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Manuel Bienvenu – Elephant Home (2005) (Asphalt Duchess/RecRec)

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von Tobias Imbach am Dienstag, 30. August 2005 in Neuerscheinungen   
Manuel Bienvenu – Elephant Home (2005) (Asphalt Duchess/RecRec)

Träumereien

Manuel Bienvenu – Elephant Home (2005) (Asphalt Duchess/RecRec) Lust auf ein schwermütiges und ganz, ganz langsames Album? Den passenden Soundtrack für verregnete Herbsttage noch nicht gefunden? Womöglich schafft Manuel Bienvenu Abhilfe.

Der junge Franzose entführt mit seinem Erstling “Elephant Home“ in eine ungewöhnliche Welt. Mit dem Kätzchen auf dem Cover fliegt man etwas mehr als 50 Minuten durch faszinierende Soundcollagen voller Sanft- und Schwermut und darf sich trotz der traurigen Grundstimmung rundum glücklich fühlen. Besonders ob dem Feingefühl, welches Manuel Bienvenu beweist. Schon in den ersten Minuten vermag der begabte Multiinstrumentalist ein ganz eigenes Klangbild aufzubauen. “… I know (here and there) some places where you can tango on the sidewalks of your mind“ teilt er uns ganz zu Beginn dieser Reise mit seiner schönen Stimme mit, die manchmal auffallend an jene Robert Wyatts (Soft Machine) erinnert. Die sachte musikalische Begleitung, bei der vor allem das Pianospiel im Vordergrund steht, mag teilweise schläfrig wirken, doch nicht selten trifft sie genau ins Herz. So auch in der filmmusikhaften, in textlicher Hinsicht obskur-genialen Spoken Words-Ballade “Mécanique Cantique“. Manuel Bienvenu untermalte seine Stücke mit verschiedensten Instrumenten (Bass, Glockenspiel, Klavier, …) oder wurde von Mitmusikern unter anderem mit Spiel an der Trompete oder am Schlagzeug unterstützt. Die entstandenen Laute weisen zum Teil  Parallelen zu der Filmmusik Morricones oder dem Post-Rock Tortoises auf.
“A Catbird And The Cage“ sticht, was die Musik betrifft, aus dem melancholischen Reigen heraus. Das Zusammenspiel von jazziger Percussion, Organ und coolem Bassspiel könnte man schon als groovig bezeichnen, wenn auch in einer überaus zurückhaltenden Form. Nur im kurzen Intermezzo drückt die Schwermut wieder durch. Besonders reizvoll wird das Hören auch durch die vielen kleinen Disharmonien, die den ruhigen Klängen noch etwas mehr Eigenständigkeit verpassen.
“Elephant Home“ ist sehr stimmig geraten, aber auch wenn ein gewisser Facettenreichtum sicher nicht abzustreiten ist, mag die nachdenkliche, lyrisch und musikalisch hervorragende Platte den einen oder anderen womöglich auch schwer langweilen.


Seit 7. Juli 2005 im Handel.

Anspieltipps:
Tango On The Sidewalks, Mécanique Cantique
similar artists: -

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Manuel Bienvenu begann in den 90ern mit dem aktiven Musizieren. Bald erarbeitete er sich einen guten Ruf als Multiinstrumentalist (Klavier, Trompete, Perkussion, Harmonium, Bass, Gitarre, Minimoog, Glockenspiel …)
1996 begann er für die französischen Bed Saxophon zu spielen, auf deren erstem Album übernahm er dann auch die Lead-Gitarre. 1997 gründete er mit Elodie Ozanne die Band Elm, von der bis jetzt zwei Alben erschienen sind. In der Zwischenzeit begab sich Bienvenu immer wieder mit beiden Projekten, vor allem mit letzterem, auf Tour. 2002 begann er mit den Aufnahmen für sein erstes Solowerk, das hierzulande diesen Sommer veröffentlicht wurde.

Manuel Bienvenu – Elephant Home (2005) (Asphalt Duchess/RecRec)
Diskographie:
> Elephant Home (2005)


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