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Mike Patton - Mondo Cane

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von Tobias Imbach am Donnerstag, 13. Mai 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Barock-Pop, Standards  |  Label: Ipecac Records (Irascible)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

Mondo CaneAlleskönner
Mike Patton ist ein Sänger von Relevanz, "Mondo Cane" ist nicht nur ein weiterer Beweis dafür, “Mondo Cane“ ist auch sein bis dato zugänglichstes und gleichwohl auch ausgereiftestes Projekt. Diesmal ist er auf den Spuren der grössten Sänger und Komponisten, die Italien im letzten Jahrhundert gesehen hat.

Neuland ist das nicht für den Amerikaner, der jahrelang mit einer Italienerin liiert und in Bologna wohnhaft war und fliessend italienisch spricht. Auch gesanglich nicht,  die Balladen mit Mr. Bungle oder der Auftritt als begnadeter Crooner bei Lovage rufen sich in Erinnerung, sobald Patton auf "Mondo Cane" loslegt, auch mit seinen extremsten Projekten wie Fantômas zeigte Patton seine Zuneigung zum sentimentalen Schönklang.

Zugegeben, Edelschnulzen wie "Il Cielo in Una Stanza" sind noch mal ein ganz anderes Kaliber, und allein der Gedanke, dass Patton sowas vertont ist amüsant, aber angesichts seines Hintergrunds weit weniger abwegig als es erst noch scheint.

Auf "Mondo Cane" interpretiert er Klassiker aus längst vergangenen Tagen neu, die er in Italien kennen- und liebengelernt hat. Und dabei treibt er, was im Original manchmal nicht mehr als eine Andeutung ist, auf die Spitze. Bei der Punk-Obskurität "L'urlo negro" im Original von den vergessenen Blackmen, wankt Patton zwischen zwei Extremen hin und her: Gekreische von Stimme und Gitarre beherrschen die Strophe, der Refrain ist das befreiende und übertrieben poppige Gegenstück. Oder "Senza Fine" etwa, Gino Paolis feinster Schmachtfetzen, kommt bei Patton immer wieder und wieder und mit noch mehr Gefühl, mit so grosser Kelle angerichtet, dass es gleichermassen belustigend wie auch hinreissend wirkt. Das Original freilich wirkt angesichts solcher Exzesse nur noch erhabener. Unerreichbar halt, aber darum geht es nicht.

Mike Patton begegnet den Originalen mit Achtung, und drückt ihnen doch seinen eigenen Stempel auf. Kraftvoll und immer etwas theatralisch ist sein Gesang, für den einen oder anderen mag das gar ein Stolperstein, die Musik selbst ist ungemein detailliert und schön instrumentiert, das vierzigköpfige Orchester tut Wunder, die fünfzehnköpfige Band setzt Akzente, man achte sich nur mal darauf, wie sich die druckvollen Drums im Bombast behaupten.

Schade ist hier nur, dass der eine oder andere Song, der während der letzten Jahre mit Mondo Cane gespielt wurdenicht den Weg auf das Album gefunden hat. Ist "Mondo Cane" mit weniger als 40 Minuten doch etwas kurz ausgefallen wären Stücke wie "Dio Come Ti Amo" oder "Una Sigaretta" dem Album bestimmt gut gestanden. Vielleicht kommt ja Teil Zwei, oder noch besser und wahrscheinlicher, eine DVD zum Projekt. Mike Patton kann machen was er will, und er kann es auch.

Seit  30. April 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > MySpace > Label  > Vertrieb
Mike Patton
Anspieltipps:
> Che Notte!
> Ore D'amore
> Senza Fine

Diskographie:
> Adult Themes for Voice (1996)
> Pranzo Oltranzista (1997)
> A Perfect Place (2008)
> Crank: High Voltage (2009)
> Mondo Cane (2010)
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