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Morcheeba - The Antidote (2005) (The Echo Label/Musikvertrieb)

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von Magdalena Oehen am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen   
Das Un-Heilmittel

Morcheeba - The Antidote (2005) (The Echo Label/Musikvertrieb) Wie der Titel des Albums und die euphorische Presseinfo wenig subtil implizieren, haben Morcheeba mit ihrem neuen Album "The Antidote" das Gegenmittel zu unser aller Sorgen gefunden. Oder doch nicht? Eine Analyse.

So einfach ist das also. Man nehme, die Godfrey Brothers zitierend, eine neue Sängerin und eine neue Inspiration, mische das Ganze mit einem Schuss Altbekanntem und voila, fertig ist das Wundermittel. Lasst uns Schritt für Schritt sehen, wie Morcheeba mit diesem Rezept fertig geworden sind.
1. Die neue Sängerin:
Nachdem sich Charakterstimme Skye Edwards der Band nach deren Schaffenspause nicht mehr angeschlossen hat, wurde sie durch die ehemalige Noonday Underground-Sängerin Daisy Martey ersetzt. Singen kann die liebe Miss Martey natürlich. Aber - und ich komme leider nicht umhin, dies zu sagen - sie ist eben nicht Skye Edwards. Ihre soulige Stimme vermag zwar zu gefallen, sie klingt beim Versuch, passend zu den mehr oder minder groovenden Beats locker zu sein, furchtbar angestrengt.
2. Die neue Inspiration:
Weg vom Elektronischen und hin zum Rock wollten sich die Godfrey-Brüder mit "The Antidote" bewegen. Das Album wurde zum grössten Teil live eingespielt, es sind echte Drums anstelle von programmierten Beats und E-Gitarren-Soli zu hören. Alles schön und gut. Wenn man dann aber in der Presseinfo liest, dass Einflüsse von Avant Garde-Rockern Sonic Youth, Alt.Country-Meister Bonnie Prince Billy und Gitarren-Pionier Jimi Hendrix vorhanden seien, staunt man doch mächtig und hört nochmals genauer hin, nur um festzustellen, dass man viel, viel Fantasie braucht, um im plätschernden Soundteppich von "The Antidote" irgendwelche psychedelischen Ausfälle herauszuhören. Vielleicht müsste man sich, wie Ross Godfrey beinahe stolz verlauten lässt, ebenso wie dieser dem Drogenexzess hingeben. Wenn jener doch bald 40jährige dann aber mit Zeilen wie "Let's grow up later" ("Ten Men") aufwartet, wirkt das doch ein klein wenig, Entschuldigung, lächerlich.
3. Das Altbekannte:
Trotz all jener oben genannter Veränderungen ist der altbekannte und vielgeliebte Morcheeba-Sound bei einigen Songs noch herauszuhören. Der Opener lässt die lockeren Trip Hop-Grooves noch erahnen, während die World Music-Einflüsse an den letzten gelungenen Streich "Charango" erinnern.
Fazit: Offen sein für Veränderungen hin oder her, manchmal sollte man eben doch alles beim Alten lassen.


Seit 9. Mai 2005 im Handel.

Anspieltipps: Wonders Never Cease
similar artists: Tanita Tikaram

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Das 1995 gegründete, britische Trio Morcheeba bestand ursprünglich aus den Brüdern und Produzenten Paul und Ross Godfrey und Sängerin Skye Edwards. Mit ihrer ersten Single "Trigger Hippie" landeten sie einen Underground-Hit und die britische Musikszene begann sich zu fragen, wer wohl hinter diesem Meisterstreich von einem Song stecken mochte. Des Rätsels Lösung folgte 1996 mit Morcheebas Debütalbum "Who Can You Trust?", das Morcheeba von Untergrund ins Licht der Öffentlichkeit katapultierte. 1998 folgte das grossartige "Big Calm", zwei Jahre später "Fragments Of Freedom" (inklusive Riesen-Partyhit "Rome Wasn't Built In A Day"). 2002 wartete das Trio mit ihrem vierten Longplayer "Charango" auf, der unter anderem Lambchops Kurt Wagner im Duett mit Skye Edwards featuret. Ein Jahr später erachteten es Morcheeba an der Zeit, das Best Of-Album "Parts Of The Process" auf den Markt zu bringen. Auf ihrem neuesten Album "The Antidote" ist zum ersten Mal nicht Skye Edwards als Sängerin zu hören, da diese die Band aufgrund musikalischer und menschlicher Differenzen verlassen hat. Ersetzt wurde sie durch die ehemalige Noonday Underground-Sängerin Daisy Martey.

Morcheeba - The Antidote (2005) (The Echo Label/Musikvertrieb)

Diskographie:
⇒ Who Can You Trust (1996)
⇒ Big Calm (1998)
⇒ Fragments Of Freedom (2000)
⇒ Charango (2002)
⇒ Parts Of The Process (2003)
⇒ Antidote (2005)


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