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L/O/N/G - American Primitive

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von Philippe Feer am Montag, 9. Mai 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop/Rock experimentell  |  Label: Glitterhouse (Irascible)  |  Unsere Wertung: 7.0/10

American PrimitiveDie Geschichte dahinter
Weiss man, wer hinter L/O/N/G steckt, dann hört man genauer hin. Das Projekt von Chris Eckman (Walkabouts, Dirtmusic) und Rupert Huber (Tosca) war immer ein Spagat in Zeit und Raum.

Die lange Geschichte kurz zusammen gefasst: Markus Huber – der Bruder von Rupert - blickt in seine Kindheit zurück. Seine Gedanken dazu geben den Input zu diesem Projekt. Zum Schluss findet er noch den passenden Namen für die Idee: „Here is my proposal: L/O/N/G. Plays with the Dateline, the transgression an the longing.“ Wir begeben uns auf Spurensuche.

Bevor man dem jungen Markus im Booklet lang in die Augen blickt, interessiert doch vorerst, ob dieses Experiment Genremix gut ging oder es sich bei solch versierten Musikern auf ihrem Gebiet nur ein Experiment bleibt. Die Sorge ist hier fehl am Platz! Wer die beiden nicht kennt, merkt nicht mal, dass der eine vom amerikanischen Folkrock und der andere von der elekronischen Sparte kommt, derart ganzheitlich und packend haben die beiden ihre erste Veröffentlichung gestaltet.

"American Primitive" ist sogar ein richtig ausgewogenes und vielseitges Album geworden: Der wütende Titelsong und das folkig harmonische Duett "Wrong Train Comin'" sind klassische Blickfänge, die beiden Instrumentals "Longitude Zero" und "Stockerau" sind wegen ihrer Roots und ihrem Elektrohintergrund fasizinierend und gehören auf Dauer zum besten Material auf diesem Album. Eckman und Huber kombinieren, ohne dass das andere fremd wirkt.

Dazwischen hat es interessante Lückenfüller wie karg jazzige "Dust", das von dumpfen Beats unterlegte "Shame This Darkness", das von Eckman gewohnt treibend stimmlich geführt wird, und das abschliessende repetive "Run of Days". Besonders schön sticht die Ballade "Night Fishermen" aus dem experimentellen, dichten Teich raus. Die beiden Fischer haben ihre Angeln ausgetauscht und perfektioniert, sich viel Zeit gelassen und mit den Gedanken von Markus Huber eine rätselhafte, aber nie fremde Welt eingefangen, die stimmungsvoll von der anfänglichen Wut in eine innere Unruhe springt. So ist das Heranwachsen. Hier kann man zuschauen.

Seit 1. April 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> American Primitive
> Longitude Zero
> Night Fisherman

Diskographie:
> American Primitive (2011)

Ähnliche Künstler:

> Tosca
> Walkabouts
> Dirtmusic
> Willard Grant Conspiracy
> Chris & Carla
> Lilium
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