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Milosh – iii

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von Rudolf J. Merkle am Freitag, 5. September 2008 in Neuerscheinungen   

Genre: Electronica  |  Label: K7 (Namskeio)  |  Unsere Wertung: 5.0/10

Milosh - iii Electronica meets Esoterica.
Miloshs drittes Album darf auf keinem MP3-Player der sich selbst suchenden Wellness-New-Age-Generation fehlen: hübsch, lieb, aber schlaff.

Geschätztes Auditorium,

‚Warm Waters’ – der Titel des fünften Stückes ist nachgerade Programm für das anzuzeigende Album, das während eines Aufenthaltes in Thailand entstanden ist: Von einem sanften Hauch harmonischen Gebimmels wird in etwas über zweieinhalb Minuten eine liebliche (zu) Stimme ins rosarote Nirwana geblasen. Ein bisschen mehr an Ideenvolumen hält der zweite Track ‚Another Day’ versteckt. Der Streicher-Teppich wird zumindest in etwas flockigerem Takt dargebracht und integrierte Tonspuren, die um ein Haar überraschen, garantieren, dass sich der Hör-Gast bis zur nächsten akustischen Massage wach zu halten vermag. Allerdings erwartet den Liebhaber interessanter elektronischer Klangwelten mit ‚Gentle Samui’ ein harter Brocken: Dieses verzärtelte Geflüster und Geklimper samt und sonders der musikalischen Irrelevanz zu bezichtigen, scheint uns kein Frevel. Bei aller Sympathie für den zweifelsfrei talentierten Musiker Milosh ist hierzu schlicht zu konstatieren: Des is’ nix. Dem Titel fehlt offenkundig eine Struktur, ein Ziel, der Witz. Sollte ‚Samui’ eine angebetete Dame (oder ein gleichergestalt verehrter Herr) sein, wollen wir hoffen, dass sie (resp. er) dieses überzuckerte Schnittchen Musik gut verdaut. Unsereiner bleibt nicht nur nach dem Opener, es wird ein musikalisches Weight-Watchers-Mahl mit unmerkbarem Gitarren-Gewürz kredenzt, hungrig.
 
Das meint OOS:
Das Album kombiniert den süsslichen Gesang Miloshs mit elektronischen Spielereien und Orchesterelementen. Überzeugend ist das Album vor allem dann, wenn Milosh die Gesangsanteile reduziert, denn jene sind gewöhnungsbedürftig und teils sehr nahe an der Grenze zum Kitsch. mehr
 

Bescheiden überzeugender fällt der zweite Teil der Liedsammlung aus, wobei wir hier, ohne dies näher zu begründen, einen eher europäischen Stil zu erkennen vermeinen. Den fehlenden Biss zwar noch immer monierend, ist es doch wohlwollend, wie die Kompositionen instrumental minimaler, dafür in ihren Umrissen schärfer gezeichnet sind. Besonders der Beginn von ‚Hold My Breath’ lässt mit der dunkleren Klangfarbe und einer kraftvolleren Intonation aufhorchen; allerdings trüben das Fehlen eines markanten Schlusses sowie der weiterhin undifferenzierte Gesang den guten Eindruck.
‚Leaving Samui’ erinnert im Grund-Sound und in der Verspieltheit an die Elektronik-Vergangenheit der Achtziger. Schade nur, dass der Gesang abermals ohne jedwede Kontur bleibt. Im Finale gewinnt der Vokalpart kurzzeitig an Eigenständigkeit und wird tragender. Wenn Milosh Drive einbringt, über die Melodie und wenigstens etwas Variation ein Gerüst kreiert, wie er es eben hier tut, ringt sich der Auditoriumsvertreter dazu durch, das unsägliche Vollwenweider-Gezupfe auszublenden.
Mit ‚Wrapped Round My Ways’ wollen wir das Fazit ziehen: Die Sangeinlagen sind auch hier keiner weiteren Nennung wert, den Texten kann nichts an Sinn abgerungen werden, das Tempo ist schleppend, freilich manifestiert die Instrumentierung deutlich die Qualitäten des Kanadiers Mike Milosh. Unseres Erachtens hätte er das Zeug, die elektronische Musik zu bereichern. Aber, Mann, wo verbirgst Du Deinen Punk?

Unsere Ansicht: Man höre und beurteile all dieses selbst. Besten Dank für die ungeteilte Aufmerksamkeit.


Seit 22. August 2008 im Handel.

Anspieltipps: Hold My Breath, Wrapped Round My Ways, The World, Warm Waters
Trackliste: 1) Awful Game; 2) Another Day; 3) Gentle Samui; 4) Remember The Good Things; 5) Warm Waters; 6) Hold My Breath; 7) Wrapped Round My Ways; 8) Leaving Samui; 9) The World
similar artists: (später) Jean-Michel Jarre, (später) Mike Oldfield, Andreas Vollenweider, Cocteau Twins, Brian Eno

> Hören und Kaufen  > Offizielle Webseite  > MySpace  > Label  > CH-Vertrieb

Milosh
Diskographie:

> You Make Me Feel (2004)
> Meme (2006)
> iii (2008)
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