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15.3
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Stornoway – Tales of Terra Firma
Devendra Banhart - Mala
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Maxïmo Park – The National Health

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von Michael Messerli am Samstag, 16. Juni 2012 in Neuerscheinungen   

Genre: Indie, New Wave |  Label: Universal  |  Unsere Wertung: 7.5/10

The National HealthDie globale Identitätskrise
Während die Globalisierung die Identität mancher Kulturen gefährden kann, stehen Maxïmo Park auch mit dem vierten Album für Grundwerte guter Popmusik: Konstanz und Relevanz. Und natürlich für die bandeigenen. Eine sehr gesunde Mischung.

Wenn der Hype einmal vorüber und man nicht mehr neu oder aufregend ist, dann schleichen sich bei den allermeisten Bands langsam die Momente ein, die nicht mehr ganz überzeugen. Einige haben Mühe mit dem zweiten Album, viele stagnieren mit dem dritten und eine Mehrheit verheddert sich beim vierten. Die Weggefährten von Maxïmo Park könnten mehrere Lieder davon singen. Die Band aus Newcastle hingegen sticht heraus: Ihr aufregendstes Album war das Debüt, ihr bestes „Our Earthly Pleasures“, ihr reifstes „Quicken the Heart“ und „The National Health“ ist der tolle Startschuss in eine neue Zeitrechnung. Klingt erst einmal seltsam, weil auf diesem Album kaum etwas anders scheint als sonst. Aber es fühlt sich anders an, versprochen. Maxïmo Park haben es geschafft. Sie bleiben relevant, während bei den anderen der Lack abblättert. Sie mussten hart dafür arbeiten, waren aber als Band auch bereit dazu. Sie wollten nicht nur, sie können halt auch. Und das sind die beiden Hauptunterschiede zu Franz Ferdinand, Bloc Party und den Arctic Monkeys.

Paul Smith nimmt sich zudem ein grosses Thema zur Brust: Die Globalisierung. Kann man 2012 noch wirklich gegen sie sein? Internet, Facebook, Euro. Smith ist nicht der Typ mit dem Zeigefinger nach oben, sondern legt ihn auf gewisse Stellen. Dagegen sein ist nicht sein Ziel, hinweisen schon viel eher. Maxïmo Park sind nicht die ersten, welche die Schnelllebigkeit unserer Zeit und ihre unabsehbaren Konsequenzen kritisch betrachten. Die Band will politisch sein, über die Gesellschaft diskutieren. Sie will aber auch Spass machen und clevere Popsongs schreiben. Vielleicht mutet sie sich damit etwas viel zu, aber sie versucht es zumindest. Und auch wenn der Spagat manchmal nicht ganz gelingt, dieser energiegeladene Kreuz-und-quer-Pop funktioniert nach wie vor hervorragend. Mit „When I Was Wild“ und „Unfamiliar Places“ finden sich ausserdem zwei waschechte Balladen auf dem Album wieder sowie mehr Keyboards und neue gesangliche Nuancen von Smith. Interessanterweise klang besonders „Quicken the Heart“ nachdenklicher als das theamtisch aufgeladene „The National Health“. Die britische Gesellschaftskritik gelang Bloc Party auf deren zweitem Album ergreifender. Die haben damit aber ihr Pulver verschossen. Maxïmo Park hingegen scheinen noch viel mehr Stoff für vier weitere tolle Alben zu haben. Die Türen dafür stehen offen.

Seit  8. Juni 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label und Vertrieb

Anspieltipps:
> Write This Down
> The National Health
> This Is What Becomes of the Brokenhearted

Diskographie:
> A Certain Trigger (2005)
> Missing Songs (2005)
> Our Earthly Pleasures (2007)
> Quicken The Heart (2009)
> The National Health (2012)

Ähnliche Künstler:

> The Smiths
> The Futureheads
> Bloc Party
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