Der Himmel hat sich geöffnet und die Hölle ist heruntergefallen. Zwar fehlen die Teufel und die Spiesse und all der Spass noch; die momentan herrschende Hitze gefällt zwar einer unbedeutenden Mehrheit, mich (und ich habe bestimmt einige Leidensgenossen) lässt sie jedoch dermassen infernalische Qualen leiden, dass ein bisschen Folter wahrscheinlich angenehm erscheinen würde. Wenn jedoch (nur vormittags) in meinem Zimmer die Temperaturen noch knapp unter der 50 Gradmarke verweilen und Minor Majority ihre kühlen, ruhigen Balladen trällern, empfinde ich so was wie Ruhe und Genuss. Ab zwei Uhr beginnt die Hitze dann wieder ihr böswilliges Spiel, schlägt mich zu Boden, saugt mir sämtliche Kräfte aus und lässt mich stundenlang fluchen, schwitzen und T-Shirts wechseln. Schade. Gut, bald sind Ferien und ich kann dieses, mir mittlerweile subtropisch erscheinende Land fluchtartig Richtung Norden verlassen. Gedanklich verweile ich dauernd in Polarkreisnähe. Die aus Oslo stammende Band behauptet zwar, sich nicht von der Schönheit nordischer Landschaften inspirieren zu lassen, ich glaube ihnen diesbezüglich kein Wort. Diese Musik strahlt mal wieder dermassen viel Ruhe, Gemütlichkeit, Schönheit und Überlegenheit aus, dass es schlicht unmöglich ist, so etwas in einer staubigen, steinigen, kochenden Wüste in Spanien zu erfinden. Einfache Akkorde, minimalistische Spielweise trotz imposanter instrumenteller Vielfalt, lässig-freundliche Leadstimme sowie wunderbar verträumte Melodien mit poppigem Touch und fertig ist ein weiterer Soundtrack für die vernünftige Jahreszeit. Gut, mir wurde die Suppe ab und zu mit etwas zu viel Pop versalzen. Auf einer Skala von 1-10, d.h. von ’absolut und total zum Nichtstun animieren’ (1, siehe Savoy Grand und White Birch) bis ’Massen begeistern’ (10, siehe Coldplay) sind Minor Majority etwa bei 5. Mir persönlich zu nahe bei 10. Einige sehr gute ’Reasons To Hang Around’ sind jedoch zu finden, in ’Let The Night Begin’ und ’Keep Coming Around’ singen Engel Namens Stine Kobbeltredt und Maria Solheim einige Strophen, wunderschön. Ab und zu fliessen die Stücke jedoch dermassen ungehört am Ohr vorbei, dass wahrscheinlich etwas zu dick mit Pop aufgetragen wurde; ausserdem gibt’s schon genug Musik die von Liebe und gescheiterten Beziehungen erzählt. Auf jeden Fall ein klasse Album, nicht allzu anspruchsvoll aber auch nicht geeignet falls man sich vorgenommen hat, mal wieder zu verblöden. Und hoffentlich kommt bald mal wieder ein Winter.
Seit dem 10.April 2006 im Handel.
Anspieltipps: Let The Night Begin; Supergirl; Keep Coming Around
Trackliste: 1) Wish You’d Hold That Smile; 2) Don’t Say You Love Me; 3) Come Back To Me; 4) As Good As It Gets; 5) There Will Come Another; 6)Alison; 7)You Were Saying; 8) Let The Night Begin; 9) Supergirl; 10) Keep Coming Around; 11) No Particular Girl; 12) The Long Way Home; 13) What You Do To Me
similar artists: The White Birch,
Savoy Grand,
Madrugada, Nicolai Dunger, Coldplay, Magicrays
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Bio:
Im Jahre 00 gründeten Pal Angelskar (voc., git.) und Andreas Berczelly (heute Produzent) Minor Majority irgendwo in Oslo. Das erste Album galt in Norwegen vorerst als Geheimtipp, einzelne Stücke des Zweitlings schafften es jedoch rasch ins Norwegische Radioprogramm. Der Erfolg kam glücklicherweise mit kleinen Schritten zu tippeln. Genauso Schrittweise wurden neue Mitglieder in die Band aufgenommen. ’Up For You and I’ war dann das erste Werk, welches in ganz Europa erhältlich war, erste Konzerte waren jedoch nicht allzu erfolgreich (siehe Interview). Mit der neuen, hier umschriebenen Platte klappts schon besser; aus dem früheren Geheimtipp wurde eine allseits bekannte Grösse der gemütlichen Folkpopmusik. Wenn Pal Angelskar (voc., git.), Jon Arlid Stieng (git., voc.), Harald Sommerstal (pi., org.), Henrik Wilderoe (ba) und Fast Winston Doom (dr…..und was für ein Knallername) weiterhin ihrer Linie getreu bleiben, kann noch grosses auf diese Band zukommen.