Maxence Cyrin – Modern Rhapsodies (2006) |
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| von Rudolf J. Merkle am Montag, 13. Februar 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Klassisch eingespielte elektronische Musik Label: F-Comm/PIAS CH-Vertrieb: Musikvertrieb Unsere Wertung: ![]() Das Original bleibt unerreicht.Um sich der zu besprechenden CD anzunähern, ist geraten, danach zu fragen, was denn eine Rhapsodie sei. ‚Rhapsodie’ umschreibt im vorliegenden Kontext am ehesten ein ‚romantisches’ Klavierstück freien, tendenziell balladesken Charakters. ‚Balladesk’ steht für populär, spannend, packend. Davon ist wenig zu finden. Keine Frage, Maxence Cyrin ist, soweit dies der Schreibende zu beurteilen vermag, ein ausgezeichneter Pianist. Technisch ist ihm nichts vorzuwerfen, sein Spiel rührt. Aber warum in aller Welt muss er sich bei Aphex Twin, bei Depeche Mode, Massive Attack, LFO, Felix oder Moby bedienen? Der begnadete Musiker begibt sich einmal mehr in dem Piano nicht angestammte musikalische Gefilde. Mit diesem Fischen im fremden Teich hat er sich auch dieses Mal den Rezensenten nicht zum Freund gemacht.
Es reicht unseres Erachtens nicht aus, ein elektronisches Stück auf seine Melodie zu reduzieren und simpel nach-zuspielen, es quasi in E-Musik-Attitüde zu imitieren. Eine qualitativ befriedigende Coverversion interpretiert das Vorbild. Der Franzose gewinnt den Melodien seinerseits leider kaum Neues ab, schafft wenig künstlerischen Neuwert. Selbstverständlich ist die Wiedererkennung gross, egal, welche Nummer man anwählt. Aber damit hat es sich. Die Tempi werden zweifelsfrei gekonnt (“Disco's Revenge“) variiert, die Intonation ist tadellos (Anasthasia, Unfinished Sympathy), Engagement bzw. Energieaufwand des Künstlers sind nicht zu negieren – doch wo bleibt das Eigene? Der geneigte Zuhörende hascht nach dem innovativen, individuellen Element, nach dem Überraschungsmoment (annähernd: “Acid Eiffel“ oder “Don't You Want Me“ mit dem Fuss-Drum) – und wird enttäuscht. Irrt der Hörer in seiner Erwartungshaltung? Sollte es Maxence Cyrin darum zu tun sein, eine bestimmte, wie auch immer geartete, Ambiance zu kreieren, müsste er sich vorwerfen lassen, dass er dies mit solchen 3-Minuten-Modell-Liedern – eine servile Verneigung vor dem Zeitgeist? – realistischerweise nicht erreichen kann. Hört man sich das Album in kleinen Häppchen an, erfreut es das musikalische Gemüt durchaus. Nach drei Tracks sollte jedoch eine Pause eingelegt werden, ansonsten zerfliessen die Subtilitäten des Spiels ungehört. Das in eigentlichem Sinne Werk der klassischen Musik soll an dieser Stelle nicht zertrümmert werden. Sicherlich werden viele Leute Maxence Cyrin filigranem Fingerspiel zu Recht viel Positives abzugewinnen wissen. Hierin tun sie es dem Rezensenten gleich. Es sei nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Cyrin das Niveau der Klassik-Pop-Kommerz-Kreatur Vanessa Mae und dergleichen weit übertrifft. Allein, unserer Meinung nach ist die Thematik unglücklich gewählt. Unsere Ansicht: unbedingt selbst hören und selbst urteilen. Besten Dank für die ungeteilte Aufmerksamkeit. Seit 3. Februar 2006 im Handel. Anspieltipps: Behind The Wheel, Unfinished Sympathy Trackliste: 1) Behind The Wheel (Original By Depeche Mode); 2) Don't You Want Me (Original By Felix); 3) Disco's Revenge (Original By Gusto); 4) Sueño Latino (Original By Sueno Latino); 5) Windowlicker (Original By Aphex Twin); 6) Acid Eiffel (Original By Choice (Laurent Garnier & Shazz)); 7) Jaguar (Original By Rolando); 8) Go (Original By Moby); 9) Unfinished Sympathy (Original By Massive Attack); 10) The Meltdown (Original By Lunatic Asylum); 11) Anasthasia (Original By T99); 12) Untitled Track 8 (Original By Aphex Twin); 13) L.F.O (Original By LFO); 14) Smokebelch II (Original By Sabres Of Paradise) similar artists: Frankfurter Frühjahrskollektion; einschlägiges der Wiener Sängerknaben, der Wiener, Berliner und Münchner Philharmoniker etc. > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Maxence Cyrin, geboren in Besançon, ist einerseits ein klassisch ausgebildeter Pianist, der bereits mit 18 eigene Stücke komponierte. Anderseits hat er ein Faible für New Wave sowie Industrial und bewegt(e) sich in der (frühen) Techno und Rave-Szene; Früchte der intensiven, allseit gerühmten Beschäftigung des Tastenvirtuosen mit elektronischer Musik sind einige Maxi-CDs und Beiträge für Compilations auf unterschiedlichen Labels (Rage Age, Superstition, PCP). Ihm kommt die Ehre zu, dass er mit Modern Rhapsodies das erste hundertprozentig akustische Release des wirklich empfehlenswerten Labels F-Comm ediert hat. Diskographie: > Modern Rhapsodies (2006)
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