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Liars - Liars

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von Ivana Leiseder am Samstag, 15. September 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Experimental Rock
Label: Mute
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung:Liars - Liars


Metamorphose
LiarsDie drei Lügner aus Los Angeles präsentieren auf ihrem vierten Studioalbum das Resultat ihrer musikalischen Ich-Suche.

Am Anfang war der elektronisch unter- und ausgemalte Punk. Auf ihrem Zweitling allerdings machten sich Liars auf zur experimentell-lärmigen Gitarren- sowie Schlagzeugschlacht, die sie auf dem letztjährig erschienenen „Drum’s Not Dead“ titelgemäss keck zu Ende fochten. Dieser Tage kehren die drei Mannen aus Los Angeles nun mit einem Album zurück, das schlicht selbstbetitelt ist: „Liars“. Als wollten sie uns sagen: Das sind wir. Das machen wir. Tatsächlich hat das Trio sein charakteristisches Rhythmusgestotter verfeinert sowie verringert, den sperrigen Gitarrenflaum etwas konzentriert und den Gesang zumindest ein bisschen entstört - was nicht etwa heisst, dass Liars ohne Konzeptgedanke verdaulicher oder vorhersagbarer geworden seien. Vielmehr entnehmen sie nun verschiedensten Musikrichtungen die besten Elemente, um sie zusammen mit den Liar’schen Spezialitäten zu ihrer ganz eigenen Definition von guter, sprich: anspruchsvoller Musik zu machen. „Houseclouds“ beispielsweise ist eine groovige Elektronummer, „Leather Prowler“ verquerer Industrial, „What Would They Know“ ein ulkiges Noise-Experiment und „Pure Unevil“ schlicht lärmiger Avant-Rock. Auch synthesizerigen New Wave-Anleihen („Protection“) und psychedelischer 70er-Orgelei („Sailing To Byzantium“) ist man nicht abgeneigt. Liars scheuen keine Kombinationen oder Komplexitäten. Mit ihrem vierten Album liefern sie denn auch zweifelsohne etwas vom innovativsten Rockigen, das der Welt in den letzten Jahren zu Ohren gekommen ist. Aber wahrscheinlich auch etwas vom Anstrengendsten. Selten sind nämlich Melodien zu finden, tanzen oder mitsingen liegt bei dieser musikalischen Benebelung ebenfalls kaum drin. Wer sich allerdings gerne mit komplexer Gitarrenmusik zudröhnt und im wahrsten Sinne des Wortes ver-stört und –wirrt, liegt mit „Liars“ genau richtig. Kopfkino ahoi.


Seit 17. August 2007 im Handel.

Anspieltipps:
Houseclouds, Sailing To Byzantium, Protection
Trackliste: 1) Plaster Casts Of Everything; 2) Houseclouds; 3) Leather Prowler; 4) Sailing To Byzantium; 5) What Would They Know; 6) Cycle Time; 7) Freak Out; 8) Pure Unevil; 9) Clear Island; 10) The Dumb In The Rain; 11) Protection
similar artists: The Velvet Underground, Sonic Youth, Deerhunter, Xiu Xiu, Swans, Modey Lemon, Deerhoof

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Liars sind ein Experimental/Indie-Rock-Trio, bestehend aus dem Australier Angus Andrew (Gesang, Bass) sowie Aaron Hemphill (E-Gitarre, Moodswinger, Schlagzeug) und Julian Gross (Schlagzeug) aus Los Angeles.
Die Band wurde 2000 von Andrew und Hemphill in New York gegründet. Die beiden suchten kurz nach Gründung per Anzeige zwei weitere Bandmitglieder für die Rhythmussektion, die alsbald mit Pat Noecker (Bass) und Ron Albertson (Schlagzeug) gefunden waren. In dieser Formation nahmen Liars ihr erstes Studioalbum auf, das ihnen grosse Aufmerksamkeit insbesondere in der New Yorker Dance-Punk-Szene verschaffte. Zwei EPs folgten, bevor Noecker und Albertson aufgrund kreativer Differenzen die Band verliessen und durch Andrews alten Freund Julian Gross ersetzt wurden. Für die Aufnahme ihres dritten Albums zog das neue Trio dann nach Berlin, wo es auch heute noch angesiedelt ist. 2007 erschien nun das vierte Studioalbum der Liars, das sich zwar vom Konzeptgedanke der letzten beiden Alben wegbewegt, jedoch nicht minder komplex ist und wohl zu den wichtigsten Veröffentlichungen im Bereich Experimental Rock gehört.

Liars
Diskographie:

> They Threw Us All In A Trench And Stuck A Monument On Top (2001)
> Atheists, Reconsider [Split EP mit Oneida] (2002)
> Fins To Make Us More Fish-Like [EP] (2002)
> They Were Wrong, So We Drowned (2004)
> Drum’s Not Dead (2006)
> Liars (2007)


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