Adam Pierce, der mit Gastmusikern und auch selbst (Anagram
nennt man das!) Mice Parade ist, veröffentlicht sein siebtes Album.
Den Spagat zwischen Post-Rock, World Music und Jazz haben die Mäuse um Adam Pierce ja schon gewagt. Auf dem neuen Album ist von all dem ein bisschen weniger, aber mit den neuen Singer/Songwriter-Ambitionen immer noch genug geblieben, eine Reihe von Referenzbands daneben aufzustellen oder die Musik des gelernten Drummers einen gelungen Mix zu nennen, obwohl das Album zumindest anfangs strukturiert und deutlich songorientierter wirkt. Bereits der erste Song „Sneaky Red“ scheint wie ein The Shins-Song sommerlich und freundlich und in guten und knappen drei Minuten als volle Ladung davonzueilen - das geliebte Schlagzeug geht dabei offensiv voraus - bevor dann aber die zusätzliche letzte Minute den Effekten übrig bleibt.
Mit einer atmosphärischen Dichte und einlullendem Gesang pirscht Adam Pierce bei „Tales Of Las Negras“ heran, bis Grillengezirpe zwei wundervolle Zeilen der wunderbaren Laetitia Sadier von Stereolab ankündigen und man wünscht sich, dass das überdrehte Schlagzeug und der zweistimmige Gesang dabei auf Endlosschlaufe beibehalten würden. Als weiteren Gast hört man, wie auch auf Vorgängeralben, Kristin Anna Valtysdottir von múm, die wohl mit ihrer Stimme nichts anderes kann, als „Double Dolphins On The Nickel“ zu ihrem eigenen Song zu machen; die Keys, das Plätschern des Schlagzeugs und ein entferntes Glockenspiel passen zum elfenhaften Stöhnen der Isländerin.
Auch die Songs dazwischen, „The Last Ten Homes“ mit seinen einfallsreichen Lyrics und dem mehrstimmig verzehrten Schlussbouquet im Stil von Animal Collective, und das kristallen klirrende „Snow“, locken jede Katze vors Mausloch. Ohne bleibenden Schaden zu nehmen, schlängeln sich die restlichen Songs, aber immer mit der Ahnung einem gewissen Thema unterstellt zu sein, dem Ende entgegen. Und auch der potentielle Hit „The Nights After Fiction“ wirkt mit Pierce’ aufflackernden gesungenen Fetzen und den dazwischen eingestreuten Loops etwas verfahren, obwohl die Vorstellung eines singenden Schlagzeugers so ziemlich realistisch daherkommt.
Nach dem sensationellen Einstieg hat man die Löcher im Emmentaler doch noch entdeckt, auch wenn es sich dabei um das Original gehandelt hat.
Seit 8. Mai 2007 im Handel.
Anspieltipps: Tales Of Las Negras, The Last Ten Homes
Trackliste: 1) Sneaky Red; 2) Tales Of Las Negras; 3) The Last Ten Homes; 4) Snow; 5) Double Dolphins On The Nickel; 6) Satchelaise; 7) Swing; 8)Circle None 9) The Nights After Fiction
similar artists: The Books, Architecture In Helsinki, Animal Collective, múm, The Beta Band
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Bio:
Der umtriebige Drummer Adam Pierce ist neben seiner Band Mice Parade auch Mitglied von „The Swirlies“, HiM (nein, selbstverständliche nicht HIM) und Gastschlagzeuger bei múm. Er besitzt sein eigenes Label Bubble Core, ist aber bei Fat Cat von 1999 (Ramda) an unter Vertrag. Seit kurzem tragen seine eigenen Vocals und ein Abdriften in östliche und afrikanische Gefilde der bunten Eigenständigkeit von Mice Parade bei.