Einst noch die weit verhallte Wassermusik mit
Säuselgesang und Unnahbarkeit. Heute sind da Melodien,
Mehrstimmengesang und eben auch Verqueres. I'm Loving It – man erntet,
was man sät.
Eigentlich tun sie unkonventionell, wild und untypisch instrumentiert – im Hintergrund zumindest – doch vorne, ja vorne sind ganz einfach Melodien, sind Stimmen, die dich wachküssen und wenn du schon wach sein solltest, ganz einfach süssküssen. Es ist ein Album für beinahe jeden Tag. Die Songs sind sich irgendwie ähnlich, jedoch nie gleich oder schon gehört – unterscheiden sich kaum aber doch. Das mag daher kommen, dass die Sounds einen irgendwie immer wieder in ähnlich gute Zustände zu versetzen vermögen. MÚM schaffen hier etwas ganz Eigenes, Zugängliches und doch anderes; nichts Revolutionäres. Etwa weitergehende Air; vom eisigen Lande her... In der Art.
Ich kann das echt geniessen. Song für Song, erhöre ich stets Neues und weiter Schöneres. Immer und immer wieder. Es scheint insgesamt nicht ganz fassbar, was es ist – es ist jedoch ganz deutlich da und gut so. Zumindest für mich ist da ein richtig grosses Album entworfen, umgesetzt und mir zuteil geworden.
Man hat's allenfalls in den Zeilen zuvor schon gelesen, die Isländer machen auf "Go Go Smear The Poison Ivy" alles so, wie sie es bisher auf ihren Vorgängern allenfalls aufgrund künstlerischer Dogmas oder der ureigenen Angst vor Stigmata (noch) nicht durften, wollten – oder etwas unspektakulärer –, konnten. Angedeutet hatte zumindest bereits "Summer Make Good", was noch kommen könnte, wenn es denn käme; mit Verlaub, es ist nun da; gekommen, um zu begeistern.
Dahinschwelgend habe ich versucht, auch das Abträgliche zu nennen... Möglicherweise diese eine Minute und 34 Sekunden an Atmosphäre, welche zwar einen Track darstellen soll, aber nicht tut? Oder etwa die sehr oft, sehr ähnlich angelegten wunderschönen Gesangspaarungen? Kann zwar sein, doch alles in allem ist das Gesamtprodukt so sehr gut, dass Unstimmigkeiten lediglich zum Gesamteindruck beitragen?!
Seit 21. September 2007 im Handel.
Anspieltipps: Blessed Brambles; A Little Bit, Sometimes; Moon Pulls; Dancing Behind My Eyelids
Trackliste: 1) Blessed Brambles; 2) A Little Bit, Sometimes; 3) They Made Frogs Smoke 'Till They Exploded; 4) These Eyes Are Berries; 5) Moon Pulls; 6) Marmelade Fires; 7) Rhuubarbidoo; 8) Dancing Behind My Eyelids; 9) School Song Misfortune; 10) I Was Her Horse; 11) Guilty Rocks; 12) Winter (What We Never Were After All)
similar artists: Kaizers Orchestra
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Bio:
Es war 1998, als die beiden Computer-Nerds und Soundtüftler Örvan Dóreyjarson Smárason und Gunnar Örn Tynes auf die Sängerin Kristín Anna Valtysdóttir und ihre Zwillingsschwester Gyda – ihrerseits Cellistin – trafen. Zwei Jahre später "verstörten" die Vier mit ihrem Debüt "Yesterday Was Dramatic – Today Is Okay" bzw. ihrem Mix aus Samples und live eingespielten Instrumenten die Musikwelt, ernteten viel Lob und sehr grosses Interesse.
Nach weiteren drei viel beachteten Alben, Konzerten auf der ganzen Welt und einem Soundtrack zu Sergei Eisensteins Stummfilmklassiker "Panzerkreuzer Potemkin" verlässt Gyda die Band, um ihr langersehntes Cello-Studium Realität werden zu lassen.
Zum Trio geschrumpft und gleichzeitig um einige Gastmusiker reicher, nehmen MÚM ihr bis dahin zugänglichstes Album auf ("Summer Make Good"). Hernach verlässt auch Kristín Anna die Band – was bleibt, sind die beiden Ursprünge Örvan Dóreyjarson Smárason und Gunnar Örn Tynes, der neuste und grosse Wurf "Go Go Smear The Poison Ivy" und damit viel Hoffnung für die (hoffentlich) weitere Zukunft.