Da bislang jedes Album der Liars einen anderen Weg als der Vorgänger
einschlug, durfte man umso gespannter sein, wohin uns die drei Lügner
mit „Sisterworld“ entführen würden.
Das letzte, vor 2,5 Jahren erschienene, selbstbetitelte Album war verglichen mit den Vorgängern schon ziemlich geordnet und eingängig. Man denke nur mal an diese an die Ruinen von „Dark Side of the Moon“ erinnernden, wunderschönen Musiklandschaften im Schlusssong der Platte. Ähnlich ruhig, aber um einiges düsterer startet das neue Album. „I Found Her With My Scissor“ krächzt eine bedrohliche Stimme, die nur von Geigen und zarten „Uhhs“ und „Ahhs“ begleitet wird. Doch nach exakt 1.42 ist Schluss damit und die Liars prügeln das erste Mal so richtig los. Kurz, aber heftig. „No Barrier Fun“ und „Here Comes All the People“, die anschliessenden Songs, sind dann etwas gemächlicher und überzeugen mit eingängigen Refrains. Letzterer klingt gar wie ein Abzählvers aus dem örtlichen Kindergarten, wären da nicht diese pfeifenden und noisigen Gitarren, die einem immer wieder Schmerzen zufügen. Weitere Höhepunkte sind das mantraartige „Proud Evolution" sowie der Kracher „Scarecrows on a Killer Slant“, der mit seiner Power an die Unbeschwertheit der frühen Liars erinnert.
Man bleibt sich und dem Konzept des letzten Albums jedoch mehr oder weniger treu. Die Angst vor dem Song wurde definitiv besiegt und man arbeitete neu auch mit dem einen oder anderen klassischen Instrument. Herausgekommen sind 11 Songs, mal laut, mal leise die irgendwo zwischen Verträumt- und Trunkenheit wandeln. Zusammengehalten wird das Ganze durch die eben schon erwähnte düstere, befremdliche Grundstimmung, die sich wie ein roter Faden durch die Songs zieht. Und immer dann, wenn man meint, den Song oder gar den Verlauf des Albums vorauszusehen, überrascht das Trio mit unerwarteten Wendungen. Ein paar fiese Keyboard-Fiepser hier, ein paar Noiseattacken da. Meist dezent, aber äusserst effektiv.
„Sisterworld“ ist das erste Album seit „They Were Wrong, So We're Drownded“, das wieder in den Staaten aufgenommen wurde. Rochen die beiden vergangenen, teilweise Kraut und mit Bowie/Eno-Soundcollagen beeinflussten Alben nach Berlin, so klingt jetzt „Sisterworld" nach ihrer neuen Heimat Los Angeles. Doch wer hier den glitzernden Hollywood-Mythos sucht, der ist bei den Liars komplett falsch. „Sisterworld“ klingt vielmehr wie die Antithese zum ganzen verlogenen Ruhm und Glanz, und ist eine Hommage an den brodelnden Untergrund der Millionemetropole.
Seit dem 05. März im Handel.
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Anspieltipps:
> Proud Evolution
> Here Comes All the People
> Scarecrows on a Killer Slan
Diskographie:
> The Threw Us In a Drench..... (2001)
> They Were Wrong, So We Drowned (2004)
> Drum's Not Dead (2006)
> Liars (2007)
> Sisterworld (2010)
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> Battles
> Fridge
> Radiohead
> Public Image Limited
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