Genre: Rock | Label: Haldern Pop (Lautstark) | Unsere Wertung: 7.5/10
Zwielicht
Von weitem erblickt man das Licht, es wird langsam dunkler. Oder heller, je nach Sichtweise. Die begleitende Musik bleibt klar, man kann sich daran klammern, bis man sich sicher ist, ob es Tag oder Nacht wird.
Mintzkov ist eine belgische Band die es schon seit 1996 gibt. Lange genug, um sich zumindest national einen guten Ruf zu erarbeiten. Und tatsächlich gehören Mintzkov neben dEUS und Soulwax zu den grossen Namen der belgischen Musikszene. Die fünf haben 2000 Humo's Rock Rally gewonnen, ein Wettbewerb für Bands die noch keinen Plattenvertrag haben, wo 2001 übrigens auch der famose Chartsstürmer Milow startete.
„Rising Sun, Setting Sun“ ist Mintzkov's drittes Album, diesmal vom Label Haldern Pop Festival produziert, bei welchem die Band 2008 auch aufgetreten ist. Repetitive Basslines, verspielte Synthienoten, selbstverständlich Gitarren und darüber Philip Bosschaerts nasale Stimme. Mintzkov beherrschen ihre Musik, das Ganze wirkt sehr sauber und klar strukturiert, trotz der vielen Schichten die den Hörer umhüllen wie warme Decken im Winter. Mintzkov spielen mit dem Repetitiven, dass einfach nur ins Ohr gehen kann. Muss. Und auch tut. "Opening Fire" zum Beispiel ist ein Ohrwurm vom Feinsten.
Ausserdem sind die Songs auf „Rising Sun, Setting Sun“ nicht etwa strahlend und glücklich machend wie das im Titel angesprochene Sonnenlicht, sondern wirklich eher wie das Dazwischen, weder Tag noch Nacht. Es ist keine erheiternde Musik, aber auch nicht wirklich deprimierend. Es ist leicht melancholisch angehaucht, auch die Texte, die oft vom Schwinden der Zeit handeln. So auch "The 25th Hour", bei dem schon der Titel ankündigt, worum es handeln könnte. Eine fünfunzwanzigste Stunde, die den Tag verlängert, abbremst. Und doch wiederholt der Sänger mehrmals "Close your eyes". Tag und Nacht, des Wachsein oder Schlafen, die Zeit im Allgemeinen sind auf diesem Album immer wiederkehrende Themen.
Lustig, dass das letzte Lied nach einem Sternbild benannt ist, „Gemini“, den Zwillingen, und dass der Text hier klar sagt: "I won't go to sleep", als wäre Mintzkov's drittes Album eher eine "Rising" und nicht eine "Setting Sun". Ein Sonnenaufgang, noch im Zwielicht, man erwartet den hellichten Tag und beobachtet die schwindenden Sternbilder im heller werdenden Himmel.
Seit 18. Februar 2010 im Handel.
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Anspieltipps:
> Author for the Play
> Coronary Street
> Opening Fire
Diskographie:
> M for Means and L for Love (2003)
> 360° (2008)
> Rising Sun, Setting Sun (2010)
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