Auch Bond-Songs leben zweimal – passend zum Start vom 21.
Bond-Streifen präsentiert der frankfurtsche Mister Bond Songs aus der
Filmreihe in neuem Gewand.
Mister Bond haben es sich zum Ziel gesetzt, die in der Tat oft relativ uncoolen Bond-Songs der letzten paar Streifen wieder in das Gewand zu setzen, in das sie auch gehören. Grund dafür besteht, so haben sich etwa Duran Duran, Madonna oder Sheryl Crow mit ihren Beiträgen relativ stark weit weg von den frühen Easy Listening-Perlen Shirley Basseys oder Matt Munros entfernt, und das Resultat zeugte zu oft nicht gerade von hoher Qualität – wie die Filme, nebenbei bemerkt, auch. Wie bei jedem James Bond-Film erklingt auch auf diesem Album das unvergängliche ”Dr. No Theme“ zuerst – allerdings sei hier angemerkt, dass die Mister Bond’sche Interpretation etwas gar lahm und unspektakulär geriet – diese “Eröffnungssequenz“ würde keineswegs Lust auf mehr machen. Auch die folgenden “View To Kill“ und “Goldeneye“, bei der die schöne Stimme von Pat Appleton (die der geneigte Hörer schon von diversen De-Phazz-Stücken kennen dürfte) von smoothem Bossa Nova respektive flottem Jazz-Pop untermalt wird, tun auch nicht viel, um den Hörer wirklich zu packen. Und trotzdem wird hier offensichtlich, dass Mister Bond zweifelsohne das Talent haben, eine ziemliche Gurke wie “View To A Kill“ in einem völlig anderen, und zweifellos auch angenehmeren Licht erscheinen zu lassen. Diese ersten Vermutungen sehen sich dann spätestens beim Erklingen der äusserst schönen Interpretation von “Tomorrow Never Dies“ definitiv bestätigt: Jenes Stück, nun in Zeitlupen-Salsa/Latin-Jazz verwandelt, lässt das Original in der Tat ziemlich schnell erblassen. Völlig anders als das Original klingt auch “Die Another Day“ – Mirwais und Madonna präsentierten damals einen modernen Elektro-Titel, der den meisten Bond-Guckern schlicht zu kalt, monoton oder zu unpassend erschien – hier ist’s nun ein von der wunderbaren Katja B. gesungener Bossa-Nova-Titel, voller Wärme und Schönklang. Anderes Beispiel: Die äusserst gelungene Interpretation von “Goldfinger“. Natürlich kommt dieser schräge Tango nicht wirklich an das geniale Original von Bassey ran, aber diese Art von Frische und frecher Kreativität ist unwiderstehlich – genau in solchen Momenten macht “ A jazzy cocktail of ice cold themes” sehr viel Spass. Bond-Fans und Möchtegern-Agenten erwartet hiermit zweifelsfrei ein vergnügliches und interessantes Album, für andere bietet es wohl schlicht zu wenig Reizvolles.
Seit 17. November 2006 im Handel.
Anspieltipps: Tomorrow Never Dies, Goldfinger
Trackliste: 1) Dr. No Theme; 2) View To A Kill (vocals: Pat Appleton); 3) Goldeneye (vocals: Pat Appleton); 4) License To Kill (vocals: Cassandra Steen); 5) Tomorrow Never Dies (vocals: Jutta Gückel); 6) For Your Eyes Only (vocals: Jutta Gückel); 7) Goldfinger (vocals: Oliver Hartmann); 8) Die Another Day (vocals: Katia B); 9) He Living Daylights (vocals: Cassandra Steen); 10) Nobody Does It Better (vocals: Rick Washington); 11) The World Is Not Enough (vocals: Vanessa Ekpenyong)
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Bio:
Hinter Mister Bond stecken erst mal die vier Frankfurter Jan Hagenkötter (Produzent, INFRACom!), Andreas Hillesheim (Bandleader und Arrangeur), Heinz Hess (Engineer/Produzent) und Christian Arndt, seines Zeichens zudem Labelchef von Local Media/Peacelounge Recordings. Gemeinsam haben die vier die Liebe zur Musik und zu James Bond … und die Abneigung gegenüber einigen der letzten Bond-Songs. Zur Erschaffung des “jazzy cocktails of ice cold themes“ konnte hochkarätige Unterstützung herbeigezogen werden, darunter Pat Appleton, Oliver Hartmann, die deutsche RnB-Sängerin Cassandra Steen, Rick Washington und die brasilianische Bossa-Königin Katja B, die alle ihre schönen Stimmen zur Verfügung stellten.