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Lento - Live Recording 8.10.11

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von Severin Kolb am Montag, 30. April 2012 in Neuerscheinungen   

Genre: Stoner, Sludge, Doom, Instrumental  |  Label: Denovali (Creative Eclipse)  |  Unsere Wertung: 6.0/10

Lento Live RecordingStandpunkt Perugia 8.10.11
Live-Alben sind ein gutes Mittel für Urgestein-Karriereüberblicke oder für die Dokumentation von Bands, die live mehr zu sagen haben als auf Studioalben. Doch was, wenn man erst zwei Alben auf dem Buckel trägt und klanglich extrem ausdifferenzierten Metal spielt, der live die differenzierte Klanglichkeit einbüssen kann?

Um eines klarzustellen: Lento ist definitiv eine der vielversprechenden jungen Metalbands aus Europa. Wenige Bands entzaubern ihren Instrumenten eine so gewaltigen Reichtum an Ausdrucksmöglichkeiten. Auch grooven können sie, wie sie auf den beiden Studioalben locker unter Beweis gestellt haben.
In Perugia haben sie am 08.10.2011 ein kurzes und energiegeladenes Set gespielt. Die Kompositionen haben durchaus was zu bieten. Sie sind dominiert durch zähflüssige, monotone Riffs, denen die jungen Italiener trotz den beschränkten Mitteln eine ungeheure Bandbreite abgewinnen. Die Tempi machen mal dem Namen der Band alle Ehre, mal sind sie treibend wie eine Jägermeute. Nicht zu sparsam streuen sie überraschende Effekte ein, wie einen markerschütternden „Schrei“ in „Still“, der auch dem Saxophon von John Zorn entlockt worden sein könnte. „Need“ überrascht hingegen durch das Wildern in den Bereichen des Post-Rock.

Die einzelnen Tracks fliessen durch Drones und Störgeräusche ineinander und werden nur an wenigen Stellen durch Beifall unterbrochen. Die Klangqualität geht in Ordnung, aber die so dichten Gitarrenwände verschwimmen manchmal in einen etwas zu basslastigen Brei. Das ist schade, weil die Kompositionen von Lento zu einem grossen Teil auf einer sehr differenzierten Abstufung von Klangflächen beruhen und viele Nuancen verloren gehen. Verabschiedet werden die Gäste durch eine Kakophonie sondersgleichen, mit so viel  Feedback, dass man annehmen könnte, die Gitarristen seien direkt in die Verstärker gekrochen.
Warum man eine Live-CD auf den Markt bringt, wenn man erst zwei CDs veröffentlicht hat, erschliesst sich mir nicht direkt. Dazu kommt eine ziemlich geringe Spielzeit von gut 40min und es befindet sich nur ein einziges neues Stück ("Vault") auf der Platte. Es gibt kaum Vorzüge gegenüber den Studioalben. Deshalb ist diese Rezension nichts anderes als ein Imperativ, sich die beiden Studioalben zuzulegen.

Übrigens: "Icon" gibt es hier umsonst auf.

Seit  23. März 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Label > Vertrieb

Anspieltipps:

> Still
> Vault

Ähnliche Künstler:
> Karma to Burn
> Pelican
> Weedeater
> Moss
> Asva
> Behold the Arctopus
> Electric Wizard

Diskographie:
> Earthen (2007)
> Icon (2011)
> Live Recording (2012)
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