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Levy - Glorious

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von Michael Zuckschwerdt am Montag, 24. September 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Indie Pop
Label: One Little Indian Records
CH-Vertrieb: RecRec
Unsere Wertung:Levy - Glorious


In der Länge liegt die Würze nicht
GloriousAuf „Glorious“ befinden sich die Hits am Anfang des Albums. Dieses seucht leider an Gleichförmigkeit, weshalb sich das Anhören stimmungsmässig in eine zähe Abwärtsspirale verwandelt.

Mit Levy kommt ein süsses Früchtchen über den grossen Teich geschippert, direkt vom Big Apple, saftig frisch und glänzend poliert. Levy kann etwas, was viele andere auch gerne könnten: Einfache, eingängige und lockere Popsongs schreiben. Dazu verfügt seine Stimme, mit der er seine dazu passende Alltagspoesie verbreitet, über eine einnehmende Präsenz.
Den ersten beiden Songs „Glorious“ und „So Hard“ verhilft dies zu veritablem Hitpotenzial: Das Titelstück besitzt die grosse Geste einer Einladung in den Rittersaal, wirkt erhaben, versprüht Grandezza. Auch „So Hard“ ist wie gemacht zum Mitsingen im Stadion, von den Yeahs und Ohs könnte sich Bono noch eine Scheibe abschneiden.
Beim  Song vier („Mint“) setzt bei mir das Zaudern ein. Ich fühle mich stark an The Strokes erinnert, bloss rockt das Schlagzeug nicht und die Keyboards sind so weichgespült wie im Soundtrack einer Bambi-Verfilmung von Walt Disney. Ein unerwarteter kurzer Wechsel im Groove mahnt einen daran, dass es so was ja auch noch gäbe – aber nicht bei Levy.

In der Folge nehmen die Lichtblicke auf dem Album in der Zahl deutlich ab und glänzen zudem weniger hell. Ergo verfinstert sich auch beim Schreibenden die Stimmung und aus dem Rezensierenden wird fast ein Sezierender. Dieser plädiert für „Nicht schuldig“ und begründet seinen Unbill etwa so:

Unter den zehn Songs befinden sich einige mit Hitpotenzial, die alle für sich stimmig und gut anzuhören sind. Schwierig wird es aber diese in Serie zu konsumieren. Einerseits liegt dies am ausdrucksstarken, expressiven Gesang. Auf Dauer wird dessen Wirkung richtig penetrant, er durchdringt die ganzen Songs wie auch das ganze Album und ist, wie sich das für eine Popproduktion gehört, auch stark in den Vordergrund gemischt. Nirgends werden leise Töne angesungen, kaum eine Stelle, wo die Stimme auf andere Art und Weise in die Musik eingebettet wird.
Die Instrumentierung setzt leider dazu keinen Kontrast, sondern bläst ins gleiche Rohr. Immer wieder stelle ich mir vor, wie viel besser die Musik klingen könnte, hätte die Gitarre ab und zu mal etwas mehr Biss oder das Schlagzeug etwas mehr Druck. Am wenigsten goutieren kann ich die Keyboards, die fast ständig alles untermalen. Der Bass ist mir gar nirgends richtig aufgefallen. Sound im Sinne von Produktion ist auch Geschmackssache, aber nicht bloss damit liegt meines Erachtens einiges im Argen. Wie schon erwähnt, wird auch bei der Umsetzung der recht vorhersehbaren Songstrukturen viel Potenzial ungenutzt gelassen. Vielen Songs und wiederum dem Album als Ganzes, fehlt es an Spannung und Dynamik. Die Passagen, die wirklich leise sind, vermisst man genauso wie die Momente, die richtig loskrachen.

So wird aus dem Big Apple innert 43 Minuten schrumpliges Kernobst, aus saftig wird mehlig und während man anfangs noch freudig bubenhaft rülpst, fürchtet man sich nach dem Schlussakkord schon ein bisschen vor dem unausweichlichen Furz. Aber der reicht auch nicht zu mehr als zweieinhalb Punkten auf der Würzeskala.


Seit 24. September 2007 im Handel.

Anspieltipps: Glorious; So Hard; King James
Trackliste: 1) Glorious; 2) So Hard; 3) Mint; 4) King James; 5)Lady Nicole; 6)Holy Water; 7)Love And Pain; 8)Squeeze; 9) Your Demise; 10) Beneath ‘Em All
similar artists: Morrissey, The Beatles, Pulp, The Strokes

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
James Levy ist in Vermont, im Bundesstaat New England aufgewachsen. Bereits in jungen Jahren faszinierte ihn die Ausstrahlung der Stadt New York bis er schliesslich seinem Wunsch Folge leistete und seinen Wohnsitz dahin, genauer nach East Village verschob.
Musikalisch fand er sich alsbald in der so genannten Antifolk-Szene wieder, umgeben von so illustren Namen wie Regina Spektor, Adam Green und Moldy Peaches. James Levy spielte sich erst als Singer/Songwriter durch die Bars und gründete schliesslich 2003 eine Band unter seinem Namen.
2005 erschien auf One Little Indian das Debutalbum „Rotten Love“. Darauf zu hören gibt es zehn eingängige geradlinige Popsongs, die es ingesamt auf eine Spielzeit von weniger als dreissig Minuten bringen.
Mit “Glorious“ erscheint diesen Herbst das zweite Album.

Levy
Diskographie:
> Rotten Love (2005)
> Glorious (2007)


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