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McLusky – McLuskyism (2006)

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von Michael Rothen am Montag, 10. April 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Noise-Rock (Punk)
Label: Too Pure
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung:McLusky – McLuskyism (2006)

Laut, direkt, um Längen kürzer als gewohnt, unangepasst und schon vorbei.
McLusky – McLuskyism (2006)Nachlassstundung im Hause McLusky. McLuskyism A-Seiten, B-Seiten und C-Seiten: Das Dreierding mit insgesamt 56 Songs ist Manifest und Retrospektive zugleich. Es war einmal die walisische (Ausnahme)-Krach-Band McLusky.

Kaum wahrgenommen – auf dem Festland cirka 2002 mit der Veröffentlichung von „McLusky Do Dallas“ und dem mitgelieferten Single-Hit „To Hell With Good Intentions“ – bereits wieder aufgelöst (7. Januar 2005).
Einzigartig waren sie in jedem Falle genau so wie Geschmackssache. Live wie auf Platte, stets ungehalten, rüde, frech und mit dem Kopf durch die Wand. Da zählte stets der Moment, kein allzu grosses Interesse am in schierer Perfektion auf ewige Zeit archivieren. Das musste immerzu husch, husch, hau ruck von dannen gehen: McLusky die Verfechter des Single-Formats (die A-Seiten-CD birgt deren 12, genau genommen 10, wäre denn der Split nicht so früh gekommen).

Was mir nun eigentlich vorliegt, ist eben dieses das A-Seiten-Album; darauf beziehen/beschränken sich die nachfolgenden sachdienlichen Inhaltszeilen.
Das Ganze ist (immerhin) in chronologischer Reihenfolge zum Presswerk gelangt. Immerhin, warum? Nun, das Produkt erreicht den geneigten Hörer mit zwar schön matt bedrucktem doch nur gerade vierseitigem Falzbogen-Booklet. Lieblos ist’s nicht grad’, ein zartes Pflänzchen hätte aber dennoch kaum eine Chance auf Gedeih, ob dieser gestreng kalten Form der Zu- und Verneigung. Andererseits passt es irgendwie zum McLusky-DIY-Konzept. Die Band wurde ja eigentlich auch gar nicht aufgelöst, nein, sie wurde regelrecht und kaltblütig ermordet; da wären 50 Seiten mit Feuchtaugen-History wohl auch daneben gewesen. Zum Heulen sind dann doch die Linernotes von Sänger Andy Falkous – nicht etwa wegen schwermütiger Vergangenheitsbewältigung – kurz und knapp; Aussagekraft und spezieller Informationsgehalt XS! Schwarzer Humor oder eben Mord, ja Mord!

Nun, zu einem Verbrechen wie Mord (unterdessen liebe ich dieses Wort: Mord, Mord, Mord) gehören natürlich auch der oder die Mörder (yeah!), Motiv, Spur, Dramatik und schliesslich die Auflösung (Anm.: muss nicht zwingend gekoppelt mit einer heftigen Knutscherei à la James Bond sein). Nun, das alles kann ich aber eben grad’ nicht bieten, Maloney gibt’s am Sonntag zum späten Frühstück und Tatort am Abend nach dem Dinner, aight?!
Alles was ich weiss und besitze, sind diese runde Scheibe Schwarz mit zwölf zum teil Kürzestsongs (der Kürzeste dauert 1:05 und der Längste 4:08), was einen knapp eine halbe Stunde dauernden Spannungsbogen ergibt sowie meine Erinnerung an das McLusky-Konzert am Southsidefestival anno 2004.

Eine Band mit sicherlich ungewohnter Herangehensweise. Ein Frischprodukt zwischen den Stühlen des Üblichen. Eine energiereiche Melange aus Sonic Youth, Fugazi und Melvins, wobei manchmal das unkontrollierte Chaos die Chose dominiert (vor allem Live) und ein schnelles zufrieden sein oft Unausgegorenes mit sich bringt (einhörbar auf dem A-Seiten Relikt). Häufig waren sie mehr Punk, als sie es sich wünschten und weniger Noise, als sie sich dachten. „Nur“ rund die Hälfte der A-Side-Songs erachte ich als wirklich gelungen und nicht nur anders oder laut oder sonst wie erhaschend. Einige passable noch dazu und der Rest wohl die Vorzeichen der kriminellen Tat.
Wer bisher noch nicht wollte, der kann mit dieser CD; gleich alles auf einmal und noch mehr (Mord)!

Famous Last Words:
Ganz ehrlich, mit McLusky geht für mich keine Überband verloren, derartiges gibt’s im Underground zu hauf, nicht besser nicht schlechter; allenfalls weniger bekannt.

Aber hey: R.I.P McLusky.


Seit 3. März 2006 im Handel.

Anspieltipps: da die A-CD nur knapp 30 Minuten dauert: Einmal ganz durch bitte!
Trackliste: 1) Joy; 2) Rice Is Nice; 3) Whoyouknow; 4) Lightsaber Cocksucking Blues; 5) To Hell With Good Intentions; 6) Alan Is A Cowboy Killer; 7) There Ain’t No Fool In Ferguson; 8) 1956 And All That; 9) Undress For Success; 10) That Man Will Not Hang; 11) She Will Only Bring You Happiness; 12) Without MSG I Am Nothing
similar artists: Melvins, Sonic Youth, Fugazi, NoMeansNo

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Kurz wie McLusky ihre Songs, so halte ich deren Biographie.
Die erste Formation besteht ab 1996. Ort des Geschehens ist die walisische Stadt Cardiff. Im Jahre 2000 veröffentlicht die Band via Fuzzbox Records ihr Debut „My Pain And Sadness Is More Sad And Painful Than Yours“. Auf der Insel erhaschen sie damit bereits erste Aufmerksamkeit; das Festland hingegen scheint noch zu schlafen. Mit dem zweiten Schlag „McLusky Do Dallas“, inklusive Single-Hit „To Hell With Good Intentions“, wird nun auch Resteuropa aus dem Schlaf gerissen. Wie dem so ist,  einhergehend mit einem gewissen Erfolg, rütteln künstlerische Unstimmigkeiten am Bandgefüge. Während der Produktion von „The Difference Between You And Me Is That I’m Not On Fire“ muss Drummer Matt Harding die Band verlassen, da sich dessen musikalische Ausrichtung nicht mehr mit jener von Sänger/Gitarrist Andy Falkous und Basser Jon Chapple deckt. Sämtliche bereits eingespielten Drum-Parts für das mitten in Produktion stehende Album werden vom Neuling Jack Egglestone frisch eingespielt. Das Album erscheint – natürlich leicht verspätet – im Mai 2004 und ist erstaunlicherweise nicht mehr so aggressiv wie all die Vorgänger.
So weit so gut und aus die Maus: „…the reason for this parting is private, though probably not as entertaining as you’d imagine...“ (O-Ton Falkous).
Basser Jon musiziert unterdessen als „Shooting At Unarmed Men“ und das Gespann Falkous/Egglestone wollen weiterhin gemeinsam krachen; wohl aber nicht unter dem Namen McLusky.

mclusky
Diskographie:
> My Pain And Sadness Is More Sad And Painful Than Yours (2000)
> McLusky Do Dallas (2002)
> The Difference Between You And Me Is That I’m Not On Fire (2004)
> McLuskyism (2006)


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