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Laura Veirs - July Flame

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von Philippe Feer am Dienstag, 16. Februar 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop, Singer/Songwriter  |  Label: Bella Union (Irascible)  |  Unsere Wertung: 8.5/10

July FlameSommernachtsfest
Laura Veirs ist nicht (mehr) bloss Laura Veirs. Mit dem hochgeschätzten Multinstrumentalisten Karl Blau und ihrem langjährigen Produzenten Tucker Martine entsteht erstmals ein perfekt ausgeklügeltes und nachdenkliches Popalbum, das weiterhin verspricht, was wir schon an der alten Laura Veirs schätzten.


"Oh I can see your tracks
But I won't follow them
 I'll just hope for rain
Or some kind of crazy wind
To erase them
And chase them into oblivion"

Das persönliche, aber leicht plätschernde „Saltbreakers“ vor zwei Jahren war ein kleiner Dämpfer. „July Flame“ ist genau das, was nach dem erstmals wegweisenden Album „Years of Meteors“ und der hohen Beachtung damals noch gefehlt hat. Laura Veirs sieht man jetzt genau das an, was sie uns mit „July Flame“ ans Herz legt und folgt ihr augenblicklich. Manch einer hat die ausgebildete Geologin mit dem spitzbübischen Aussehen schon ein wenig vergessen. Das neue Album "July Flame" ist der kantige Sprung zwischen dem bedrückenden Winter und dem ausgelassenen Sommer. Der Frühling wird - wie unter modernen klimatischen Bedingungen - gnadenlos übersprungen.

Laura Veirs hockt mit Band im Iglu eingeschlossen und malt sich aus, wie schön der kommende Sommer sein müsse. Dabei wechselt  ihr Empfinden ständig. Der beinahe unheimlich Titelsong "July Flame" ist ein fragender und unsicherer Ruf nach Geborgenheit: "Ashes of a secret heart / Falling in my lemonade. Bloss ein Feuerzeug weist den Ausgang aus dem Iglu, doch wie gut  dann das geheimnisvolle Herz wärmt und die Limonade schmeckt, bleibt im Dunkeln. Anfangs leitet der Rhythmus des Schlagzeugs und der Gitarre, dann bleibt die Stimme von Veirs hängen und zum Schluss - als man es fast nicht erwartete - rückt ein ganzer Chor in den Vordergrund, der alles mit ihr durchsteht.

Schöner ist nur noch der gefühlvolle Folkpopsong "Sun Is King", wenn die Harmonien von Jim James (My Morning Jacket) und die Pedal Steel von Chris Funk (Decemberists ) einsetzen und laut mitträumen. "Where Are You Driving?" ist einer von drei Songs, die von Karl Blau stimmlich (sonst Bass, Saxophon usw.) begleitet werden, was wiederum wundervoll passt. Der plötzliche Abbruch des Songs wirkt geschickt und zeigt, dass sie keinen Hit - auch nur wegen der guten Melodie - unnötig verlängern würde. Ihr Partner und Produzent, Tucker Martine, vervollständigt das kongeniale Trio und zeigt auch als Drummer, dass sich die drei nun wirklich gefunden haben.

Fröhlicher Höhepunkt ist das ausgelassene "Summer Is the Champion", das mit einer ordentlichen Prise Funk zum Tanzen auffordert. Laura Veirs intelektuelle Brille ist zwar allgegenwärtig, aber auch so natürlich! Ihre Worte sind voller Metaphern, die aus dem Mund einer Wissenschaftlerin, die zur Musik greift, niemals gesucht wirken. Es ist erstaunlich wie eigenartig und doch verständlich ihre Bildsprache ist.

"July Flame" ist eine naiv-herzliche Lobpreisung an die wärmste Jahreszeit aus der winterlichen Perspektive. Neben den vorsichtigen Momenten strotzt dieses Album vor intensiven und ehrlichen Gefühlen, so dass man wünschte, der Sommer würde genau so werden - mit all den Zweifeln, Ängsten und Richtungswechseln.

Seit 15. Januar 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Laura VeirsAnspieltipps:
> July Flame
> Sun Is King
> Where Are You Driving?
> Summer Is the Champion
> When You Give Your Heart

Diskographie:
> Laura Veirs (1999)
> The Triumphs & Travails of Orphan Mae (2001)
> Troubled by the Fire (2003)
> Carbon Glacier (2004)
> Year of Meteors (2005)
> Saltbrakers (2007)
> July Flame (2010)

Ähnliche Künstler:
> Feist
> Mirah
> Dawn Landes
> St. Vincent
> Frida Hyvönen
> Fiona Apple
> Julie Doiron
> Aimée Mann
> Camera Obscura
> Bowerbirds
> Monsters of Folk
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