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Leela James – A Change Is Gonna Come (2005)

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von Tobias Imbach am Sonntag, 2. Oktober 2005 in Neuerscheinungen   

Genre:
Soul, R’n’B
Label:
Warner Bros. Records
CH-Vertrieb:
Warner Music
Unsere Wertung: Leela James – A Change Is Gonna Come (2005)

Bis zum Herz
Leela James – A Change Is Gonna Come (2005) Mit einer Armada an bedeutenden Black Music-Produzenten im Rücken (u.a. Kanye West, Raphael Saadiq, Vikter Duplaix …) wird die bis anhin relativ unbekannte Leela James ins Scheinwerferlicht gerückt und beglückt mit erdigen und nostalgischen Soul-Klängen.

Möchte man sich im von weichgespültem Unsinn verseuchten R’n’B-Sumpf der Jetztzeit auf die Suche nach Schätzen begeben, muss man fraglos abgehärtet sein. Wird man fündig, lässt die heilende Wirkung die Strapazen allerdings schnell vergessen. Ein Heilmittel erster Güte stellt erfreulicherweise auch das hier besprochene Album dar. Dessen Titel ist Programm: Leela James möchte mit ihrem Debüt einen Umschwung im Genre bewirken, dessen Zeit schon lange gekommen ist. Natürlich erfindet Leela James den Soul nicht neu, das hat sie auch gar nicht vor – sie möchte dem Rhythm den verloren gegangenen Blues, der Soulmusik die Seele wiedergeben. In qualitativer wie kommerzieller Hinsicht erfolgreiche  Acts wie John Legend oder Alicia Keys sollten eine weitere Mitstreiterin in der Sache für “richtige Soulmusik“ erhalten, ein löbliches Vorhaben also. Das stilvolle Intro lässt hoffen, das darauf folgende “Music“ sorgt dann schon für erste Glücksgefühle. Die grösstenteils eher langsamen, bluesigen Klänge, die von der bekannten Produzentenschar geschmackvoll mit Funk-, Gospel- und Pop-Elementen bereichert wurden, stellen die optimale Untermalung zu ihrem rauen, leidenschaftlichen und vor allem wundervollen Gesang dar. Jener erinnert an grosse Soul-Ladies wie Aretha Franklin oder die frühe Chaka Khan.
Absolut perfekt ist “It’s Alright“, das vermutlich beste Stück auf “A Change Is Gonna Come“. Kanye West liefert einen weiteren eigentlich unnötigen, aber äusserst erfreulichen Beweis für sein extraordinäres Können, das Stück mit seinem melancholischen Streicher-Sample ist umwerfend schön. Genauso fantastisch die anderen oft schwermütigen Soulballaden, da stimmt einfach alles. Ein weiteres Highlight stellt das Titelstück dar, bei dem es sich um eine Re-Interpretation des traumhaften Klassikers von Sam Cooke handelt. Ebenfalls erwähnenswert ist das mutige “Don’t Speak“ - Leela James verwandelt den Hit von No Doubt in einen weit vom Original entfernten Soulsong mit viel Tiefe und voller glänzender Schönheit.   
Die schnelleren Stücke auf “A Change Is Gonna Come“ fallen im Gegensatz dazu etwas ab: Ist “Good Times“ noch eine in einzelnen Parts etwas schwache aber trotzdem gefällige und funkige Disconummer, erinnert mich das von Wyclef Jean zweifellos routiniert produzierte “Ghetto“ etwas zu sehr an einen Mix aus Shaggy und Destinys Child (ja, das klingt wirklich so schlimm wie sich’s liest).
Trotzdem: Für Black Music-Liebhaber führt im Moment kein Weg an Leela James vorbei. Anhören!


Seit 1. Juli 2005 im Handel.

Anspieltipps: Music, My Joy, It’s Alright
Trackliste: 1) Intro; 2) Music; 3) Good Time; 4) Ghetto; 5) Slappy (Interlude); 6) Soul Food; 7)Rain; 8) Married (Interlude); 9)When You Love Somebody; 10) Mistreating Me; 11) Don’t Speak; 12) Bummy (Interlude); 13) My Joy; 14) It’s Alright; 15) Didn’t I; 16) Prayer; 17) I Know I Been Changed (Interlude); 18) A Change Is Gonna Come; 19) Long Time Coming
similar artists: Keysha Cole, Joss Stone, Alicia Keys

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb
 
Bio:

Leela James wurde vor 23 Jahren in Los Angeles geboren und sammelte durch Auftritte in Gospelchören schon in frühem Alter erste musikalische Erfahrungen.  Die geplante Karriere als Leichtathletin musste die junge Leela James aufgrund einer Verletzung aufgeben, beschäftigte sich aber dadurch mehr mit der Musik. Während ihrer Schulzeit wurde ihre Begabung entdeckt, der Aufstieg zur erfolgreichen R’n’B-Sängerin konnte beginnen. Nach mehreren Verzögerungen erschien in diesem Jahr nun endlich ihr Debüt. Die Songs auf jenem schrieb die Dame mit der lässigen Haarpracht meistens selbst, unterstützt wurde sie von aussergewöhnlich vielen namhaften Produzenten.  

Leela James – A Change Is Gonna Come (2005)
Diskographie:
> A Change Is Gonna Come (2005)



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