher 3 Alben. Wer es genau wissen will, informiert sich am besten im gut besuchten und aktiven Forum auf ihrer Homepage. Diskographie: > Cushy Time (EP/ 2001) > Pungle Roads (2002) > Fin De Cycle (2005)
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