Genre: Singer/Songwriter / Acoustic | Label: ATO Records | Unsere Wertung: 7.5/10
Circles
Nach einem Ausflug in produktionsakzentuierteren Gegenden treibt es Doughty wieder zurück zu den erdigeren Anfängen seiner Solo-Karriere.
Mike Doughty is back – dachte ich mir nachdem ich sein neues Album „Sad Man Happy Man“ zum ersten Mal angehört hatte. Ich will nicht lange um den heissen Brei reden und werde wahrscheinlich dem eingefleischten Fan ein bisschen an die Karre fahren, aber mit „Golden Delicious“ verübte good ol‘ Mike ein Verbrechen. Um diese Behauptung etwas zu illustrieren ein Wort: „Skittish“.
„Skittish“ setzt auch die Messlatte hoch für „Sad Man“, jedoch hat jenes den Vorteil, dass es sich gegenüber seinem Vorgänger, d.i. „Golden Delicious“ wieder stark verbessert – und im Endeffekt „Skittish“ relativ locker die Hand schüttelt. (Anmerkung: irgendwo intendierte ich in diesem Satz einen „kreisförmigen“ Spannungsaufbau...)
„Nectarine“, der Opener des Albums, sorgt auch gleich für eine gute Dynamik – Doughty „rockt“ akustisch. Der Coolness-Faktor des traurigen Mannes macht sich durch das Album immer ein wenig mehr bemerkbar, wofür Songs wie das aalglatte „(You Should Be) Doubly (Gratified)“ oder „(I Want to) Burn You (Down)“, welcher zuweilen eine wunderbare Melodie entfaltet, sorgen. „Diane“ und „How to Fuck a Republican“ sind einerseits auch sehr gute Beispiele dafür, wie bluesig und mit flottem Drive Doughty den Ball im Spiel behält, andererseits driftet er so auch ein wenig in die Komfortzone – was zwar nicht zwangsläufig als negativer Kritikpunkt zu verstehen ist.
„(I Keep On) Rising Up“…wahrscheinlich noch Rückstände von der golden, deliziösen Zeit, sickerte dieser „Trojaner“ unbemerkt aufs neue Werk. Ironischerweise bügelt Doughty den Fehler gleich mit „(You Should Be) Doubly (Gratified)“ wieder aus und zeigt, wie er es eigentlich richtig macht; schade nur wurde diese Nr. 2 (evtl. eine extrem subtile Anspielung auf die englische Zweideutigkeit von number two) nicht weggelassen.
Bis auf diesen kleinen Schönheitsfleck macht das Album durchgehend Spass und der alte Seelenhuster sorgt dafür, dass beim Ausklang des letzten Liedes die oder der eine oder andere Happy (Wo)Man den Ort des Geschehens verlässt.
Seit 6. Oktober 2009 im Handel.
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Anspieltipps:
> (You Should Be) Doubly (Gratified)
> (I Want to) Burn You (Down)
> Diane
Diskographie:
> Skittish (2000)
> Smofe + Smang: Live in Minneapolis (2002)
> Haughty Melodic (2005)
> Golden Delicious (2008)
> Sad Man Happy Man (2009)
Ähnliche Künstler:
> Mason Jennings
> Dave Matthews & Tim Reynolds
> M. Ward
> Soul Coughing