“This music is
bigger than words, wider than pictures; if the stars had a sound, they
would sound like this.” Natürlich kommt das DVD “Burning” (fast) ohne
Worte aus. Die paar wenigen, die man hört, bringen es dafür auf den
Punkt.
Langfädigen Postrock spielen Mogwai nicht. Und das schreibt man jetzt nicht nur wegen „Mr. Beast“ so dahin. „Burning“ ist ein kurzer Konzertfilm, fängt dafür aber Musiker ein, denen der Ruf vorauseilt, mächtig aufs Gehör zu schlagen. Davon merkt man auf diesem wunderbar aufgenommenen und gefilmten DVD wenig. Besonders eigentlich nur beim Schlusspunkt „Batcat“, den die Schotten mit voller Inbrunst an die Wand fahren. Dabei täuschen sie fies das Ende an, um dann doch noch einmal reinzugrätschen. Verantwortlich für dieses visuelle Schwarz-Weiss-Erlebnis sind Vincent Moon und Nathanaël Le Scouarnec. Der Schauplatz ist die Music Hall of Williamsburg in Brooklyn. Dabei wird weitgehend auf allzu viele Effekte verzichtet, die Sinne sollen schliesslich durch die Musik und nicht etwa durch Licht, Farbe oder Blinken abgelenkt werden. Und die Musik von Mogwai steht für sich, genauso wie es seine Erzeuger auf der Bühne tun. Keine unnötigen Längen, keine Ansagen. Das Publikum scheint sowieso in seinem eigenen Film. So ist Postrock spannend. So haben ihn die Pioniere von Mogwai stets geprägt.
Zusätzlich liegen dem Konzertfilm mit „Special Moves“ Livemitschnitte aus Brooklyn als CD bei, die mit etwas mehr Songs ausgestattet wurde. Dabei entpuppt sich „I’m Jim Morrison, I’m Dead“ einmal mehr als grossartiger Einstieg. Er öffnet Tür und Tor in einen Sound, der trotz fehlendem Gesang und dem momentanen Postrock-Overkill einen einzigartigen Wiedererkennungswert bietet. Wer beim folgenden „Friend of the Night“ also nicht längst drin ist, der bleibt besser ganz draussen. Ein Lied, so schön wie kaum ein anderes ist das. Eine Hymne an alles, was diese Band ausmacht. Da ist es fast schon dreist, dass die mit „Cody“ tatsächlich noch zittrigen Gesang im Repertoire haben. Um zu zeigen, dass man auf ihn eben besser verzichtet? Nicht unbedingt. Die entfremdete Stimme im wunderschönen „Hunted by a Freak“ könnte nicht besser passen. „Mogwai Fear Satan“ darf natürlich auf einer solchen Zusammenstellung ebenso wenig fehlen wie die Glasgower Megaschlange zum Schluss, welche das Publikum endgültig verschlingt. Und wer am Ende eines Konzertes im Bauch eines Tieres landet, dennoch aber ein breites Grinsen auf dem Gesicht hat, der muss weder die Nacht noch den Teufel fürchten.
Seit 20. August 2010 im Handel.
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Anspieltipps:
> I’m Jim Morrison, I’m Dead
> Friend of the Night
> Hunted by a Freak
Diskographie:
> Mogwai Young Team (1997)
> Come on Die Young (1999)
> Rock Action (2001)
> Happy Songs for Happy People (2003)
> Mr. Beast (2006)
> The Hawk Is Howling (2008)
Ähnliche Künstler:
> Caspian
> Godspeed You! Black Emperor
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> Saxon Shore