Laura Cantrell - Humming By The Flowered Vine (2005) (Matador/Musikvertrieb) |
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| von Severin Bellwald am Dienstag, 21. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
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Madison Square Dance Garden “I`ve been thinking about you, about change, about life” singt Laura Cantrell in What You Said. Ausformuliert werden indes nur die Gedanken über das Leben und die Menschen. Bei Veränderung begibt man sich vergebens auf die Suche. Das Paradoxon von Country aus NYC wird denkbar einfach aufgelöst: Der urbane Einfluss beschränkt sich auf die Texte sowie seltene E-Gitarren Einsätze, die ein wenig (!) an Rock erinnern. Im Übrigen verweilt man bei den klassischen Rhythmen und Melodien, die von Lauras klarer Stimme mit leicht zugänglichen Texten begleitet werden. Natürlich muss man dazu sagen, dass Laura Cantrell nie den Anspruch zur Innovativität gestellt hat. Sie ist bemüht, die Schönheit des Alltags und der kleinen Dinge hervorzuheben, Erinnerungen zu pflegen und den jetzigen Moment als aussergewöhnlich zu empfinden, weil sie Teil daran hat. So besingt sie in 14th Street den Moment, eine Strasse entlang zu laufen, in Letters die Freude, einen Brief zu erhalten oder erinnert sich in Khaki & Corduroy und Old Downtown früherer Zeiten. Mit der Piano-Ballade Bees, welche einem verstorbenen Freund Cantrells gewidmet ist, erfährt das Album seinen gefühlvollsten und gleichzeitig einzigen Song, der nicht an der Oberfläche bleibt. Der Herzschlag des Zuhörers scheint sich dem tiefen Bassrhythmus anzupassen und die helle Stimme fährt einem sanft wie der Streicher einer Violine über die Gedanken. Grundsätzlich kennt diese Scheibe zwei Tempi: Songs mit einem Square Dance typischen Drive, die so rund und makellos daher kommen, dass es eigentlich Circle Dance heissen müsste und bedächtige Balladen. Die Vermischung findet problemlos statt. Ideale Musik für müde Geister, die nach einem langen Tag nicht mehr selber denken und nur noch eine Gute Nacht-Geschichte hören wollen. Die oft gepriesene Tiefe und der Soul in Cantrells Stimme blieben mir jedoch weitgehend verborgen. Möglicherweise bin ich durch den Vergleich zu Shelby Lynne – die beides hat – zu voreingenommen. Humming By The Flowered Vine strengt nicht an, füllt unauffällig die leeren Ecken des Raumes mit feinen Klängen, dringt aber nicht in die Tiefe vor. Wer einen Kuss auf die Wange will, der möge die Augen schliessen und hinhören. Ab 21. Juni 2005 im Handel. Anspieltipps: 14th Street, Old Downtown similar artists: Lucinda Williams, Shelby Lynne > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Geboren und aufgewachsen in Nashville kam Laura Cantrell früh mit Country in Berührung und arbeitete im Sommer vor ihrem Studienbeginn als Führerin in der Country Music Hall of Fame. Während ihres Studiums der Rechtslehren an der Columbia University in New York hatte sie erst ihre eigene Sendung beim Studentenradio und später bei einem bekannten Sender aus New Jersey. Als Sängerin trat sie mit „They Might Be Giants“, „The Bricks“ und anderen auf, bevor sie 2000 ihr erstes Solo-Album veröffentlichte. Beruflich war sie zu dieser Zeit bei der Rechtsabteilung der Bank of America in New York beschäftigt. Diese Position gab sie 2003 auf, um sich voll der Musik widmen zu können. Diskographie: > Not The Tremblin` Kind (2000) > When The Roses Bloom Again (2002) > Humming By The Flowered Vine (2005)
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