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Musée Mécanique - Hold This Ghost

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von Philippe Feer am Donnerstag, 21. Januar 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Folk-Pop |  Label: Souterrain Transmissions (Irascible)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

Hold This GhostAusstellung verlängert
Ein leises und verhuschtes Wintercabarett begrüsst uns im neuen Jahr mit einem friedlichen Instrumentekoffer voller Nostalgie. Das unscheinbare „Hold This Ghost“ droht auf den ersten Moment stehen zu bleiben...

Im frustrierenden Januarloch denkt man gerne noch ein bisschen an alles Schöne und Gute des letzten Jahres und über den Winter hinaus zurück. Die Zeitungen und auch Magazine berichten noch immer über das, was damals war. In diesem Damals ist in den USA ein Debütalbum erschienen, das bei uns nun mit reichlich Verspätung nachgereicht wird, aber es absolut verdient hat, erwähnt zu werden. So zählt der Vorwurf nur bedingt, dass wir über den Import dieses empfehlenswerten Albums einer Band aus Portland, Oregon, noch nicht berichtet haben. Etwas mehr Schuld trifft alle, die Musée Mécaniques Auftritte im Vorprogramm von Laura Gibson im Dezember in vier Schweizer Clubs verpassten – inklusive mich.

Schon der Opener „Like Home“ ist ein verwunschenes Juwel, bei dem es allerlei seltsame Töne zu entdecken gibt, wobei die bewegte perkussive Grundmelodie im Gegensatz zur verträumt weichen Orgel steht. Das dumpfe Gefühl, dass man sich auf einem ehrwürdigen Karussell befindet, begleitet den Hörer ständig. Bei „Two Friends Like Us“ steht die hauchende und zugleich klangvolle Stimme von Micah Rabwin erstmals im Vordergund, das gespenstige „The Propellors“ entpuppt sich als episches Meisterstück, dem man dies vorerst gar nicht anmerkt. So konzentriert man sich auf die wunderschöne beständige Stimme und vergisst die ständigen Rhythmuswechsel und instrumentalen Einwürfe. Zum Schluss holpert das Schlagzeug zur Akkordeonmelodie und der säuselnden Orgel luftig schön.

„She wraps her letter up with fingernails/ And reads them only to herself/ She hangs her walls with bits of cellophane/ What a perfect day.” lautet der schaurigschöne Beginn des vergleichsweise greifbaren und ruhigen „The Things That I Know“. Das folgende “Fits and Starts“ rumpelt dann endlich ein bisschen heftiger und zaubert darauf einen verspielt-melancholischen Refrain, der umgehend von einem fröhlichen Klavier abgelöst wird, hervor. Das experimentelle und mit treffsicheren und melodiegerechten Worten angereicherte „Somehow Bound“ erinnert gar ein wenig fest an den Franzosen Syd Matters. Auch wenn „Hold This Ghost“ präsdestiniert ist, im Hintergrund zu glänzen, unterscheiden sich die einzelnen Songs untereinander genug und erweisen sich des Öfteren als regelrechte Hits. Vor allem das anfangs zerbrechlich und später aufbrecherische „Sleeping in Our Clothes“ ist der späte Höhepunkt auf dieser Platte und ein früher Glanzpunkt in diesem Jahr.

In San Francisco steht der tonangebende Namensvetter dieser Band, welcher es wortwörtlich in sich haben muss: „Hold This Ghost“ ist eigentlich eine leichte Kost und nur innerlich vertrackt und kompliziert, bedient sich aber weniger der Elektronik, sondern bleibt mechanisch. Nach aussen gleicht das Album einer leisen Herbstmesse, auf der es bloss das gemächliche Karussell gibt, welches erst noch mit der Handkurbel bedient wird. Immer ein bisschen langsamer, bis es schneit, bis es dann doch noch Winter wird. Da setzt kein Staub an.

Seit 22. Januar 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> The Things That I Know
> Fits and Starts
> Under Glass
> Sleeping in Our Clothes

Diskographie:
> Hold This Ghost (2010)

Ähnliche Künstler:
> Syd Matters
> Sparklehorse
> The One AM Radio
> Elliott Smith
> Kings of Convenience
> Savoy Grand
> José Gonzales
> Sodastream
> Bowerbirds
> The Mountain Goats
> DM Stith
> Iron & Wine
> Mojave 3
> Neil Halstead
> Holmes
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