Matt Boroff – Ticket To Nowhere (2006) |
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| von Philipp Gautschi am Freitag, 10. Februar 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Minimal-Rock-Eigenmarke Label: Lo-end records CH-Vertrieb: Musikvertrieb Unsere Wertung: ![]() Ami goes to Österreich dank Ticket ins NirgendwoDa muss ich doch zugeben: Gross, das schöne Österreich, hat es doch den Matt Boroff mit einer lieben Frau, einem grossartigen Schlagzeuger sowie spannenden Ideen versorgt. Nur so zur Unterhaltung: Man stelle sich vor, ein Österreicher sagt mit Kärntner Dialekt: ’’Brad Pitt und die Nacktschnecken’’, hab mich ob dieser Schnapsidee gekrümmt vor lachen… Ja, ich lache in letzter Zeit häufiger über Nacktschnecken, die ekligen Biester, doch zurück zum Wesentlichen. Matt Boroff spielt auf seinem zweiten Album vor allem minimalistische, trockene, arschkalte Rocksongs. Dazu singt er mit sehr amerikanischer, tiefer, gefühlvoller und entsprechend bluesiger Stimme überlegte, tiefgründige Texte voller gelungener Metaphern sowie frechen Anspielungen auf die etwas aus dem Ruder geratene Weltpolitik. Die Instrumente spielen grösstenteils nur das Nötigste, die Musik erscheint trotzdem nie leer oder lahm. Grosse, voluminöse, ausbordende musikalische Gewaltakte werden vermieden, was es dem Zuhörer wesentlich vereinfacht, sich auf die einzelnen Instrumente zu konzentrieren. Entsprechend machen die interessanten, fein gespielten teils verzerrten Gitarrensoli genauso Spass wie das ultrapräzise Schlagzeugspiel sowie der rollende, lässige Bassteppich. Die Kombination aus amerikanisch-bluesiger sowie europäisch-rockiger Musiktradition funktioniert hier bestens. Beinahe nervöse, zappelige, manchmal freche Rockstücke liefern sich spannende Duelle mit balladesken, verträumten, traurigen Schnulzen, was eigentlich nie Langeweile aufkommen lässt. Die volle Punktzahl gab ich der Platte nur deswegen nicht, weil vor allem den etwas härteren Stücken manchmal der Fluss sowie dem ganzen Album der Höhepunkt fehlt. Ausserdem kann die manchmal jammernde Stimme Boroffs sowie die häufigen textlichen Wiederholungen mit der Zeit etwas nerven, muss aber nicht. Über den Daumen gepeilt ein wunderbares Album, das dank seiner Coolness sowie den spielerischen Finessen durchwegs gefällt. Servus die Nocktschnek’n. Ab 10. Februar 2006 im Handel. Anspieltipps: Ticket To Nowhere; Truth And Superstition; Take Off The Bandages Trackliste:1) Ticket To Nowhere; 2) To Be A Locust; 3) No Meaning; 4) Instant Penetration; 5) Mosquito; 6) Bomb; 7) Truth And Superstition; 8) Broken Clock; 9) Bad Actor; 10) Take Off The Bandages similar artists: Tito & Tarantula, Jon Spencer Blues Explosion, Calexico, Ry Cooder > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Der autodidaktische Singer/Songwriter/Gitarrist Matt Boroff aus New Jersey verbrachte die 90er Jahre damit, in Clubs zu spielen und mit seiner früheren Band Planet Dread auf Tournee zu gehen. (Tatsächlich war diese Band mal Vorgruppe von Nirvana.) 1997 begann er Solokonzerte in New York zu geben. Damals lernte er auch seine Frau Marion kennen, dank und mit der er nach Österreich zog, wo er den Schlagzeuger Little Konzett traf. Die beiden feilten an ihrem Sound und gingen auf Tournee durch die europäische Club Szene. 2004 brachten sie das Album ’’Matt Boroff’’ auf Littles Label Lo-End heraus. Nach einigen Besetzungswechseln fanden sie im Januar 2005 im deutschen Rolf Kersting einen inspirierenden Bassisten. Im Frühjahr 2005 ging’s ein zweites Mal ab ins Studio, um ’’Ticket To Nowhere’’ einzuspielen, welches nun auf einer Tour durch Europa präsentiert wird. Diskographie: > Matt Boroff (2004) > Ticket To Nowhere (2006)
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