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Maria Taylor - 11:11 (2005) (Saddle Creek/RecRec)

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von Magdalena Oehen am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen   
Maria Taylor - lässt Wünsche wahr werden

Maria Taylor - 11:11 (2005) (Saddle Creek/RecRec) Ob sich der Titel von Maria Taylors Solodebüt wohl auf den kindlichen Aberglauben bezieht, demnach man sich um exakt 11 Uhr und 11 Minuten etwas wünschen darf? Wenn ja, werde ich mir wünschen, dass in Zukunft mehr solch schöne Musik produziert wird wie die von Maria Taylor.

Dem aufmerksamen Mitverfolger des etwas anderen Musikgeschehens wird Maria Taylor bereits ein Begriff sein als eine Hälfte des Duos Azure Ray und als Angehörige der stetig an Umfang und Anerkennung wachsenden Omaha-Gemeinde. Ihre erste Produktion auf Solopfaden entstand denn auch unter tatkräftiger Mithilfe der Omaha-AllStars. Illustere Namen wie Andy LeMaster, Mike Mogis und Conor Oberst zieren die Liste ihrer Mitmusiker und Produzenten.
Maria Taylors Musik ist sehr, sehr schön. Ihre Songs bewegen sich zwischen folkigen Balladen, die beizeiten überraschend an Mandalay erinnern, und leger groovenden Dance-Tracks, die sich unverkennbar an das Schaffen von Postal Service und Bright Eyes' elektronischen Meisterstreich "Digital Ash" anlehnen. Das Album ähnelt Azure Rays "Hold On Love" in vielerlei Hinsicht, Maria Taylor trägt auch solo ihre Songs mit jener gedämpften Traurigkeit vor, die dem eben genannten Duo eigen ist. Was sich aber merklich geändert hat, ist ihr Entscheid, die Songs ruhig rocken anstelle von ruhig wimmern zu lassen. Obwohl man sich aufgrund der durchziehenden Aura von unbestimmter Melancholie und Resignation von Maria Taylors gehauchtem Gesang zu fragen geneigt sieht, ob sie sich wohl etwas langweilt, glänzen die zehn Tracks durch ihre locker groovenden Beats und die makellose Produktion. Trotzdem wünscht man sich vermehrt Momente wie die Country-Ballade "Speak Easy", in der sie ihr - etwas salopp ausgedrückt - Säuseln überwindet und ihre durchaus schöne und kraftvolle Stimme zur Geltung kommen lässt. Denn sie ist durchaus dazu fähig, Emotionen ausserhalb von Trübsinn und Melancholie auszudrücken. Und wenn sie dabei von ur-countryeskem Geigenspiel unterstützt wird, vermag sie gar zu begeistern.
Hoffentlich reicht es, sich "11:11" anzuhören, um Wünsche wahr werden zu lassen. Wenn dem nämlich so wäre, wären die Sorgen um die alternative Musikszene so wunderbar einfach wegzuwischen.


Seit 23. Mai 2005 im Handel.

Anspieltipps: One For The Shareholder, Speak Easy
similar artists: Azure Ray, Mandalay, Postal Service

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Maria Taylor ist vor allem bekannt als die eine Hälfte des Duos Azure Ray aus Athens, Georgia, und erlangte Anerkennung in der internationalen Musikszene mit deren Album "Hold On Love" (2003). Inzwischen hat sie bei unterschiedlichsten Projekten mitgewirkt, unter anderem ist sie Teil von Andy LeMasters Now It's Overhead, hat für Moby auf dessen Album "18" zusammen mit Azure Ray-Kollegin Orenda Fink einen Song geschrieben und mitperformt und ist auf mehreren Alben des Saddle Creek-Aushängeschildes Bright Eyes zu hören. Ihr erstes Soloalbum "11:11" wird denn auch auf eben genanntem Label veröffentlicht.

Maria Taylor - 11:11 (2005) (Saddle Creek/RecRec)
Diskographie:
⇒ 11:11 (2005)


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