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Les Ogres de Barback - Du simple au néant

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von Tobias Imbach am Donnerstag, 5. Juli 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: World/Folk-Mix, Rock
Label: Irfan
CH-Vertrieb: RecRec
Unsere Wertung: Les Ogres de Barback - Du simple au néant


Fertig mit der Feierei
Du simple au neantZum Jubiläum rausgeputzt: Auf ihrem zehnten Album erscheinen die Ogres de Barback in einem erneuerten Klanggewand.

Gross die Zahl der Gäste, die eingeladen wurden (u.A. mit Kiki eine der 17 Hippies oder Magyd Cherfi, früher Zebda); das beachtliche Repertoire an Instrumenten um einige Schmuckstücke mehr erweitert - so oder so ähnlich verhielt es sich auch bei ihren letzten Alben schon. Dazu tat sich nun auch einiges an Neuem im Land der Oger von Barback. Zum ersten Mal wurden für die Produktion eines ihrer Alben externe Kräfte herbeizitiert (macht einen tollen Job: Nick Sansano (Sonic Youth, Noir Désir, Zebda)). Zudem überwiegen auf “Du simple du néant“ ernstere Töne. Es scheint ein wenig so,  als wäre, den zehn guten Gründen zum Trotz, genug gefeiert – zumindest für den Moment. Stärker als Ausgelassenes und Fröhliches ist nun gesellschafts-kritisches Gedankengut in ihren Chansons verpackt.

Auch in musikalischer Hinsicht schlägt sich dies nieder. Ihrer Verbindung von Tavernenmusik mit dem Balkan-Rock eines Emir Kusturica und den Chansons von Georges Brassens wurden einige kräftige Schüsse Melancholie verpasst. Die schönste und traurigste Melodie erklingt in “Pour tant qu'il y aura des hommes“. Umgeben von klagenden Streichern dröhnt eine dunkle, verzerrte Stimme, einen Blick in die Geschichte des letzten Jahrhunderts werfend. Interessant ist auch “Jerome“, dank Chorgesang und Kirchenorgel traumhaft und verzaubernd wirkend, aber gegen Ende leider etwas aus den Fugen geratend.

Ab und an dringt sie durch, diese fantastische Komponente, sich anfühlend wie Schritte durch einen verwunschenen Wald (oder so ähnlich, zumindest für jene, die eine rege Fantasie ihr Eigen nennen). Dank solchen zeitlos wirkenden Chansons manifestieren die Ogres De Barback ihren Ruf, eine der originellsten Bands Frankreichs zu sein,

Die Stücke die sich etwas abseits dieser Zeitlosigkeit befinden und stark von moderner Unterhaltungsmusik beeinflusst wurden, stechen hervor, dies aber meist nicht in besonders positivem Sinne. Der wabernde Bass und das triphopeske Schlagzeugspiel stehen “Brebis galeuses“ nicht besonders gut. Ähnlich verhält es sich mit der Punk-Eskapade “Ni dieu, ni dieue“, in der die Geschlechtsherrschaft in Religionen angeklagt wird. Ein unnötiger Beweis für Vielfalt, an sich vielleicht ganz gut, aber in dieses Album kann sich der Titel nicht einfügen und wirkt so reichlich deplatziert.

Diese wenigen Durchhänger vermögen den insgesamt positiven Gesamteindruck allerdings nicht wirklich zu trüben. Es bleibt ein originelles Album, das dank seiner besonderen Atmosphäre mehrmals zu wirklich grosser Form aufläuft.

Seit  25. April 2007 im Handel.

Anspieltipps: Marée basse, Et oui!, Pour tant qu'il y aura des hommes,
Trackliste: 1) Ma fille; 2) Marée basse; 3) Et oui!; 4) Pardon Madjid; 5) 50 ans; 6) Pour tant qu'il y aura des hommes; 7) Jérôme; 8) Brebis galeuses; 9) C'est beau; 10) Corinna; 11) Destin artificiel; 12) Vieux; 13) Con et blasé; 14) Pas bien; 15) Ni dieu, ni dieue; 16) Il ne restera rien
similar artists: Debout Sur Le Zinc, Les Hurlements d'Léo, La Rue Ketanou, Les Têtes Raides, Fabulous Trobadors

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Die Ogres De Barback sind vier Geschwister aus Frankreich, genauer aus Île-De-France. Fred, Sam, Mathilde und Alice Burguière (die beiden Schwestern sind zudem Zwillinge) sind allesamt Multiinstrumentalisten und spielen innerhalb einzelner Songs oft mehrere Instrumente. Zum Repertoire gehören da etwa Akkordeon, Trombone, Trompete, Tuba, Klarinette, Querflöte, Kontrabass, Gitarre, Klavier, Orgel, Schlagzeug und viele mehr. 1994 formierten sich die Geschwister, 1997 erschien mit “Rue De Temps“ ihr erstes Album. Chansons von Renaud bis Brassens, alternative Musik der Marke Mano Negra als auch die südosteuropäischen Klänge eines Goran Bregovic oder Emir Kusturica liessen die vier in ihre Musik einfliessen.
Im Verlaufe der letzten Jahre musizierten sie oft mit anderen Acts gemeinsam, darunter Sanseverino, Les Hurlements d'Léo, Tryo, Zebda oder die Fabulous Trobadors.

Les Ogres De Barback
Diskographie:
> Rue du Temps (1997)
> Irfan, le Héros (1999)
> Fausses notes & Repris de Justesse (2000)
> Croc'Noces (2001)
> Un Air, Deux Familles enregistré avec (2002)
> La pittoresque histoire de Pitt'ocha (2002)
> Terrain Vague (2004)
> Les Ogres de Barback et la Fanfare du Belgistan (2005)
> Avril et vous (2006)
> Du simple au néant (2007)


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