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Mayday - Bushido Karaoke (2005) (Saddle Creek/RecRec)

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von Magdalena Oehen am Mittwoch, 6. Juli 2005 in Neuerscheinungen   
Mayday - Bushido Karaoke (2005) (Saddle Creek/RecRec)

Ein leicht makabres Vergnügen

Mayday - Bushido Karaoke (2005) (Saddle Creek/RecRec) Ein weiteres Werk aus der SaddleCreek-Talentschmiede erreicht seit einigen Tagen die Ohren der werten Zuhörerschaft. Mayday kombinieren auf ihrem dritten Album morbide Lyrics mit munteren Rockabilly Melodien.


Man glaubt es kaum und ist verzückt vor lauter Freude: Kaum einen Monat nachdem Maria Taylor mit ihrem Soloalbum „11:11“ zu gefallen wusste, wird uns eine weitere, schmackhafte Musikperle direkt aus Omaha serviert. Die Gourmetköche dieses Fünf-Sterne-Menüs? Gestatten, Mayday.
„Bushido Karaoke“ ist bereits das dritte Werk des Musikerkollektivs um Ted Stevens. Mayday kombinieren ungeniert makabre Lyrics mit lüpfigen, countryesken Melodien und beweisen zugleich, dass sie die wohl bezeichnendste Eigenschaft aller SaddleCreek-Bands sozusagen bis auf die Knochen verinnerlicht haben: Den Hang zum Schrägen und Verschrobenen, zu bizarren musikalischen Ideen, die in ihrer Gesamtheit zu einem Werk von erstaunlicher Gefälligkeit führen. Im Falle Mayday wirkt der Zusammenstoss von ansprechenden Melodien und morbiden Texten leicht verstörend. Bezeichnenderweise birgt bereits der Titel des Albums Ansätze dieses Paradoxen: „Bushido“ als „Weg des Kriegers“, der Ehrenkodex der stolzen Samurai, während Karaoke, na ja, wir alle kennen diesen mehr oder minder würdevollen Volkssport. Es sind genau diese Reibungsflächen, die Maydays Musik so spannungsgeladen und authentisch klingen lassen.
„Bushido Karaoke“ wird musikalisch von Country- und Folkeinflüssen und 50er Jahre Rockabilly dominiert. Man kommt nicht umhin, schon beim Opener „Pelf Help“ sanft mitzuwippen, spätestens beim Slide-Gitarren-lastigen INXS-Cover „Old World New World“ wird alle falsche Zurückhaltung vergessen und ungeniert mitgehüpft und mitgesungen (aha, deshalb Karaoke…). Ruhiger wird’s mit „Billy Boy Blues (Day of the Dead Blues)“, einer wirklich wunderbaren, Traditional-artigen Ballade. Maximale Verwirrung und Ungläubigkeit stiftet schliesslich “Song of the Scaffold”, die letzten Momente eines zu hängenden Mannes mit der Schlinge bereits um den Hals werden von hübsch fröhlicher Musik untermalt, bis sich die Luke öffnet und die Musik ein abruptes Ende findet. Zurück bleibt Ted Stevens Stimme, die uns nach dieser 40-minütigen Reise durch sein gedankliches Universum wieder in unsere eigene Realität entlässt. Nicht aber ohne uns ein wenig seiner Verschrobenheit mit auf den Weg zu geben.


Seit 21. Juni 2005 im Handel.

Anspieltipps:
Pelf Help, Old World New World, Billy Boy Blues
similar artists: Cursive, The Good Life, Spoon

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Gegründet von Ted Stevens, Sänger von Lullaby For The Working Class und zeitweiliger Gitarrist von Cursive, leiten Mayday ihren Namen vom alljährlich am ersten Maitag durchgeführten Konzert ab, das Stevens mit seinen Freunden jeweils organisierte. Das Line-Up der Band setzt sich aus mehreren bekannten Namen der Omaha-Szene zusammen, so haben die Brüder Mike und A.J. Mogis 2002 ihr Können zum Debüt „Old Blood“ beigesteuert, Mitglieder von Azure Ray, Now It’s Overhead und Bright Eyes waren inzwischen ebenfalls beteiligt am Projekt Mayday. Nachdem sie ihren Zweitling „I Know Your Troubles Been Long“ 2003 bei Bar/None herausbrachten, wird das neueste Album „Bushido Karaoke“ 2005 wieder auf Saddle Creek veröffentlicht.

Mayday - Bushido Karaoke (2005) (Saddle Creek/RecRec)
Diskographie:

> Old Blood (2002)
> I Know Your Troubles Been Long (2003)
> Bushido Karaoke (2005)


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