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Menomena - Mines

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von Michael Messerli am Montag, 26. Juli 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Indie, Progrock  |  Label: City Slang (TBA/Phonag)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

MinesDrei Köche und ein grossartiger Brei
Menomena rühren mit der ganz grossen Kelle an, versalzen dabei nichts und am Ende schmeckt das hier richtig toll. Auch weil die Mischung stimmt.

Im vergangenen Musikjahr musste einen schon der Kollege aus der Redaktion darauf aufmerksam machen, was Brent Knopf da unter dem Namen Ramona Falls aus dem Hut gezaubert hat. „Intuit“ fand kaum irgendwo statt und darf deshalb immer noch als Geheimtipp bezeichnet werden. Dass es sich dabei um ein Mitglied von Menomena handelt, machte natürlich neugierig. Und siehe da, zaubern Danny Seim und Justin Harris auch noch mit, kann das gewöhnliche Kaninchen ins Wunderland Rüben suchen gehen. Auf „Mines“ zelebrieren Menomena nämlich genau das, was ausserhalb der Ordnung passieren kann, aber immer noch in deren Sichtweite bleibt. Die Band aus Portland/Oregon nimmt den Indie mit aufs Wasser und findet heraus, ob und wie lange er schwimmen kann. Es braucht solche Alben, es braucht sie mehr denn je.

„Mines“ zögert hinaus, findet drei verschiedene Stimmen und verliert dabei nie den Faden. Es denkt um die Ecke und dort scheint es auch zuhause zu sein. „Five Little Rooms“ – aber eigentlich sind es zehn. Nur einen braucht man nicht unbedingt zu besuchen. Manchmal streicht einem dieser kauzige Indierock wie eine wohlwissende Schlummermutter durchs Haar und manchmal stösst er den Hörer weg und will, dass man selber herausfindet, wohin das hätte führen können. Andeutungen bleiben aber nicht im Kopf stecken, sondern wirken eher wie ein geschickt konstruierter Lückentext. Wer sich die Mühe macht, erkennt genau, was da hineingepasst hätte. Smart wirken sie, die drei Köche, welche diese Suppe eben nicht versalzen. Für eine musikalische Offenbarung reicht es eigentlich nur deshalb nicht, weil sich „Mines“ bewusst nicht wie eine aufführen will. Auf die Gefahr des Grössenwahns hin, kann man darüber im Grunde genommen nur froh sein.

Seit  23. Juli 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

MenomenaAnspieltipps:
> Queen Black Acid
> Dirty Cartoons
> Tithe

Diskographie:
> I Am the Fun Blame Monster! (2003)
> Under an Hour (2005)
> Friend and Foe (2007)
> Mines (2010)

Ähnliche Künstler:
> Ramona Falls
> Lackthereof
> Broken Social Scene
> Spoon
> Grizzly Bear
» 1 Kommentar
1"-"
am Dienstag, 27. Juli 2010 02:36von Gilles
Flotte Rezi! Zur Zeit mein Favorit in diesem Jahr. Von mir kriegts irgendwo zwischen 9.0-10.0 ;) Btw. die Brewis-Gang würden auch noch so in der ähnlichen Künstler-Sparte passen (Field Music, School of Language, The Week That Was...). Auch so "für-die-einen-ist-es-möchtegern-I ndie-Elitär-Gedusel" oder "für-die-anderen-eine-wunderbar-mo derne-Fassung-des-Prog/Art-Rock-früheren -Zeiten". Würde mich schon ein bisschen wundern, was Robert Wyatt und die ältere Fraktion zu der Musik zu sagen hätten. 
 
Grüsse!
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