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Mogwai - Hardcore Will Never Die, But You Will

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von Michael Messerli am Montag, 14. Februar 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Postrock  |  Label: Rock Action/Pias (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

Hardcore Will Never Die But You WillGrand Prix der Rockmusik
Diesmal wird keine Zeit verloren, keine Minute gezögert. „White Noise“ öffnet gleich alle Poren, steigert sich in sich selbst hinein. Postrock ist auch nur ein Genre – ein kränkelndes dazu. Aber Mogwai sind Postrock.

Das muss man bei diesem Opener nicht nur eingestehen, man muss ihn auf die Fahne des Genres schreiben. Weil das niemand besser kann als die Schotten. Und dann gleich weiter vorwärts, in die Vocoder-Nummer „Mexican Grand Prix“. Wenn schon gross Worte verlieren, dann aber so. Rund um dieses Album liest man häufig den Namen des Produzenten Paul Savage, der wie in den Anfangstagen auch jetzt wieder mitgeholfen hat, dass Mogwai den anderen davonlaufen. Das mag nicht jeder so sehen, viele wollen das alles von ihnen schon gehört haben. Mogwai antworten darauf trocken im Titel: „Hardcore Will Never Die, But You Will“. Voilà. „Rano Pano“ fräst dazu die Gitarren von Hand ins Metall. Da will man, aller Elektronik zum Trotz, fast von Handwerk erzählen. Einem, das die Band aus Glasgow nicht nur beherrscht, sondern miterfunden hat. Aber man lässt es dann doch, weil Handwerk nichts mit dem Endergebnis zu tun hat. Die Funken sprühen immer noch, während die Schweissnaht langsam sitzt. Am Ende steht das Ding da: „Death Rays“. Im Ausstellungsraum nimmt man sich die Zeit und plötzlich will man von und über Kunst sprechen. Wie im Literaturclub. Es reicht jedoch völlig aus, auch mal nur hinzuhören. Man muss nicht immer alles totquatschen. Dann wieder ab auf die Piste mit „San Pedro“ und elegant um die engen Kurven. Das Ding kann sogar fahren. Raus bis auf die mit bunten Lichtern gesäumten Landstrassen, wo bereits wieder die Falken herzergreifend heulen („Letters to the Metro“).

Die Todesparty auf dem Glasgower George Square wirkt wie ein kurzer Drogenrausch, deren Kater im nachfolgenden „How to Be a Werewolf“ genügend ausgenüchtert wird. Das Ding erwacht langsam zum Leben. Ein klassischer Mogwai-Moment, wo es überall fiepst und zieht, poltert und blubbert bis am Ende der Kopf wieder klarer wird. Nein, eine Neuerfindung ist das sicher nicht. So ehrlich muss man sein. Der Leitwolf heult nach 15 Jahren keine neuen Mondscheinsonaten mehr. Deshalb möchte man ihm noch lange nicht im Dunklen begegnen. Dorthin verkriecht er sich in „Too Raging to Cheers“, um seine endgültige Verwandlung zu vollziehen: Erhaben, gross und vollkommen steht er nach über zwei Minuten da. Er sagt uns zum Schluss: „You’re Lionel Richie“. Ein Witz? Ach ja, die Songnamen bei Mogwai. Selten aber hat der Albumtitel so gesessen. Natürlich lassen wir uns nur deswegen nicht zu Höchstnoten verleiten, wissen um eine relative Sichtweise. In einem Punkt ist man sich aber sicher: Mogwai sind Postrock.

Seit  11. Februar 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> White Noise
> Mexican Grand Prix
> Too Raging to Cheers

Diskographie:

> Mogwai Young Team (1997)
> Come On Die Young (1999)
> Rock Action (2001)
> Happy Songs for Happy People (2003)
> Government Comissions BBC Sessions (2005)
> Mr. Beast (2006)
> The Hawk Is Howling (2008)
> Special Moves/Burning (CD/DVD, 2010)
> Hardcore Will Never Die, But You Will (2011)

Ähnliche Künstler:
> Caspian
> Explosions In The Sky
» 1 Kommentar
1Kommentar
am Dienstag, 15. Februar 2011 19:42von Debora
Bin voll und ganz deiner Meinung!! Dem bestem Lied wurde jedoch keine Aufmerksamkeit geschenkt, schade. Darum an alle, die das lesen: unbedingt das Album mit der Bonus-CD kaufen, es lohnt sich!!
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