Alten und jungen Vorbildern wie Gainsbourg und Biolay
nacheifernd, vermag Khaled Mouzanar mit den melancholiegetränkten
Klängen auf seinem Debüt zu überzeugen.
Gleich zweimal debütiert Khaled Mouzanar in diesem Jahr: Vor wenigen Monaten lief in Frankreich der libanesische Streifen “Caramel“ an, für welchen Mouzanar den Score aufnahm. Verband er darauf noch klassische Filmmusik mit traditionellen Weltmusik-Elementen (Tango, libanesische Musik...), ist sein Chanson-Debüt nun ein Pop-Album für den Herbst. Merkmale arabischer Musik sind fast nicht mehr zu hören, dafür erklingen reichlich Anleihen aus westlicher Popmusik, etwa trip-hoppige Beats im düsteren Opener “La Peur De L'O“.
Filmhaft wirkt das auf “Les champs arides“ Gebotene aber auch. Neun der elf Chansons werden von manchmal zurückhaltenden, manchmal dramatischeren und immer melancholischen Streichern getragen. Schon bald erinnert das an schwermütigere Kompositionen eines Francis Lai, ein wenig auch an John Barry. Die Ähnlichkeiten mit dem Schaffen Benjamin Biolays, der auf seinen ersten Werken und seinem starken letzten Album auf dieselben Elemente zurückgriff, sind nicht zu überhören. Vergleichbar ist auch der Gesang. Mouzanar ist kein grossartiger Sänger, nicht immer singt er Melodien, oft genug deutet er sie nur an oder verbleibt im langsamen Sprechgesang.
Ein später Höhepunkt stellt das von Trauer erfüllte und zugleich wunderschöne “Alcools“ dar, das Mouzanar gemeinsam mit Barbara Carlotti singt, der momentan vielleicht wundervollsten Stimme Frankreichs. Ein anderes Highlight ist einer der wenigen Songs, bei dem weder bedrückte Klänge vorherrschen noch Streicher erklingen: “Les illusions parisiennes“ ist zwar immer noch nicht von ausgelassener Fröhlichkeit gezeichnet, aber die Beach Boys-ähnlichen Begleitgesänge und der lockere Rhythmus atmen einen völlig anderen, befreienden Geist.
„Les champs arides“ ist ein eindrückliches Argument dafür, Khaled Mouzanar zu den besten jungen Talenten der französischen Musikszene zu zählen. Geht alles mit rechten Dingen zu, dürfte der bislang noch unbekannte Musiker schon bald in aller Munde sein.
Seit 2. November 2007 im Handel.
Anspieltipps: Les illusions parisiennes, Alcools
Trackliste: 1) La peur de l'O; 2) Jollypop; 3) Les champs arides; 4) Par chance; 5) le rose et le noir; 6) rue des martyrs; 7) les illusions parisiennes; 8) Elle valse; 9) Alcools; 10) Tactile; 11) Je dors
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Bio:
Khaled Mouzanar (auch Mouzannar) ist ein libanesischer Komponist, Pianist und Sänger. Der Soundtrack zum in der Schweiz Anfang nächsten Jahres anlaufenden Film “Caramel“ ist nicht der erste Score, den Mouzanar geschrieben hatte, allerdings seine ersten auf CD erschienenen Aufnahmen. Gleichzeitig arbeitete Mouzanar an seinem ersten Chanson-Album “Les champs arides“, das von Ian Caple (Yann Tiersen, Alain Bashung, Tindersticks, Tricky...) produziert wurde und diesen Herbst erschien.